Mietrecht stärken - Umwandlungen stoppen und Sperrfrist verlängern!

Petition richtet sich an:
Landtag

3.454 Unterschriften

Sammlung beendet

3.454 Unterschriften

Sammlung beendet

  1. Gestartet Februar 2026
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung

Petition richtet sich an: Landtag

Wir fordern, Mietrechte zu stärken!
Wir fordern ein Verbot für die Umwandlung von Mietshäusern in Wohneigentum!
Wir fordern, die Kündigungssperrfrist auf zehn Jahre zu verlängern!

Wir fordern vom Parlament und von der Landesregierung Brandenburg einen sofortigen Mieterschutz für angespannte Wohnungsmärkte, indem sie jeweils eine Landesverordnung erlassen,

  • die ein Umwandlungsverbot von Mietshäusern in Wohneigentum gemäß § 250 BauGB und § 172 Absatz 4 BauGB ermöglicht und
  • die Kündigungssperrfrist nach Wohnungsverkäufen gemäß § 577a BGB von drei auf zehn Jahre verlängert.

Begründung

Wir sind Mieter:innen in Häusern in mehreren Stadtteilen von Potsdam und in Regionen Brandenburgs, die akut davon bedroht sind, ihre Mietwohnungen durch Umwandlung und Verkauf zu verlieren. 

Es herrscht Wohnungsnot:
Die Wohnungslage in Potsdam und rund um Berlin ist mehr als angespannt.
Es ist nahezu unmöglich, bezahlbare Mietwohnungen zu finden. Ein Gutachten der Landesregierung von 2025 kommt ebenfalls zum Schluss, dass in 36 Brandenburger Kommunen angespannte Wohnungsmärkte vorherrschen (https://2wp.de/Q7). 

Umwandlung in Eigentumswohnungen bedroht unser Zuhause:
Durch Eigenbedarfskündigungen können Mieter:innen von Eigentumswohnungen auf die Straße gesetzt werden. Gleichzeitig wird die Immobilienspekulation mit der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen weiter angeheizt. Ohne das eine einzige bezahlbare Wohnung neu gebaut wird, verdienen viele Immobilienunternehmen überwiegend ihr Geld mit dem Kauf und Verkauf von Wohnungen – und am besten lässt sich mit Eigentumswohnungen spekulieren, denn ihr Wert steigt stärker als der Wert von Mietwohnungen (Vgl. https://2wp.de/Qd).

Eigenbedarfskündigungen gefährden unser sicheres und soziales Leben:
Unsere Wohnungen sind Teil unserer Lebensgeschichten: Hier sind wir aufgewachsen, haben Familien gegründet, unsere Kinder großgezogen - viele von uns blicken auf gelebte Jahrzehnte in ein und derselben Wohnung zurück. Es ist unser Lebensmittelpunkt, unsere Nachbarschaft, unsere sozialen Beziehungen, die mit unserem Wohnort verbunden sind.

Umwandlungsverbot und Kündigungssperrfrist von zehn Jahren!
Zum Schutz von Altmieter:innen ist ein Kündigungsverbot in verkauften Wohnungen notwendig.
Mindestens aber sollte die Kündigungssperrfrist konsequent von drei auf zehn Jahre verlängert werden.
Eine Verlängerung der Kündigungssperrfrist und damit der Schutz vor Eigenbedarfskündigungen würde uns Mieter:innen nicht nur Luft verschaffen und den Älteren unter uns einen ruhigeren Lebensabend bescheren. Eine längere Kündigungsbeschränkung von zehn Jahren würde den Verkauf von Wohnungen unattraktiver machen, so dass das Tempo der Immobilienspekulation insgesamt gebremst wird.
Unsere Forderungen werden bereits in anderen Bundesländern wie Berlin, Bayern und Hamburg umgesetzt. Gerade der äußerst angespannte Wohnungsmarkt in Potsdam und im Berliner Speckgürtel sollte genug Anlass bieten, sich dieser wirkungsvollen Praxis anzuschließen. (Vgl. https://2wp.de/TV)

Ansonsten erfreuen sich Kapitalanleger und Immobilienunternehmen weiterhin an dem unregulierten Mietwohnungsmarkt auf Kosten von uns Mieter:innen – und das in direkter Nachbarschaft von Berlin mit strengeren Regeln!

Brandenburg darf keine uneingeschränkte Spielwiese für dubiose und rein gewinnorientierte Immobilienfirmen sein!
Die Immobilienspekulation geht oft mit aggressiver Steuervermeidung einher. So sind ein Teil unserer Wohnungen im Eigentum von Briefkastenfirmen u.a. mit Sitz in Luxemburg. Die Eigentümer der undurchsichtigen Unternehmensstrukturen sind nicht ansprechbar, die Instandhaltung der Häuser für sie nur ein lästiges Übel.
Aber auch regionale Immobilienunternehmer wie Wolfhard Kirsch in Potsdam stehen in Kritik (Vgl. https://2wp.de/Td). Nach Erfahrungen von Betroffenen setzen sie Mieter:innen unter Druck. Diese sollen ihre langjährigen Mietwohnungen verlassen, damit die Unternehmen die leer gezogenen Mietwohnungen mit maximalem Gewinn verkaufen können. Das geforderte Umwandlungsverbot und die Verlängerung der Kündigungssperrfrist tragen dazu bei, uns Mieter:innen vor solchen Geschäftspraktiken zu schützen.

Es ist Zeit zu handeln!

Erstunterzeichnende: 227 Privatpersonen und
28 Organisationen, darunter:
Mieterinitiative Bornstedt
Mieter-Interessengemeinschaft der Wohnungsgenossenschaft "Karl Marx"
Bürger*inneninitiative "Am Telegrafenberg"
Die Tuchmacher e.V.
BI MieterInnen in Babelsberg
Holger Catenhusen, Geschäftsführender Vorstand, Mieterverein Potsdam und Umgebung e. V.
Angela Schweers, Vorstandsvorsitzende, AWO Potsdam
Netzwerk Stadt für Alle Potsdam
Stadtteilgewerkschaft Waldstadt Solidarisch
SPD-Stadtfraktion Potsdam
Bündnis 90/Die Grünen: LV Brandenburg u. KV Potsdam
Wählergruppe u. Fraktion DIE aNDERE
DIE LINKE Brandenburg und Kreisverbände/Fraktionen: Potsdam, Barnim, Oberhavel, Regionalverband Teltow-Kleinmachnow-Stahnsdorf-Nuthetal, Dahme-Spreewald, Fürstenwalde, Zeuthen, Landkreis Havelland, Kreistag Oder-Spree
Isabelle Vandre, MdB DIE LINKE

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, MieterInnengemeinschaft Jung & Alt, Potsdam
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 08.02.2026
Sammlung endet: 15.09.2026
Region: Brandenburg
Kategorie: Wohnen

Neuigkeiten

  • Die MieterInnengemeinschaft Jung & Alt aus Potsdam-West übergibt heute dem Brandenburger Landtag und der Landesregierung die Petition „Mietrecht stärken – Umwandlungen stoppen und Sperrfrist verlängern!“ mit 3.679 Unterschriften. Zugleich beantragt die Initiative eine erneute Befassung des Petitionsausschusses.

    Um eine möglichst schnelle Behandlung zu erreichen, hatte die Initiative die Petition bereits im Februar 2026 mit 227 Erstunterzeichnenden und 28 unterstützenden Organisationen beim Petitionsausschuss eingereicht.
    Die Initiative fordert, die Kündigungssperrfrist auf zehn Jahre zu verlängern und die bestehenden gesetzlichen Möglichkeiten für ein Umwandlungsverbot zu nutzen. Für die MieterInnen aus drei Häusern in Potsdam-West drängt die Zeit: Sie sind selbst von Wohnungsverkäufen und einer anschließenden Verdrängung durch Eigenbedarfskündigungen bedroht.

    Äußerst angespannter Wohnungsmarkt in Potsdam – warum reicht das nicht?
    Die MieterInnengemeinschaft kritisiert die bisherige Befassung durch den Petitionsausschuss und das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung. Es fehlt ein konkreter Zeitplan zur Umsetzung der Landesverordnungen, während eine zentrale Frage verkannt wird:
    Für den präventiven Schutz vor Eigenbedarfskündigungen ist entscheidend, ob die Versorgung mit Mietwohnungen besonders gefährdet ist – nicht erst, ob bereits eine bestimmte Zahl von Umwandlungen und Eigenbedarfskündigungen nachgewiesen werden kann.

    Die Landesregierung hat die angespannte Wohnungsmarktlage in Potsdam selbst erst 2025 erneut wissenschaftlich untersuchen lassen*. Dennoch verweist das Ministerium für eine Verlängerung der Kündigungssperrfrist und für eine Landesverordnung zum Umwandlungsverbot auf fehlende Daten zu Umwandlungen und Eigenbedarfskündigungen.
    Die MieterInnengemeinschaft hält diese Anforderung für nicht nachvollziehbar. Auch in anderen Bundesländern wie in Bayern, Hamburg und Berlin wurden entsprechende Schutzverordnungen auf Grundlage der angespannten Wohnungsmarktlage erlassen, ohne dass dafür eine umfassende Statistik zu Eigenbedarfskündigungen und Umwandlungen vorausgesetzt wurde.

    Hinzu kommt: Für Eigenbedarfskündigungen existiert bundesweit keine vollständige amtliche Statistik. Außergerichtliche Kündigungen, Aufhebungsverträge oder Auszüge vor einem gerichtlichen Verfahren werden nicht vollständig erfasst. Das Fehlen umfassender Daten kann daher nicht ohne Weiteres als Beleg dafür dienen, dass die Verdrängung durch Eigenbedarf gering ist.
    Gerade deshalb kritisiert die MieterInnengemeinschaft die Argumentation des Ministeriums, wonach die Bedeutung von Verdrängung durch Eigenbedarf nicht ausreichend belegt sei.

    Petition soll erneut geprüft werden
    Mit dem Antrag auf Neubefassung fordert die MieterInnengemeinschaft eine erneute Prüfung insbesondere dieser Fragen:

    • Warum reichen die 2025 erneut wissenschaftlich festgestellte Anspannung des Potsdamer Wohnungsmarktes und dessen Datengrundlagen nicht aus, um eine Verlängerung der Kündigungssperrfrist zu prüfen?
    • Auf welcher gesetzlichen Grundlage werden darüber hinaus umfangreiche Nachweise zu Umwandlungen und Eigenbedarfskündigungen verlangt?
    • Wie ist diese Anforderung mit dem Gesetzeswortlaut und der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs vereinbar?

    Weiterhin fordert die Initiative einen konkreten Zeitplan für die Umsetzung der geforderten Landesverordnungen.

    3.679 Unterschriften für mehr Schutz vor Verdrängung
    Die Petition stößt auf breite Unterstützung. Bereits zum Start im Februar hatten 227 Erstunterzeichnende und 28 Organisationen die Forderungen unterstützt.

    Auf der Petitionsplattform wurden zudem mehr als 560 Kommentare abgegeben. 3.679 Menschen haben unterschrieben. Die Landesregierung hat die angespannte Wohnraumsituation in Potsdam selbst erneut festgestellt. Aus Sicht der MieterInnengemeinschaft ist es deshalb höchste Zeit, dass diese Erkenntnis auch Konsequenzen für den Schutz vor Verdrängung hat. Die Initiative fordert den Landtag und die Landesregierung auf, die gesetzlichen Möglichkeiten für einen stärkeren Mieterschutz zu nutzen und die notwendigen Landesverordnungen endlich auf den Weg zu bringen.

    Mieten-Demonstration am 10.10.
    Die Initiative wird für ihr Anliegen weiter Druck machen. Als Nächstes ruft sie gemeinsam mit einem breiten Bündnis zur Mieten-Demonstration am 10.10.2026 in Potsdam auf.

    *https://mil.brandenburg.de/sixcms/media.php/9/barrierefreies%20Gutachten.pdf

    Antwort des Petitionsausschusses: https://potsdam-stadtfueralle.de/wp-content/uploads/2026/09/2026-07-Petitionsausschuss.pdf

    Antrag auf erneute Befassung: https://potsdam-stadtfueralle.de/wp-content/uploads/2026/09/2026-09-09_Petition_Antrag-auf-erneute-Befassung.pdf

    Ausführliche Infos: https://potsdam-stadtfueralle.de/2026/09/16/brandenburg-blockiert-wirksamen-mieter-und-wohnraumschutz/

    Mieten-Demonstration am 10.10.2026: https://potsdam-stadtfueralle.de/category/mietendemo-10-10/

Die Unwandlung von Mietshäusern in Eigentumswohnungen verstärkt Verdrängung und sozialen Unfrieden. Eine Sperrfrist schützt Mieter zumindest eine Zeitlang. In Berlin ist das bereits Praxis.

Ein Haus zu bauen, liegt in der Natur des Menschen, Miete zahlen nicht. Es gibt keine "Umwandlung": Bei der Bildung von Wohneigentum wird ein Eigentum in mehrere Einheiten geteilt; nichts wird umgewandelt: Mietwohnungen bleiben Mietwohnungen. Mieter haben bis zu 10 Jahren Kündigungsschutz, sodass Eigenbedarf nicht greift. Verbote bauen keine Wohnungen. Es braucht mehr Wohnraum, um die Wohnungsnot zu beenden, nicht mehr Regulierung. Eigentum beendet die lebenslange Abhängigkeit von der Miete!

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