Region: Leipzig

Aus der Stadt der Friedlichen Revolution darf keine Stadt der Waffen werden!

Petition richtet sich an:
Oberbürgermeister Burkhard Jung, Sächsischer Landtag, Bundestag

3.267 Unterschriften

52 %
1.908 von 3.700 für Quorum in Leipzig Leipzig

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  1. Gestartet 01.09.2026
  2. Sammlung noch > 5 Monate
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  4. Dialog mit Empfänger
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Petition richtet sich an: Oberbürgermeister Burkhard Jung, Sächsischer Landtag, Bundestag

Gegen den Ausbau Leipzigs zum Standort der Rüstungsindustrie und die Ansiedlung des US-Unternehmens Covenant

Leipzig ist seit 1989 eine Stadt der Friedlichen Revolution.
Wir Leipziger gingen 1989 auf die Straße, um über unsere Zukunft demokratisch mitbestimmen zu können. Heute sollen wir offenbar wieder schweigen. Während Leipzig sich als Stadt der Friedlichen Revolution erinnert und Jahr für Jahr den Mut der Menschen von 1989 feiert, wird gleichzeitig hinter dem Rücken der Leipziger Bürgerinnen und Bürger über die Ansiedlung eines US-Unternehmens zum Bau von Mittelstreckenraketen und den Ausbau von Rüstungsproduktion gesprochen. Am 1. September 2026, dem Weltfriedenstag, werden wir aus den Medien darüber informiert.

Wir sagen: Nein.

Leipzig ist keine unbewohnte Industriebrache. Leipzig ist eine Stadt mit hunderttausenden (ca. 634.000) Einwohnerinnen und Einwohnern, mit Wohnungen, Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und dicht besiedelten Stadtteilen. Wer Rüstungsproduktion in eine Großstadt bringt, darf nicht so tun, als handele es sich um die Ansiedlung irgendeines beliebigen Unternehmens, um die Wirtschaft zu stärken.

Die Rüstungsindustrie ist kein gewöhnliches Gewerbe.

Drohnen, Mittelstreckenraketen und andere Rüstungsgüter sind Teil militärischer Infrastruktur, die in einem Krieg zur Zielscheibe von Angriffen wird.
Darüber muss offen gesprochen werden.
Nicht hinter verschlossenen Türen.
Nicht erst, wenn Verträge unterschrieben und Fakten geschaffen wurden.
Und nicht erst dann, wenn diejenigen, die heute entscheiden, längst nicht mehr verantwortlich sind.

Wir haben das Recht zu fragen

Wird Leipzig durch die Ansiedlung des Rüstungs-Start-ups Covenant im schlimmsten Fall zu einem strategisch interessanten Ziel?
Was bedeutet das für die Menschen, die in der Nähe entsprechender Standorte wohnen?
Und warum sollen Bürgerinnen und Bürger ihre Sorgen herunterschlucken, nur weil es politisch bequemer ist, nicht darüber zu sprechen?
Wir erleben seit Jahren einen Krieg in Europa und eine erschreckend schnelle militärische Aufrüstung. Politiker sprechen wieder über Kriegstüchtigkeit, Lumpenpazifismus, Wehrdienst und Abschreckung.
Gleichzeitig sollen wir friedliebenden Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt nicht fragen, was diese Entwicklung für den eigenen Wohnort für Folgen hat.

Doch. Wir fragen.

Wir fragen, ob es klug ist, Leipzig zu einem bedeutenden Standort der Produktion von Marschflugkörpern und Militärtransporten zu machen, ob diejenigen, die heute solche Entscheidungen treffen, bereit sind zu sagen, welche Risiken damit verbunden sein können und warum die Bevölkerung offenbar erst dann informiert wird, wenn die Entscheidung längst gefallen ist.

1989 haben Leipziger nicht geschwiegen. Warum sollten wir es heute tun?

Die Friedliche Revolution ist nicht nur Kulisse für Sonntagsreden der Regierenden und kein Denkmal, das man einmal im Jahr besucht, während man im Alltag immer wieder erwartet, dass Bürgerinnen und Bürger Entscheidungen widerspruchslos akzeptieren. Auch die Leipziger Sechs stehen für eine entscheidende Erfahrung dieser Zeit: In einer gefährlichen und angespannten Situation kann Verantwortung bedeuten, eine Eskalation durch kluges Handeln zu verhindern.

Dialog statt Eskalation.
Besonnenheit statt Drohung.
Verantwortung statt Lobbyismus.

Deshalb werden wir fragen, welchen Weg unsere Stadt jetzt einschlägt.

Wir wollen keine Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg!

Wir fordern:

1. Vollständige Transparenz
Alle Planungen zur Ansiedlung, Erweiterung oder Förderung rüstungsbezogener Produktion in Leipzig müssen öffentlich nachvollziehbar gemacht werden.
Keine Entscheidungen hinter verschlossenen Türen.

2. Eine öffentliche Debatte
Der Stadtrat und die Stadtverwaltung müssen eine umfassende öffentliche Diskussion ermöglichen. Diese darf nicht mit Präsentationen, in denen Bürgerinnen und Bürger anschließend noch drei Fragen stellen dürfen, erfolgen. Wir fordern echte Beteiligung, kritische Stimmen und die Möglichkeit, Entscheidungen tatsächlich zu beeinflussen.

3. Eine unabhängige Untersuchung möglicher Risiken
Welche Folgen ein bedeutender Rüstungsstandort für die zivile Sicherheit Leipzigs haben kann, muss untersucht werden.
Dazu gehört ausdrücklich auch die Frage, ob und in welchem Umfang militärisch relevante Produktionsstandorte im Falle einer internationalen militärischen Eskalation besonderen Gefährdungen ausgesetzt sind.

4. Keine Fakten schaffen, bevor die Bevölkerung gehört wurde
Solange diese Fragen nicht öffentlich beantwortet sind, dürfen keine weiteren unumkehrbaren Entscheidungen getroffen werden.

5. Leipzig braucht eine Grundsatzentscheidung
Wir verlangen eine öffentliche Diskussion darüber, welche wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung unsere Stadt langfristig will.
Leipzig kann nicht gleichzeitig stolz auf die Friedliche Revolution sein und so tun, als sei es eine Nebensächlichkeit, wenn die Stadt zunehmend Teil militärischer Produktionsstrukturen und Logistik wird.

Begründung

Wir lassen uns nicht mit beruhigenden Floskeln abspeisen.
Leipzig hat 1989 gezeigt, dass Bürgerinnen und Bürger nicht machtlos sind.

Damals lautete der Ruf:

„Wir sind das Volk!“

Heute sagen wir:
Wir sind die Menschen, die in Leipzig leben. Wir sind keine Kulisse für politische Entscheidungen zur Kriegstüchtigkeit. Und wir sind nicht bereit, erst dann über die Risiken eines Rüstungsstandortes zu sprechen, wenn es zu spät ist.
Keine Bombenziele in Leipzig!
Für Frieden.
Für Transparenz.
Für Bürgerbeteiligung.
Für eine ehrliche Debatte über die Risiken der Ansiedlung des Unterrnehmens Covenant
Leipzig darf nicht schweigen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Ute Apel, Leipzig
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 01.09.2026
Sammlung endet: 28.02.2027
Region: Leipzig
Kategorie: Außenpolitik

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Neuigkeiten

  • Liebe Unterzeichnerinnen und Unterzeichner der Petition,

    die Zahl der Unterschriften wächst weiter. Unsere Petition wurde bereits von LeipzigRadio und der Leipziger Internetzeitung erwähnt. Den Text findet Ihr bei openpetition - unter dem Link Neuigkeiten.

    Neben dem moralischen Appell durch die Petition und einen geplanten Brief an den Oberbürgermeister Jung, können wir unser Anliegen auch kommunalrechtlich untersetzen.
    Das Schreiben dazu habe ich der E-Mail im Anhang beigefügt. Dazu schrieb eine Unterzeichnerin mir Folgendes:

    Um unserer gemeinsamen Bürgerinitiative neben dem öffentlichen Protest auch ein konkretes, kommunalrechtliches Fundament zu geben, habe ich eine offizielle Einwohneranfrage und einen Prüfantrag ausgearbeitet, welche auch bereits an die Stadtverwaltung Leipzig sowie einge Umlandgemeinden übermittelt wurden/werden.

    Häufig wird von der Politik das Scheinargument genutzt, man könne gegen eine private Rüstungsansiedlung nichts tun. Dies ist baurechtlich nachweisbar falsch. Ich habe die harten rechtlichen Hebel der Kommunen juristisch aufbereitet (u. a. die Planungshoheit nach § 1 Abs. 3 BauGB sowie die Einleitung einer Veränderungssperre nach § 14 BauGB).
    Das Besondere an diesem Weg ist die gesetzliche Bindung für den Stadtrat:

    • Verpflichtende Bearbeitung: Gemäß § 23 der Sächsischen Gemeindeordnung (SächsGemO) ist die Einreichung einer Einwohneranfrage ein einklagbares Bürgerrecht. Die Stadtverwaltung und der Oberbürgermeister sind gesetzlich verpflichtet, diese Anfrage offiziell zu registrieren und in der Ratsversammlung formal zu beantworten. Das Thema kann somit nicht mehr ignoriert oder ausgesessen werden.
    • Taktische Fraktionsprüfung: Da Einwohner selbst keine direkten Beschlussanträge einreichen dürfen, bindet das Schreiben zeitgleich alle Fraktionen ein und zwingt sie zur politischen Prüfung, um das Thema als offiziellen Beschlussantrag auf die Tagesordnung zu setzen.

    Ich stelle Ihnen dieses Schreiben hiermit ausdrücklich als fertige Vorlage zur Verfügung, die alle Einwohner und Unterstützer direkt nutzen können, um selbst eine Einwohneranfrage an die Stadt zu richten!
    Für die maximale Wirkung muss beim Versand durch die Bürger folgendes beachtet werden:

    1. Per E-Mail: Das Schreiben wird an die zentrale Stelle (bfr@leipzig.de) gesendet, wobei zwingend alle Fraktions-E-Mail-Adressen sichtbar in das CC-Feld gesetzt werden müssen. So liegt der Brief sofort zeitgleich bei allen politischen Entscheidern auf dem Tisch.
    2. Per Post: Wird der Postweg gewählt, ist es ratsam, jede im Briefkopf genannte Fraktion einzeln anzuschreiben und zu postalieren, da die Poststelle der Verwaltung Briefe im Regelfall nicht automatisch vervielfältigt und verteilt.

    Im Anhang übersende ich die vollständige, autarke Vorlage für die Stadt Leipzig, in der alle Fraktionen, Adressen und rechtlichen Paragrafen ausformuliert sind.

    Eure Ute

Wir sind eine Stadt des Buches, der Kultur, der Wissenschaft - aber keine Waffenschmiede. Waffen töten.

Auch eine Ablehnung hätte Folgen, die diskutiert werden müssen. Dazu gehören entgangene Investitionen, Arbeitsplätze, Steuereinnahmen und technologische Kompetenzen. Eine ehrliche Debatte muss deshalb nicht nur Risiken der Ansiedlung, sondern auch Kosten einer Ablehnung benennen.

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