Region: Potsdam

Stoppt den Turmbau in der Medienstadt – für eine maßvolle Bebauung von Potsdam-Babelsberg!

Petition richtet sich an
Bauausschuss & Stadtverordnetenversammlung Potsdam

2.220 Unterschriften

Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.

2.220 Unterschriften

Petent hat die Petition nicht eingereicht/übergeben.

  1. Gestartet 2022
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht am 10.04.2024
  4. Dialog
  5. Gescheitert

Petition richtet sich an: Bauausschuss & Stadtverordnetenversammlung Potsdam

Mitten in Babelsberg zwischen Filmstudios, Schulcampus und Wohnsiedlungen soll ein gewaltiger und völlig überdimensionierter Bürohochhaus-Komplex entstehen. Geplant wird mit 300 Mio. € Baukosten, mehr als 60 Meter Höhe und 5.000 Arbeitsplätzen. (1)
Das wäre eines der größten Büro-Bauvorhaben im Land Brandenburg (2). Nur 14 Tage sind zwischen der Vorstellung im Bauausschuss und der Festlegung auf diesen Entwurf vergangen (3), die Suche nach Alternativen und somit der besten Lösung für Potsdam ist von der Stadt offensichtlich nicht gewünscht. Über Jahrzehnte entwickelte Bauleitplanung und damit geltendes Baurecht wird konterkariert.
Unterstützen Sie uns mit Ihrer Stimme, den Bau zu stoppen, um im Gegenzug eine bedarfsgerechte, integrative und ökologische Bebauung für Babelsberg möglich zu machen!
Die Bebauung muss sich an den Bedürfnissen der Menschen ausrichten. “Als Bürgermeister werde ich dafür sorgen, dass wir Potsdamerinnen und Postdamer das Tempo bestimmen und nicht die Investoren” (4). Genau mit diesem Statement hat Mike Schubert (OB Potsdam, SPD) vor seiner Wahl geworben. Dies sollte die Leitline für eine umsichtige und bürgernahe Stadtentwicklung werden.
Für ein Projekt dieser Größenordnung müssen die folgenden Themenfelder in den Fokus der Diskussion rücken:

  • (a) Tansparente öffentliche Willensbildung
  • (b) Adäquate Bedarfsanalyse
  • (c) Infrastruktur und Stadthaushalt
  • (d) Ökologie und Nachhaltigkeit
  • (e) Einbettung in das Quartier

Begründung

(a) Transparente öffentliche Willensbildung - Kein Investoren-getriebenes Verfahren
Das städteplanerische Verfahren, welches die Abwägung unterschiedlicher Interessen zu berücksichtigen hat, wird komplett auf den Kopf gestellt. Es hat keine öffentliche Willensbildung stattgefunden, die eine Änderung des Bebauungsplans in dieser Größenordnung rechtfertigt (5). Auf Basis nicht realitätsgetreuer Darstellungen durch das Büro Libeskind (Stichwort: "Babelsberg hat keine Hochhaus-Skyline wie New York" (6)) hat der Bauausschuss entschieden, dass es keinen Architektenwettbewerb geben soll. Dieses Vorgehen steht in klarem Widerspruch zur Kooperationsvereinbarung (7) von SPD, GRÜNE und LINKE. Es braucht alternative Vorschläge, damit die für Potsdam beste Lösung gefunden werden kann!
(b) Adäquate Bedarfsanalyse – mehr Wohnraum wird benötigt
Ein Bedarf für 5.000 Arbeitsplätze im Bereich Medien und Wissenschaft existiert am Standort Babelsberg selbst nach den Erhebungen der Verwaltung nicht! Das „Stadtentwicklungskonzept Gewerbe 2030“ (8) geht von nur ca. 2.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen bis 2030 für Wissenschaft, IT und Medien in ganz Potsdam aus. Was Potsdam dringend benötigt, ist bezahlbarer Wohnraum zur Vermeidung weiter stark steigender Mieten. Das aktuelle Konzept berücksichtigt dies in keiner Weise!
(c) Infrastruktur und Stadthaushalt – Investitionskosten in Millionenhöhe für die Stadt?
Durch die Schaffung des Gebäudekomplexes wird es zu einer Erhöhung des Verkehrs kommen. Die heutige Infrastruktur am Standort ist dafür nicht ausgelegt (Straßen, ÖPNV mit DB-Regionalverkehr, Buslinien, aber ohne Tramanbindung und fehlende Kitas & Schulen). Des Weiteren würden 5.000 neue Arbeitsplätze einen erheblichen Zuzug nach sich ziehen und die Nachfrage nach Wohnraum zusätzlich steigern. Die Stadt wäre gezwungen, in den nächsten Jahren stark in die öffentliche Infrastruktur zu investieren und zwar aufgrund der angespannten Haushaltslage wohl zu Lasten anderer wichtiger Projekte.
(d) Ökologie und Nachhaltigkeit – kein Gebäude für das 21. Jahrhundert
Die enge Bebauung und großräumige Versiegelung der Fläche würde u.a. zur Aufhitzung des bebauten Areales und der Umgebung führen. Durch eine Unterbindung der flächenhaften Versickerung von Regenwasser käme es zur Austrocknung der oberen Bodenschichten. Aufgrund des zu erwartenden Anstieges des Individualverkehrs ist ferner mit mehr Luftschadstoffen und Lärm zu rechnen. In der Folge sind nachteilige Veränderungen des vorhandenen Ökosystems zu erwarten, beispielsweise für die vorhandenen Bäume als grüne Lunge und Lebensraum der Tier- und Insektenwelt. Darüber hinaus ist nicht bekannt, ob und wie der geplante Komplex energieautark und emissionsneutral funktionieren kann. Bei dem Komplex ist ein zukunftsorientiertes Konzept für das 21. Jahrhundert nicht erkennbar (9), obwohl Potsdam 2019 den Klimanotstand erklärt hat mit der Selbstverpflichtung, Klimaauswirkungen bei allen Beschlüssen zu prüfen. (10)
(e) Einbettung in das Quartier – ein Fremdkörper in der Umgebung
Der Komplex ist für die Medienstadt massiv überdimensioniert; das “En­semb­le könn­te an der achtspu­ri­gen A5 ste­hen und die Ein­fahrt nach Mann­heim mar­kie­ren” (11). Neubauten müssen sich nach den rechtlichen Vorgaben in die bestehende Bebauungsstruktur einfügen, das Areal der Medienstadt ist aber umgeben von Wohngebieten im Norden, Westen und Osten und von niedergeschossigen Gewerbebauten im Süden. Das Ziel, das Areal der Medienstadt nach außen zu öffnen, wird durch den Bau nicht erreicht.
E-Mail: petition-medienstadt@gmx.de
Bei einem derartigen Bauprojekt gibt es viele Aspekte, die diskutiert werden müssen. Schreiben Sie Ihre Gedanken zu den Themen Bedarf, Soziales, Verkehr, Medienwirtschaft, Umweltschutz, Finanzpolitik, Gesundheit, Stadtentwicklung, Denkmalschutz, Architektur und Bürgerbeteiligung gern in die Kommentare!

  1. BauNetz, 13.12.2021, Link.
  2. Immobilien Aktuell Magazin, 30.03.2020, Link.
  3. Vorlage - 21/SVV/1209, abgerufen am 10.01.2022, Link
  4. Zukunftsprogramm, S. 4, Link.
  5. Märkische Allgemeine vom 20.11.2021, Seite 17 / Potsdam | Potsdamer Zeitung, S. 17, Link.
  6. Potsdamer Neueste Nachrichten vom 03.01.2022, 22:30 Uhr, Link.
  7. Kooperationsvereinbarung, Potsdam, 11. September 2019, Link.
  8. Stadtentwicklungskonzept Gewerbe der Landeshauptstadt Potsdam 2030, Berlin, 17.12.2020, Link.
  9. Vorlage - 20/SVV/0061 sowie Vorlage - 21/SVV/1209 mit den jeweiligen Anhängen.
  10. Pressemitteilung Nr. 499 vom 14.08.2019, Link.
  11. Märkische Allgemeine vom 07.12.2021, Seite 14 / Potsdam | Potsdamer Zeitung, Link.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Dirk Bumann, Potsdam
Frage an den Initiator
Bild mit QR code

Abrisszettel mit QR Code

herunterladen (PDF)

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 15.01.2022
Sammlung endet: 07.04.2024
Region: Potsdam
Kategorie: Bauen

Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützende,

    es gibt wieder ein Update zum B-Plan 119. Auf Seite 1 der Potsdam-Beilage deckt die Märkische Allgemeine Zeitung am 10.2.2026 auf, dass eine Vielzahl von Baugenehmigung im Areal der Medienstadt höchst zweifelhaft erteilt worden sind.

    Nachdem wir im letzten Update berichtet hatten, dass unsere Petition zurückgewiesen werden sollte und die Diskussion des BPlans 119 im Ausschuss für Stadtentwicklung, Bauen, Wirtschaft und Entwicklung des ländlichen Raums (SBWL) von der Verwaltung mehrfach verschoben worden ist, zeigt sich nun, dass unsere wesentliche Forderungen nach transparentem Verfahren und einer Erarbeitung von echten Lösungsvorschlägen überhaupt nicht durch die Verwaltung erfüllt werden.

    Ganz im Gegenteil (!) - auf Basis des noch nicht fertig gestellten BPlans 119, der eigentlich durch die Stadtverordnetenversammlung von Potsdam als Satzung verabschiedet werden muss und dann erst rechtswirksam wird (bevor Baugenehmigungen erteilt werden dürfen), hat die Verwaltung im großen Stil Baugenehmigungen erteilt. Dies betrifft u.a. das Parkhaus in der Großbeerenstraße, die Eigentumswohnungen im Komplex "The Seven" oder die Gewerbebauten im Bogen in der Marlene-Dietrich-Allee.

    All diese Baugenehmigungen sind höchstproblematisch, da wesentliche kritische Stellungnahmen aus der 1. und 2. Offenlegung (2019 und 2022) wie z.B. Stellungnahmen der unteren Naturschutz- und der untere Wasserbehörde nicht abgewogen und berücksichtigt worden sind.

    Im Anhang findet Ihr den Artikel aus der MAZ vom Dienstag (10.2.2026) - am gleichen Tag tagte der Bauausschuss (SBWL), wo unter dem Tagesordnungspunkt 6 ein Update zum BPlan 119 durch die Verwaltung diskutiert worden ist. Einen Link zur Agenda im Ratsinformationssystem findet ihr hier:

    egov.potsdam.de/public/to010?SILFDNR=2001628&refresh=false

    Ein Update zum Bauausschuss-Termin vom Dienstag (10.2.2026) folgt ...

    Viele Grüße
    Bürgerinitiative Medienstadt

Sozialer Wohnraum ist übergroßen Büroräumen vorzuziehen. Nachhaltigkeit heißt, Energie-/Ressourcenverschwendung zu verhindern. Die Bauindustrie gehört zu den größten Klimasündern¹. Umsomehr muss Bauen bedarfsorientiert sein. Man sollte die kapital-basierte Investoren-Herrschaft nicht ausweiten, inkl. Rendite aus Bürokomplexen, die zur Selbstbevorteilung einer Gruppe führt. Das könnte die Nutzbarkeit für andere Bedürfnisbefriedigung der Menschen verringern.

Noch kein CONTRA Argument.

Helfen Sie mit, Bürgerbeteiligung zu stärken. Wir wollen Ihren Anliegen Gehör verschaffen und dabei weiterhin unabhängig bleiben.

Jetzt fördern