Region: Bayern
Erfolg
Soziales

Auszahlung der Inflationsausgleichsprämie bei der Diakonie Bayern und der ELKB

Petent/in nicht öffentlich
Petition richtet sich an
Arbeitsrechtliche Kommission der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern
12.469 Unterstützende 11.981 in Bayern

Petition hat zum Erfolg beigetragen

12.469 Unterstützende 11.981 in Bayern

Petition hat zum Erfolg beigetragen

  1. Gestartet April 2023
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht am 13.07.2023
  4. Dialog
  5. Erfolg

Die Petition war erfolgreich!

12.05.2023, 14:53

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Unterstützer:innen,

die Resonanz auf unsere Petition ist enorm. Mittlerweile haben ca. 6.600 Personen über openPetition unterschrieben. Hinzu kommen nach weitere geschätzte 1.000 Unterschriften aus Sammlungen in den Einrichtungen und Betrieben von Diakonie und ev. Kirche.

Selbst das Sonntagsblatt berichtet unter der Überschrift "Ringen um Inflationsprämie für kirchliche Beschäftigte" (www.sonntagsblatt.de/artikel/epd/ringen-um-inflationspraemie-fuer-kirchliche-beschaeftigte). Dort heißt es:

„ARK-Sprecher Daniel Wagner sagte dem Evangelischen Pressedienst (epd), fraglos setze der Tarifabschluss im Öffentlichen Dienst auch die kirchlichen Dienstgeber unter Druck. Man halte eine Prämie in Höhe von 3.000 Euro auch für "angemessen und gut", doch müsse für so eine Auszahlung die Refinanzierung sichergestellt sein.“

Das sehen wir auch so, allerdings kann es ja keine Lösung sein, dass die Kolleg:innen bei der Diakonie lange Gesichter machen, weil die Prämie im Geltungsbereich des TVöD zur Auszahlung kommt und die Diakonie abwartet, was passiert. Die enorme Zustimmung zu unserer Petition – und auch die vielen Kommentare – machen ja deutlich, dass viele Kolleg:innen auch unzufrieden sind mit einem „Dritten Weg“, bei dem hinter verschlossenen Türen irgendwann Entscheidungen getroffen werden. Transparenz und die Möglichkeit der Beteiligung sehen anders aus.

Verwundert hat uns zudem eine Mail des vkm-Bayern, die auch in den Büros vieler Mitarbeitervertretungen eingegangen ist. Da lesen wir: „Vergleicht man die AVR-Bayern mit der Tabelle des TVöD-P so hat eine ausgebildete Fachkraft in der Altenpflege im Bereich der AVR ab dem 01.01.2023 eine Grundvergütung von 3549,15 EURO, im Bereich des TVöD sind es 3108,44 EURO (bezogen auf das sechste Beschäftigungsjahr).“

Wir haben da mal nachgerechnet:

Pflegefachkräfte mit entsprechender Tätigkeit sind gemäß der TVöD-P-Tabelle im sechsten Berufsjahr in der Entgeltgruppe P 7 Stufe 4, das sind – bei 39 Stunden in der Altenpflege – 3.379,29 € Tabellenentgelt plus 25,00 € statische Zulage § 15 Abs. 2.3 und 120,00 € dynamische Zulage § 15 Abs. 2.4, also derzeit 3.524,29 € Monatsbrutto bei Vollzeit.

In der AVR-Bayern erfolgt die Eingruppierung in die Entgeltgruppe E 8 Stufe 3, das sind 3.549,15 € Tabellenentgelt plus 60,00 € statische Zulage Anlage 2 Anm. 23, also 3.609,15 € Monatsbrutto – bei 40 Stunden. Aber wer arbeitet schon Vollzeit in der Pflege. Bei gleicher Arbeitszeit verdienen AVR-Beschäftigte bei der Diakonie Bayern bei dieser punktuellen Betrachtung trotz der Gehaltserhöhung zum 01.01.2023 sogar etwas weniger als im TVöD.

Aber Tarifvergleiche machen im Grunde nur Sinn, wenn man sich das Ganze anschaut. Und für Pflegehilfskräfte ohne Ausbildung ist es kein Trost, wenn ggf. die Pflegedienstleitung (PDL) im diakonischen Pflegezentrum mehr verdient als nach TVöD, sie selber verdienen nämlich – bei AVR-konformer Eingruppierung in die E 4 – spürbar weniger als die Kolleg:innen im Öffentlichen Dienst.

Gute Gehälter sind auch uns wichtig, die Prämie ist hier nur ein notwendiger und angemessener vorübergehender Ausgleich für die enorme Kostensteigerung, unter denen vor allem die Kolleg:innen in den unteren Entgeltgruppen leiden, – bis zur nächsten regulären Gehaltserhöhung, die zudem bei der Diakonie Bayern auch erst vier Monate nach der Erhöhung im TVöD erfolgen soll. Wie viel Leidensfähigkeit trauen die Arbeitnehmervertreter:innen in der ARK uns denn zu?

Dass das alles auch refinanziert werden muss, ist selbstredend. Hier wäre es in unseren Augen geboten, dass die Diakonie den Kontakt zu den Gewerkschaften sucht, die eine Erhöhung der Tabellengehälter um 200 € plus 5,5%, aber mindestens 340 € zuzüglich der Investitionsprämie verhandelt haben.

Wir bedanken uns herzlich für eure Unterstützung und eure offenen Worte in den Kommentaren.

Unsere Petition wirkt! Je mehr mitmachen, desto besser.

Viele Grüße

Claudia Barkholz
Werner Enser
Stefan Eisele
Julia Hasenstab
Andreas Schlutter
und alle Erstunterzeichner:innen


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