Region: Nürnberg

Nein zur Überbauung des Knoblauchslandes!

Petition richtet sich an
Oberbürgermeister Marcus König und der Stadtrat

5.216 Unterschriften

Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.

5.216 Unterschriften

Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.

  1. Gestartet 2021
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog
  5. Gescheitert

Petition richtet sich an: Oberbürgermeister Marcus König und der Stadtrat

Die Stadt Nürnberg hat die Entwicklung diverser neuer Bebauungsgebiete beschlossen, u.a. im Knoblauchsland. Mit den Bebauungsplänen 4649 „Wetzendorf neu“ und 4641 „Schnepfenreuth Süd-West“ werden alleine 55 Hektar wertvoller landwirtschaftlichen Boden vernichtet, das entspricht einer Fläche von 77 Fußballfeldern. Die Stadt begründet die Bebauungspläne mit steigenden Einwohnerzahlen und dringend benötigtem Wohnraum.
Folgende Gründen sprechen gegen diese Pläne:
 1. Entwicklung der Einwohnerzahlen in Nürnberg
Die Einwohnerzahlen sind rückläufig. Seit Oktober 2019 sinkt die Zahl um 7.000 Einwohner von 537.086 im Oktober 2019 auf 530.116 im Juni 2021.
Studien des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung in Leipzig und des Ifo-Institutes in München prognostizieren in ihren Gutachten vom Juni 2021 für alle Großstädte mit mehr als 500.000 Einwohner einen Einwohnerrückgang von rd. 13%. Für Nürnberg bedeutet das rund 60.000 Einwohner weniger in den nächsten 2-5 Jahren. Mobiles Arbeiten wird den Strukturwandel beschleunigen.
 2. Regionale Versorgung und biologische Landwirtschaft
Die Corona-Pandemie hat uns die Verletzlichkeit der globalen Warenströme eindrücklich vor Augen geführt. Industrielle Landwirtschaft und die Abhängigkeit von anderen Ländern bei der Nahrungsmittelversorgung geben mittlerweile nicht nur Fachleuten zu denken. Die steigende Nachfrage nach „Regionalem und Bio“ war aber schon vor der Pandemie deutlich erkennbar.
In regionalen Produkten liegen darüber hinaus auch erhebliche Beschäftigungs- und Wertschöpfungspotenziale. In der Metropolregion Nürnberg wird dies seit über 3 Jahren in dem Forschungsprojekt "ReProLa" (Regionalspezifisches Landmanagement in Stadt-Land-Partnerschaften) untersucht. 
 3. Kulturlandschaft Knoblauchsland
Die geplanten Bebauungsgebiete liegen im südlichen Knoblauchsland, zählen zu einer kulturhistorisch bedeutsamen Landschaft und sind deshalb beim Bundesamtes für Naturschutz gelistet.
 4. Klima
Im Frühjahr 2021 legte das bayerische Umweltministerium die Klima-Prognose für den gesamten Freistaat vor. Im Extrem-Szenario zeigt sich ein Anstieg der Temperatur in Bayern um durchschnittlich 4,8 Grad bis zum Jahr 2100. Die nun nachgelieferten regionalen Auswertungen zeigen, dass es die fränkische Region besonders stark treffen wird.
Mit den jetzigen Bebauungsplanverfahren wird die bisher vorhandene Frischluftschneise mit bis zu 7-stöckigen querstehenden Wohnblocks verschlossen.
 5. Boden
In 0-100 Meter Bodentiefe sind Böden mit Abstand der größte terrestrische Speicher für organisch gebundenen Kohlenstoff. Dabei enthalten Böden in Grundwassernähe deutlich mehr Kohlenstoff. Böden können bis zu viermal so viel Kohlenstoff speichern wie die oberirdische Vegetation.
Im Wetzendorfer Landgraben und im Seegraben haben wir wechselfeuchte Böden mit vorrangiger Arten- und Biotopschutzfunktion. Diese Böden speichern mehr Kohlenstoff.
 Zitat Umweltbundesamt:
„Wir müssen ab sofort unsere vorhandenen landwirtschaftlich nutzbaren Flächen als unverzichtbare Ressource begreifen und diese für uns und unsere Nachkommen bewahren."
 6. Wasser- Grundwasser:
Das Gebiet zeichnet sich durch hohe bis sehr hohe Grundwasserstände aus. Gerade in Trockenzeiten (die in den letzten Jahren vermehrt aufgetreten sind) sind solche Gebiete extrem wichtig.
 6.1. Wasser - Überschwemmung:
Das Umweltamt hat Folgendes zum Thema Bauen in Überschwemmungsgebieten veröffentlicht:
„Bauen in vorläufig gesicherten und amtlich festgesetzten Überschwemmungsgebieten ist aus Gründen des Hochwasserschutzes gemäß § 78 Abs. 4 und 8 des Wasserhaushaltsgesetzes (WHG) grundsätzlich verboten, um die Hochwassersituation durch zusätzliche Bebauung nicht noch weiter zu verschärfen. Neue Baugebiete dürfen von der Gemeinde grundsätzlich gar nicht erst ausgewiesen werden. Für die Errichtung von baulichen Anlagen sind neben den Vorschriften des Baurechts auch spezielle Vorschriften des Wasserrechts zu beachten."
Die genannten Baugebiete sind davon in Teilen betroffen.
 7. Tiere:
Im Gebiet Schnepfenreuth Süd-West lebt die vom Aussterben bedrohte Haubenlerche. Von ihr gibt es deutschlandweit noch 1.700 - 2.700 Brutpaare. Ebenfalls siedeln dort die gefährdete Feldlerche und der stark gefährdete Kiebitz.
Im Wetzendorfer Landgraben leben einige geschützte Fledermausarten, zahlreiche hecken-, höhlen und bodenbrütende Vögel (das stark gefährdete Rebhuhn und die gefährdete Feldlerche) sowie der auf der roten Liste stehende Feldhase. Für Bodenbrüter ist dieses Gebiet künftig nicht mehr nutzbar.

Begründung

Wer sind wir?
Die Initiative Knoblauchsland ist eine Bürgerinitiative, die sich für den Erhalt des wertvollen Bodens im Knoblauchsland als Gemüseanbauland einsetzt und den Stopp der Bebauungspläne 4641 „Wetzendorf-Neu“ und 4649 „Schnepfenreuth Süd-West“ fordert.
Bezahlbarer Wohnraum ist wichtig! Doch das muss clever gelöst werden und im Einklang mit Klima- und Umweltschutz stehen.
Weitere Informationen finden Sie unter www.initiative-knoblauchsland.de
Bitte unterstützen Sie unser Anliegen mit Ihrer Unterschrift. Vielen Dank!
Hier noch Quellen und einige interessante Links:
https://www.statistik.bayern.de/mam/presse/2021/rbz5_780px.png
https://www.ifo.de/publikationen/2021/aufsatz-zeitschrift/wie-beeinflusst-die-corona-pandemie-die-wohnortpraeferenzen 
https://www.ufz.de/export/data/global/254276_DP_2021_3_Rink_etal.pdf
https://www.bfn.de/bedeutsame-landschaft/knoblauchsland
https://www.br.de/nachrichten/bayern/klima-report-4-8-grad-mehr-in-bayern-bis-2100,SPxQMZ6
https://www.stmb.bayern.de/assets/stmi/buw/baurechtundtechnik/iib4_hinweise_fuer_die_errichtung_und_erweiterung_von__gebaeuden_in_ueberschwemmungsgebieten_2013.pdf
https://nuernberg-stadt.bund-naturschutz.de/publikationen/pressemitteilungen/pressemitteilungen-2021/11/2021-stellungnahme-wetzendorfer-landgraben
https://www.stmuv.bayern.de/themen/klimaschutz/klimareport/?include_matomo=true
https://www.nuernberg.de/imperia/md/umweltamt/dokumente/service/gesamtbericht_bodenbrueter.pdf
https://www.nuernberg.de/imperia/md/stadtplanung/bet_foeb/2018/4641_wetzendorf_foeb_ub_20180206.pdf
https://reprola.de/das-projekt-reprola/die-grundidee/

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Stefan Lueghausen, Nürnberg
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Angaben zur Petition

Petition gestartet: 22.11.2021
Sammlung endet: 31.12.2024
Region: Nürnberg
Kategorie: Bauen

Neuigkeiten

  • Liebe Freunde des Knoblauchslands, heute, Donnerstag, 12. März 2026, um 20:15 Uhr, berichtet die Sendung "quer" im 3. Programm des Bayerischen Fernsehen zum Thema Flatterband im Brutgebiet - Wohnbau-Schutz vor Artenschutz? über das Bebauungsgebiet Wetzendorf . Inhalt: Im Knoblauchsland, dem renommierten Gemüseanbaugebiet um Nürnberg, scheint es seit Jahrhunderten eine friedliche Koexistenz zwischen Bodenbrütern und Landwirtschaft zu geben. Immerhin ist es das letzte große Kiebitz-Brutgebiet in Nordbayern. Doch nun sollen 23 Hektar einer Neubausiedlung weichen. Kiebitz und Co. sind zwar streng geschützt und ihre Anwesenheit würde Baumaßnahmen im Weg stehen, aber auf einmal stehen überall Flatterbänder im Gelände, um die Tiere zu vergrämen. Illegal, sagt der Bund Naturschutz. Doch auch die Stadt argumentiert mit Artenschutz. Nur so könne man die Tiere schonend vom Gebiet fernhalten und zum Umzug in ein anderes Brutgebiet motivieren.

  • Sehr geehrte Damen und Herren,
    liebe Unterstützer,

    in den vergangenen Tagen haben sich die Ereignisse rund um den Bebauungsplan Wetzendorf überschlagen. Die Landwirte vor Ort wurden aufgefordert, auf den betroffenen Flächen Flatterbänder als Vergrämungsmaßnahme für Bodenbrüter anzubringen. Diese sollen verhindern, dass insbesondere der Kiebitz dort zu brüten beginnt.

    Eine Nachfrage des Bund Naturschutz bei der unteren Naturschutzbehörde ergab, dass diese Maßnahmen der Vorbereitung archäologischer Grabungen dienen sollen. Dies widerspricht den Angaben aus den Bauvorbescheiden, in denen den Bauträgern mitgeteilt wurde, dass alle denkmalrelevanten Untersuchungen bereits abgeschlossen seien.

    Auf erneute Nachfrage beim Bürgermeisteramt teilte der Leiter des Amtes mit, dass die Maßnahmen der Vorbereitung der Erschließungsarbeiten und Tiefbaumaßnahmen dienten und rechtmäßig seien. Nach Einschätzung der Stadt hat unsere eingereichte Normenkontrollklage keine aufschiebende Wirkung; eine Verzögerung des Projekts sei daher nicht zu vertreten.

    Die Rechtsanwaltskanzlei, die unsere Interessen vertritt, hat die Stadt heute aufgefordert, die Vergrämungsmaßnahmen sofort zu stoppen, da sie spätestens ab dem 01.03.2026 – dem Beginn der Brutzeit – rechtswidrig sind und gegen artenschutzrechtliche Zugriffsverbote verstoßen.

    Die Antwort der Stadt lautet zusammengefasst:

    • Die Vergrämungsmaßnahmen sind Auflagen aus dem Bebauungsplan Nr. 4641 A Wetzendorf und dienen der Vorbereitung archäologischer Arbeiten sowie nachfolgender Tiefbaumaßnahmen.
    • Sie erfolgen unter Begleitung einer ökologischen Baubegleitung.
    • Ein Verbotstatbestand nach § 44 BNatSchG liege nicht vor, da bereits Vorabmaßnahmen zum Artenschutz durchgeführt worden seien.
    • Die Maßnahmen seien notwendig, rechtmäßig und würden fortgeführt.
    • Eine detaillierte artenschutzrechtliche Stellungnahme erfolge im Rahmen des Normenkontrollverfahrens.

    Heute wurden zudem unter Aufsicht des Stadtplanungsamtes weitere Flatterbänder im Bereich des geplanten Wetzendorfer Parks angebracht.

    Die Presse ist informiert. Wir halten Sie über alle weiteren Entwicklungen auf dem Laufenden.

    Mit freundlichen Grüßen
  • Liebe Unterstützer,
    sehr geehrte Damen und Herren,

    Klaus-Peter Murawski, Staatsminister a. D. und seit 2021 Vorsitzender des BUND Naturschutz Nürnberg, spricht in einem aktuellen Podcast mit dem bekannten Podcaster Bastian Köhler über die Zukunft des Knoblauchslands.

    In klaren Worten erläutert er,
    – warum eine Bebauung im Knoblauchsland – insbesondere am Wetzendorfer Landgraben – gravierende Folgen hätte,
    – weshalb wertvolle Gemüseanbauflächen, Biotope und geschützte Lebensräume dauerhaft verloren gingen,
    – und welche realistischen Alternativen es für die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum in Nürnberg gibt – ohne weitere Grün- und Landwirtschaftsflächen zu zerstören.

    Der Podcast verbindet Fachkenntnis, politische Erfahrung und konkrete Lösungsansätze. Es geht nicht um „Bauen oder Nicht-Bauen“, sondern um die Frage: Wo und wie bauen wir verantwortungsvoll?

    Fast 3.000 Menschen haben bereits reingehört und sich informiert.

    Hier der Link: www.youtube.com/watch?v=IMMEAK13pLA

    Unsere klare Empfehlung: Nehmen Sie sich die Zeit. Hören Sie rein. Bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Und teilen Sie die Folge gerne weiter.

    Je mehr Menschen die Hintergründe kennen, desto stärker wird unsere gemeinsame Stimme für den Erhalt des Knoblauchslands.

    Viele Grüße und einen schönen Sonntagabend.
    Ihre Initiative Knoblauchsland

Besser wieder mehr Weideflächen oder Moore als Wohngebiete im Knoblauchsland

Das Knoblauchsland bleibt zu 99% erhalten trotz der Bebauungsplans. Es ist nur ein kleiner Teil. Dafür entsteht soziale Infrastruktur, es wird Durchgangsverkehr reduziert und das Viertel wächst zusammen. Das ist eine faire Abwägung.

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