Region: Karlsruhe
Umwelt

Rettet die vitalen Platanen in der Kaiserstraße Karlsruhe!

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
Oberbürgermeister Frank Mentrup und der Gemeinderat der Stadt Karlsruhe
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Die Petition wurde abgeschlossen

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Die Petition wurde abgeschlossen

  1. Gestartet November 2022
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Beendet

48 vitale Platanen in der Karlsruher Kaiserstraße sollen gefällt werden, damit die Karlsruher Einkaufsmeile neu gestaltet werden kann. Die ersten Platanen sollen bereits im Februar gefällt werden, am 20.12.2022 soll der Gemeinderat dies abschließend beraten. Es ist also höchste Eile geboten.
 
Der Beschluss, die Platanen zu fällen, beruht auf über zehn Jahre alten Planungen. Inzwischen hat sich die Klimakrise verschärft. Jeder Baum zählt, um ein gesundes Stadtklima für die Menschen in Karlsruhe zu erhalten. Die Platanen in der Kaiserstraße nehmen klimaschädliches CO2 aus der Luft auf, spenden Schatten und Kühlung und sind deshalb für das Stadtklima und die Gesundheit der Menschen, die unter der Klimaerhitzung zunehmend leiden, von grundlegender Bedeutung.
 
Wir, das Klimabündnis Karlsruhe, fordern die Stadt Karlsruhe und den Gemeinderat auf, die Planungen für die Umgestaltung der Kaiserstraße so zu verändern, dass die Platanen erhalten werden können.
Die Grünsatzung der Stadt Karlsruhe fordert von Eigentümerinnen und Eigentümern von Grundstücken u.a.: „Sie sollen vorhandenes Grün sichern“ [2]. Das muss auch für die Stadt selbst gelten.
Die Fällung der Platanen wäre ein unverhältnismäßiger Eingriff in die städtische Klimabilanz und hätte negative Folgen für das Stadtklima und die Gesundheit der Menschen.
Außerdem sind die Bäume ein markantes Element der Kaiserstraße und prägen maßgeblich eine angenehme städtische Atmosphäre.
Aus den genannten Gründen fordern wir, das Klimabündnis Karlsruhe: Rettet die vitalen Platanen – Jeder Baum zählt!
 
Das Klimabündnis Karlsruhe ist ein Zusammenschluss von mehr als 70 Vereinen, Organisationen und Initiativen in Karlsruhe. www.klimabuendnis-karlsruhe.de
[2] https://www.karlsruhe.de/umwelt-klima/stadtgruen-wald/freiraumentwicklung/gruensatzung

Begründung

Im Folgenden führen wir die sechs zentralen Punkte der Stadt und unsere Einwände dagegen auf.
 
1)    Die Platanen sind vom Massaria-Pilz befallen.
Das ist kein Grund, die Platanen zu fällen!
Der Massaria-Pilz ist eine bekannte Erkrankung von Platanen [1]. Das heißt aber nicht, dass der gesamte Baum erkrankt ist. Der Massaria-Pilz befällt einzelne Äste, die durch regelmäßige Pflegemaßnahmen entfernt werden können. Der Baum bleibt dadurch gesund. Die Bäume in der Kaiserstraße sind etwa 45 Jahre alt. Sie wurden in all den Jahren – wie jeder Stadtbaum – fachgerecht gepflegt und blieben so vital.
 
2)    Die Platanen sind zum Teil schief gewachsen und stünden zu nah an den Fassaden.
Das ist kein Grund, die Platanen zu fällen!
Schiefwuchs ist ein natürliches Phänomen, eine Pflanze wächst zum Licht. Schiefwuchs beeinträchtigt die Gesundheit eines Baumes nicht. Die Platane ist ein schnittverträglicher Baum, das heißt er kann so geschnitten werden, dass ein gewünschter Abstand zu Hausfassaden eingehalten werden kann. Das wurde in den vergangenen Jahrzehnten auch fachgerecht ausgeführt.
 
3)    86 Zürgelbäume sollen neu gepflanzt werden.
Das ist kein Grund, die Platanen zu fällen!
Zürgelbäume sind eine südeuropäische Baumart. Sie sollen einem wärmeren und trockenem Klima besser standhalten als Platanen. Doch Platanen sind uns allen aus dem Süden Frankreichs und aus Italien gut bekannt und vertragen die dortigen heißen Sommer gut.
Im Unterschied zu den jetzt in der Kaiserstraße stehenden Platanen spenden die jung gepflanzten Zürgelbäume erst in Jahrzehnten vergleichbare Schatten und Kühlung.
Außerdem ist ihre CO2-Bilanz deutlich schlechter, denn die jungen Bäume nehmen weniger klimaschädliches CO2 auf als die bestehenden Platanen. Erst nach Jahrzehnten ist diese Bilanz ausgeglichen. Daran ändert auch nichts, dass mehr Zürgelbäume geplant sind. Wir begrüßen ausdrücklich neue Bäume in der Stadt – aber nicht als Ersatz für bestehende, sondern zusätzlich! Für ein lebenswertes Stadtklima und für die Gesundheit der Menschen.
 
4)    Neue Versorgungsleitungen und ein neuer Straßenbelag sollen verlegt werden.
Das ist kein Grund, die Platanen zu fällen!
Selbstverständlich können die anstehenden Baumaßnamen unter Erhalt der Platanen erfolgen. Dafür bedarf es einer fachgerechten bautechnischen Expertise. Wir fordern die Stadtverwaltung auf, die Baumaßnahmen so zu planen, dass die Platanen erhalten werden können.
 
5)    Starkregen erfordere einen neuen Straßenquerschnitt.
Das ist kein Grund, die Platanen zu fällen!
Starkregenereignisse werden im weiteren Verlauf des Klimawandels zunehmen. Bislang kam es durch Starkregen nicht zu Überschwemmungen in den baumbestandenen Bereichen der Kaiserstraße. Trotzdem ist es gut, Vorsorge zutreffen. Wir fordern die Stadtverwaltung auf, die Baumaßnahmen so zu planen, dass die Platanen erhalten werden können. Dafür bedarf es einer fachgerechten bautechnischen Expertise.
 
6)    Die Planungen seien abgeschlossen, Änderungen hätten Mehrkosten zur Folge.
Keine Planung ist alternativlos, Mehrkosten sind bisher nicht belegt!
Die Behauptung von Mehrkosten durch eine Veränderung der Planung ist bislang nicht mit Zahlen belegt worden. Auch das Fällen von 48 Platanen und die Neubepflanzung kosten Geld! Wie hoch dieser Betrag ist, wurde bisher nicht veröffentlicht.
Dass über zehn Jahre alte Planungen alternativlos sein sollen und nicht geändert werden könnten, ist in Anbetracht des sich verstärkenden Klimawandels nicht akzeptabel. Der Klimawandel erfordert von uns allen, unsere Eingriffe in die Umwelt laufend zu überprüfen, flexibel anzupassen und dann zu unterlassen, wenn die Klimabilanz dies erfordert.
Da die Baumaßnahmen noch nicht begonnen wurden ist jetzt genau der richtige Zeitpunkt, die Planungen mit dem Ziel zu überarbeiten, die vitalen Platanen zu erhalten und damit die Stadt vor einer gravierenden Fehlentwicklung zu bewahren.
 
Unsere Experten:
Prof. Robert Mürb, Gartenoberbaudirektor a.D., Garten- und Landschaftsarchitekt
Horst Schmidt, Gartenbaudirektor a.D., Garten- und Landschaftsplaner
 
Quellen:
[1] Pflanzenschutzamt Berlin, https://www.berlin.de/pflanzenschutzamt/stadtgruen/schadorganismen-in-berlin/pilzliche-und-bakterielle-schaderreger/massaria

Vielen Dank für Ihre Unterstützung

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