Region: Bonn

Hände weg von Umweltspuren und Radwegen! Radverkehr in Bonn fördern, nicht behindern

Petition richtet sich an
Stadtrat der Stadt Bonn, Oberbürgermeister Guido Déus

10.785 Unterschriften

100 %
8.453 von 2.500 für Quorum in Bonn Bonn

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  1. Gestartet 15.06.2026
  2. Sammlung noch > 4 Monate
  3. Einreichung
  4. Dialog mit Empfänger
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Petition richtet sich an: Stadtrat der Stadt Bonn, Oberbürgermeister Guido Déus

Der Bonner Stadtrat hat angesichts des Verkehrschaos nach Sperrung der Nordbrücke am 11. Juni 2026 mit den Stimmen von CDU, SPD, FDP, BBB und AFD beschlossen, die Radspuren auf der Oxfordstraße und der Adenauerallee zu entfernen und den Autoverkehr dort wieder vierspurig zu führen. Wo kein Schutzstreifen möglich ist, soll der Radverkehr schlicht verboten werden (Quelle: Ratsbeschluss).

Wir fordern: Die Radspuren auf Oxfordstraße und Adenauerallee müssen erhalten bleiben, der Wechsel aufs Rad unterstützt und gefördert werden.

Jetzt, in dieser akuten Mobilitätskrise, braucht Bonn das Fahrrad mehr denn je. Sogar der ADAC-Mobilitätsexperte Prof. Roman Suthold empfiehlt im Kölner Stadt-Anzeiger, in der Krisensituation keine Fahrrad- und Umweltspuren für den Autoverkehr zu opfern.

Begründung

Oxfordstraße: Alternativlos und unsicher ohne Radspur

Die Oxfordstraße ist die wichtigste Ost-West-Verbindung für den Radverkehr in der Bonner Innenstadt. Eine gleichwertige Alternative gibt es nicht, da parallele Führungsmöglichkeiten im Straßennetz schlicht nicht vorhanden sind.

Dort soll der Radfahrstreifen nun einem Schutzstreifen weichen oder ganz entfallen. Was das bedeutet: Radfahrende teilen sich die Fahrbahn mit Lkw und Autos im Stau, mit einem gestrichelten Strich als einzigem Schutz. Untersuchungen belegen, dass der vorgeschriebene Überholabstand auf solchen Streifen regelmäßig unterschritten wird, außerdem ist fraglich, ob die Menschen dort mit dem Rad überhaupt noch durchkommen. Bestehende Schutzstreifen sind im Stau regelmäßig komplett mit Autos vollgestellt, wie etwa in der Römerstraße zu beobachten ist.

Und was bringt das Ganze? Voraussichtlich wenig bis gar nichts. In der Verkehrsplanung gilt das Flaschenhalsprinzip: Die Leistungsfähigkeit eines Straßenzuges wird maßgeblich durch seine Engpässe bestimmt. Solange die Engpässe auf der Kennedybrücke selbst und auf anderen zwangsweise einspurigen Abschnitten wie der Thomastraße oder am Combahnfriedhof bestehen bleiben, wird sich der Stau durch die Beseitigung einiger einspuriger Abschnitte nur verlagern, aber nicht verschwinden.

Adenauerallee: Kein Stauhelfer, aber ein Politikum

Die Adenauerallee hat keine direkte Entlastungsfunktion für die gesperrte Nordbrücke und darüber hinaus auch zwei einspurige Passagen auf knapp zwei Kilometer Länge. Der Beschluss, auch hier den Radverkehr zu verdrängen, lässt sich verkehrlich kaum begründen, wohl aber politisch: Die CDU bekämpft die Radspur auf der Adenauerallee seit Jahren als ideologische Unvernunft. Nun scheint sie in der Ausnahmesituation die Gelegenheit zu sehen, Fakten schaffen zu können.

Die vorgeschlagenen Ausweichrouten über Kaiserstraße und Rheinufer sind kein gleichwertiger Ersatz für alle, die entlang der Adenauerallee zur Schule gehen, studieren oder arbeiten.

Das Fahrrad entlastet alle, auch den Autoverkehr

Wer jetzt auf das Rad umsteigt, nimmt ein Auto von der Straße und erleichtert die Situation damit nicht zuletzt für all diejenigen, die nicht wechseln können, etwa Handwerker, mobilitätseingeschränkte Personen oder diejenigen, die einen sehr weiten Weg haben. Die Menschen, die seit dem 3. Juni täglich auf das Fahrrad umgestiegen sind, sorgen dafür, dass der Kollaps nicht noch schlimmer ist. Wer sie jetzt derartig verdrängt, sorgt dafür, dass sie ins Auto zurückkehren, mit dem Ergebnis von mehr Stau, nicht weniger.

Bonn hat mit dem Radentscheid 2021 versprochen, zur Fahrradstadt zu werden. Dieses Versprechen ausgerechnet dann zu brechen, wenn das Fahrrad beweist, dass es unverzichtbar ist und ungemeine Potentiale bietet, wäre eine Entscheidung gegen die Sicherheit aller, die täglich Rad fahren und jene, die es in der neuen Situation erstmals ernsthaft in Betracht ziehen.

Wir fordern den Rat der Bundesstadt Bonn auf, die Beschlusspunkte 1.6, 1.7 und 1.8 zurückzunehmen und stattdessen das zu tun, was diese Krise wirklich braucht: Radverkehr fördern, nicht verbieten.

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 15.06.2026
Sammlung endet: 14.12.2026
Region: Bonn
Kategorie: Verkehr

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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    seit heute Nachmittag ist es amtlich: Die Stadt Bonn wird das Radfahren auf Teilen der Adenauerallee und der Oxfordstraße verbieten!

    Was genau ist geplant? – Auf der Adenauerallee wird das Radfahren zwischen Bundeskanzlerplatz und Weberstraße in beiden Fahrtrichtungen verboten. Das bedeutet, Ziele wie das Museum Koenig, das Bundesamt für Justiz und viele weitere Institutionen können nicht mehr mit dem Rad erreicht werden. Zwischen Weberstraße und Koblenzer Tor soll die sichere Radspur durch einen einfachen Schutzstreifen ersetzt werden, sodass Platz für zwei Kfz-Spuren in jede Richtung entsteht. Das Video des Radentscheids aus der Zeit vor dem Umbau der Adenauerallee zeigt, wie unsicher das Radfahren auf dem Schutzstreifen war und wieder sein wird.

    Auf der Oxfordstraße wird in Fahrtrichtung Westen die Umweltspur zwischen Maarhofplatz und Bornheimer Straße durch zwei Kfz-Spuren und einen Schutzstreifen ersetzt. Hier verliert nicht nur der Radverkehr: Auch die Busse werden im Stau stehen. In Fahrtrichtung Osten wird das Radfahren auf der Oxfordstraße zwischen Budapester Straße und Wilhelmstraße verboten. Radfahrende sollen zukünftig über die Budapester Straße, den Friedensplatz und die Wilhelmstraße fahren – eine Route, die auch von 19 Buslinien genutzt wird und auf der Radfahrende an der Haltestelle Friedensplatz zwischen an- und abfahrenden Bussen keinen sicheren Weg haben.

    Wir haben schon über 9.000 Unterschriften gegen diese Unvernunft gesammelt! Das ist super, aber angesichts der nun vorliegenden Planungen der Stadt müssen es noch viel mehr werden! Lasst uns zeigen, dass wir nicht damit einverstanden sind, dass die Krisensituation genutzt wird, um wichtige Radinfrastruktur zu demontieren. Wir brauchen sichere Radwege jetzt mehr denn je, denn sie sind Teil der Lösung!

    Deshalb: Teilt diese Petition weiter! Sprecht mit Freunden und Bekannten. Jede Unterschrift ist eine Stimme für unsere Radwege!

  • Liebe Unterstützende der Bonner Radspuren,

    Wir wollen demonstrieren, um unserem Anliegen, die Rad- und Umweltspuren auf der Oxfordstraße und der Adenauerallee zu erhalten, noch mehr Nachdruck zu verleihen!

    ADFC, VCD, Radentscheid Bonn und Fuß e. V. rufen gemeinsam zur Demonstration auf. Unter dem Motto „Wir sind Teil der Lösung" demonstrieren wir am Freitag, den 26.6., um 17 Uhr auf dem Münsterplatz. Zahlreiche weitere Initiativen und Institutionen rufen mit uns auf (aktualisierte Angaben demnächst auf unserer Website).

    Die Forderungen der Demonstration sind:

    • Bewährte Radverbindungen erhalten und weiterentwickeln,
    • Radverkehr als Teil der Verkehrslösung stärken,
    • ÖPNV stärken und den Verkehrsfluss für alle verbessern,
    • Innenstadt erreichbar und attraktiv für Menschen, Handel und Wirtschaft halten,
    • Wohnquartiere vor unnötigem Durchgangsverkehr schützen.

    Kommt vorbei und bringt Freunde und Familie mit!

    Gemeinsam sind wir die Lösung – wir freuen uns auf euch!
    Radentscheid Bonn und ADFC Bonn/Rhein-Sieg

  • Die geplante Rücknahme von Radspuren auf der Oxfordstraße und der Adenauerallee ist ein falsches Signal. Wir brauchen Lösungen, die alle Verkehrsteilnehmenden mitdenken – nicht Maßnahmen, die erfolgreiche Alternativen wieder schwächen. Wer klimafreundliche Mobilität in der akuten Krise ausbremst, riskiert mehr Stau für alle – nicht weniger!

    Deshalb rufen ADFC, VCD, Radentscheid Bonn und Fuß e. V. gemeinsam zur Demonstration auf. Unter dem Motto „Wir sind Teil der Lösung" demonstrieren wir am Freitag, den 26.6., um 17 Uhr auf dem Münsterplatz. Zahlreiche weitere Initiativen und Institutionen rufen mit uns auf (aktualisierte Angaben demnächst auf unserer Website).

    Kommt vorbei und bringt Freunde und Familie mit!

    Die Forderungen der Demonstration sind:

    • Bewährte Radverbindungen erhalten und weiterentwickeln,
    • Radverkehr als Teil der Verkehrslösung stärken,
    • ÖPNV stärken und den Verkehrsfluss für alle verbessern,
    • Innenstadt erreichbar und attraktiv für Menschen, Handel und Wirtschaft halten,
    • Wohnquartiere vor unnötigem Durchgangsverkehr schützen.

Vier Spuren auf der Adenauerallee werden so oder so auf zwei reduziert weil das Koblenzer Tor nur je Richtung eine Spur hat.

Generell bin ich für gute Radinfrastruktur. Der Zeitpunkt der Petition legt nahe dass es trotz des aktuellen Verkehrskollaps hier nicht um einen besseren Stadtverkehr für alle geht, sondern um Partikularinteressen. Nicht jeder hat den Luxus innenstadtnah wohnen und arbeiten zu können, sodass das Fahrrad sich eignen würde um zu pendeln. Solange der ÖPNV nicht ausreicht um unter 1 Std 10km Distanz zu schaffen brauchen wir alle fließenden P/ LkW Verkehr, selbst wenn wir selber nur Fahrrad fahren.

Warum Menschen unterschreiben

Mit dem Auto oder Bus aus Niederkassel nach Bonn fahren, ist keine Option. Das Rad gewinnt an Bedeutung und Radfahrer brauchen sichere durchgängige Radwege bzw. Schutzstreifen, die nicht vom Kfz-Verkehr benutzt werden dürfen.

Radverkehr ist die Lösung und muss gefördert werden. Allein das Brassertufer wieder für Kfz zu öffnen, ist schon gefährlich und verkehrspolitisch völliger Unsinn.

Radverkehr ist Teil der Lösung, nicht das Problem

Public transport/bike lanes are the only option to make the traffic future prepared

Radverkehr reduziert die Autolast wesentlich. Ihn einzuschränken ist engstirnig und falsch gedacht.

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