Region: Leipzig

Aus der Stadt der Friedlichen Revolution darf keine Stadt der Waffen werden!

Petition richtet sich an:
Oberbürgermeister Burkhard Jung, Sächsischer Landtag, Bundestag

6.028 Unterschriften

92 %
3.395 von 3.700 für Quorum in Leipzig Leipzig

6.028 Unterschriften

92 %
3.395 von 3.700 für Quorum in Leipzig Leipzig
  1. Gestartet 01.09.2026
  2. Sammlung noch > 4 Monate
  3. Einreichung
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung
Persönliche Daten
 

Ich bin einverstanden, dass meine Daten gespeichert werden. Diese Einwilligung kann ich jederzeit widerrufen.

Petition richtet sich an: Oberbürgermeister Burkhard Jung, Sächsischer Landtag, Bundestag

Gegen den Ausbau Leipzigs zum Rüstungsindustriestandort und die Ansiedlung des US-Unternehmens Covenant. Für Transparenz und Leipzig als Weltfriedensort.

Leipzig ist seit 1989 eine Stadt der Friedlichen Revolution.
Wir Leipziger gingen 1989 auf die Straße, um über unsere Zukunft demokratisch mitbestimmen zu können. Heute sollen wir offenbar wieder schweigen. Während die Stadt Jahr für Jahr an die Friedliche Revolution und den Mut der Menschen erinnert, wurde die Ansiedlung eines US-Rüstungsunternehmens zum Bau von Mittelstreckenwaffen aktiv wirtschaftspolitisch gefördert – ohne dass zuvor irgendeine öffentliche Debatte über diese strategische Weichenstellung stattgefunden hätte. Am 1. September 2026, dem Weltfriedenstag, werden wir aus den Medien darüber informiert.

Konkret geht es u.a. um das US-Unternehmen Covenant, das ab 2027 in Leipzig den Marschflugkörper „Anthem“ produzieren will. Er soll einen rund 200 Kilogramm schweren Gefechtskopf über mehr als 1.500 Kilometer tragen können. Geplant sind Entwicklung und Serienfertigung von zunächst rund 1.000 und ab 2028 bis zu 5.000 Flugkörpern jährlich. Sachsen soll Covenants größter Produktionsstandort werden – mit etwas mehr als 70 Arbeitsplätzen.

Wir sagen: Nein.

Leipzig ist keine unbewohnte Industriebrache. Leipzig ist eine Stadt mit hunderttausenden (ca. 634.000) Einwohnerinnen und Einwohnern, mit Wohnungen, Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und dicht besiedelten Stadtteilen. Wer Rüstungsproduktion in eine Großstadt bringt, darf nicht so tun, als handele es sich um die Ansiedlung irgendeines beliebigen Unternehmens, um die Wirtschaft zu stärken.

Die Rüstungsindustrie ist kein gewöhnliches Gewerbe.

Drohnen, Mittelstreckenraketen und andere Rüstungsgüter sind Teil militärischer Infrastruktur, die in einem Krieg zur Zielscheibe von Angriffen wird.
Darüber muss offen gesprochen werden.
Nicht hinter verschlossenen Türen.
Nicht erst, wenn Verträge unterschrieben und Fakten geschaffen wurden.
Und nicht erst dann, wenn diejenigen, die heute entscheiden, längst nicht mehr verantwortlich sind.

Dialog statt Eskalation.
Besonnenheit statt Drohung.
Verantwortung statt Lobbyismus.

Deshalb werden wir fragen, welchen Weg unsere Stadt jetzt einschlägt.

Wir wollen keine Entscheidungen über unsere Köpfe hinweg!

Wir fordern:

1. Leipzig braucht eine Grundsatzentscheidung
Wir verlangen eine öffentliche Diskussion darüber, welche wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung unsere Stadt langfristig will. Leipzig kann nicht gleichzeitig stolz auf die Friedliche Revolution sein und so tun, als sei es eine Nebensächlichkeit, wenn die Stadt zunehmend Teil militärischer Produktionsstrukturen und Logistik und des mitteldeutschen Militärclusters wird. Wir wollen Leipzig zum Weltfriedensort entwickeln.

2. Vollständige Transparenz
Alle Planungen zur Ansiedlung, Erweiterung oder Förderung rüstungsbezogener Produktion in Leipzig müssen öffentlich nachvollziehbar gemacht werden. Keine Entscheidungen darüber auf Stadt-, Landes- und Bundesebene hinter verschlossenen Türen!

3. Eine öffentliche Debatte
Der Stadtrat und die Stadtverwaltung sowie die involvierte Landes- und Bundespolitik müssen eine umfassende öffentliche Diskussion ermöglichen. Diese darf nicht mit Präsentationen, in denen Bürgerinnen und Bürger anschließend noch drei Fragen stellen dürfen, erfolgen. Wir fordern echte Beteiligung, kritische Stimmen und die Möglichkeit, Entscheidungen tatsächlich zu beeinflussen.

4. Eine unabhängige Untersuchung möglicher Risiken
Welche Folgen ein bedeutender Rüstungsstandort für die zivile Sicherheit Leipzigs haben kann, muss unabhängig untersucht werden. Dazu gehört ausdrücklich auch die Frage, ob und in welchem Umfang militärisch relevante Produktionsstandorte im Falle einer internationalen militärischen Eskalation besonderen Gefährdungen ausgesetzt sind.

5. Keine Fakten schaffen, bevor die Bevölkerung gehört wurde
Solange diese Fragen nicht öffentlich beantwortet sind, dürfen keine weiteren unumkehrbaren Entscheidungen getroffen werden. Das bisherige Vorgehen des Stillschweigens und Beförderns dieser Rüstungsansiedlungen ohne die Einbeziehung der Bevölkerung ist demokratisch nicht zu legitimieren und verschärft gesellschaftliche Spannungen und Vertrauensverlust.

Begründung

Wir haben das Recht zu fragen

Wird Leipzig durch die Ansiedlung des Rüstungs-Start-ups Covenant und durch seine Einbindung ins mitteldeutsche Rüstungscluster im schlimmsten Fall zu einem strategischen Angriffsziel?
Was bedeutet das für die Menschen, die in der Nähe entsprechender Standorte wohnen?
Und warum sollen Bürgerinnen und Bürger ihre Sorgen herunterschlucken, nur weil es politisch bequemer ist, nicht darüber zu sprechen? Wir erleben seit Jahren einen Krieg in Europa und eine erschreckend schnelle militärische Aufrüstung. Politiker sprechen wieder über Kriegstüchtigkeit, Lumpenpazifismus, Wehrdienst und Abschreckung. Gleichzeitig sollen wir friedliebenden Einwohnerinnen und Einwohner der Stadt nicht fragen, was diese Entwicklung für den eigenen Wohnort für Folgen hat.

Unsere Initiative "Leipzig bleibt friedlich” startete bereits im Jahr 2020 eine Petition gegen die Militarisierung des Leipziger Flughafens und die Ansiedlung eines „Hubs für Luftwaffentechnik“. Wir haben damals auch mit hunderten Briefen und persönlichen Gesprächen an die Entscheidungsträger im Bund, Land und in der Kommune appelliert. Das von Rheinmetall und Lockhead Martin/Sikorsky geplante Militärhubschrauber-Flottenmanagement-Zentrum wurde schließlich nicht am Flughafen Leipzig/Halle realisiert. Aus unserer damaligen Auseinandersetzung mit diesen Plänen entstand die Idee, der zunehmenden militärischen Nutzung ein eigenes Zukunftskonzept entgegenzustellen: Leipzig als Weltfriedensort.

1989 haben Leipziger nicht geschwiegen. Warum sollten wir es heute tun?

Die Friedliche Revolution ist nicht nur Kulisse für Sonntagsreden der Regierenden und kein Denkmal, das man einmal im Jahr besucht, während man im Alltag immer wieder erwartet, dass Bürgerinnen und Bürger Entscheidungen widerspruchslos akzeptieren. Auch die Leipziger Sechs stehen für eine entscheidende Erfahrung dieser Zeit: In einer gefährlichen und angespannten Situation kann Verantwortung bedeuten, eine Eskalation durch kluges Handeln zu verhindern. Wir wollen die Friedliche Revolutions weiterdenken.

Wir lassen uns nicht mit beruhigenden Floskeln abspeisen. Leipzig hat 1989 gezeigt, dass Bürgerinnen und Bürger nicht machtlos sind.

Damals lautete der Ruf: „Wir sind das Volk!“ und „Keine Gewalt!“

Heute sagen wir:
Wir sind die Menschen, die in Leipzig leben. Wir sind keine Kulisse für politische Entscheidungen zur Kriegstüchtigkeit. Und wir sind nicht bereit, erst dann über die Risiken eines Rüstungsstandortes zu sprechen, wenn es zu spät ist.
Keine Bombenziele in Leipzig!
Für Frieden. Für Transparenz. Für Bürgerbeteiligung.
Für eine ehrliche Debatte über die Risiken der Ansiedlung von Rüstungsunternehmen und darüber, wie Regierende und Rüstungslobby den Aufbau des mitteldeutschen Militärclusters vorantreiben.
Leipzig darf nicht schweigen.
Leipzig hat 1989 gezeigt, dass wir politische Entscheidungen nicht einfach hinnehmen müssen. Wir wollen wissen, welchen Weg Leipzig einschlägt – und wir wollen darüber mitreden.

Leipzig bleibt friedlich!

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Leipzig bleibt friedlich!, Leipzig
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 01.09.2026
Sammlung endet: 28.02.2027
Region: Leipzig
Kategorie: Außenpolitik

Übersetzen Sie jetzt diese Petition

Neue Sprachversion

Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    mehr als 5.000 Menschen haben die Petition „Aus der Stadt der Friedlichen Revolution darf keine Stadt der Waffen werden!“ bereits unterzeichnet. Ein starkes Signal für Leipzig!

    Gestartet hat sie Ute Apel. Aus eigener Initiative – mit viel Mut, Energie und persönlichem Einsatz. Herzlichen Dank, Ute!

    Eine Petition dieser Größenordnung allein zu stemmen, ist allerdings eine echte Herausforderung. Viele von Euch haben sicher mitbekommen, dass die Petition zwischenzeitlich abgeschaltet war. Aber Ute und wir haben beschlossen: Wir machen gemeinsam weiter. „Leipzig bleibt friedlich!“ übernimmt die organisatorische Verantwortung für die Petition – und besonders freuen wir uns, dass Ute künftig bei uns mitmacht und auch die Petition weiter mitbetreut.

    Kurz zu uns

    „Leipzig bleibt friedlich!“ engagiert sich seit 2019 für Frieden, Diplomatie und Abrüstung – und dafür, dass Leipzig das Erbe der Friedlichen Revolution ernst nimmt. Wir haben uns unter anderem erfolgreich gegen die geplante Ansiedlung von Lockheed Martin/Sikorsky und Rheinmetall am Flughafen Leipzig/Halle engagiert. Heute mischen wir uns erneut ein, wenn Leipzig und Mitteldeutschland zum Rüstungs- und Militärcluster ausgebaut werden sollen und wollen Leipzig zum "Weltfriedensort" entwickeln. Aber dazu später mehr. 

    In den kommenden Tagen und Wochen werden wir Schritt für Schritt an der Petition arbeiten, sie aktualisieren und Euch informiert halten, wie es mit ihr weitergeht.

    Für heute ist die wichtigste Nachricht: Das Anliegen bleibt. Ute bleibt dabei. Und aus mehr als 5.000 Stimmen soll noch mehr werden.

    Danke, Ute. Danke an Euch alle. Wir machen weiter!

    Herzliche Grüße

    Ute Apel & Dr. Lutz Mükke, Vorsitzender
    „Leipzig bleibt friedlich!“
    www.leipzig-bleibt-friedlich.org

  • Liebe Unterzeichnerinnen und Unterzeichner,

    inzwischen hat die Petition mehr als 5000 Unterschriften. Ich bedanke mich für Euer Vertrauen. Da ich die Betreuung als Einzelperson nicht mehr leisten kann, wird die Petition demnächst an die überparteiliche Initiative "Leipzig bleibt friedlich!" übergeben, in der ich mich auch zukünftig engagieren werde. Bitte prüft für Euch, ob das für Euch akzeptabel ist. Sonst könnt Ihr gern Eure Unterschrift widerrufen. Gleichzeitig möchte ich Euch am Montag, den 21.09.26 von 16:00 bis 17:00 Uhr einladen, auf den Nikolaikirchhof unter dem Motto "Frieden schaffen ohne Waffen!" zu kommen, um dem Anliegen nicht nur im Internet Nachdruck zu verleihen und zu zeigen, dass Leipzig friedlich ist und bleibt. Danke an Euch alle.

Diese Petition ist mir wichtig, weil die Behauptung, man könne gegen eine private Rüstungsansiedlung nichts tun, rechtlich falsch ist. Die Stadt Leipzig besitzt die verfassungsrechtliche Planungshoheit (Art. 28 GG) und das klare Recht zur Bauleitplanung nach § 1 Abs. 3 BauGB. Der Stadtrat hat die gesetzlichen Hebel und die Pflicht, die öffentliche Sicherheit (§ 3 SächsBO) zu schützen und dieses verantwortungslose Rüstungsprojekt – notfalls über eine Veränderungssperre nach § 14 BauGB

Die Ansiedlung ändert den Status der Stadt risikotechnisch kaum. Leipzig ist als adminstratives Zentrum, militärischer Knotenpunkt (z.B. General-Olbricht-Kaserne) und zentraler Logistk-Hub (Flughafen Leipzig/Halle mit seiner Fracht- und NATO-Strategie-Bedeutung, Schienenknotenpunkt) bereits jetzt im Falle einens Großkonfliktes primäres Ziel.

Warum Menschen unterschreiben

Niemand will Krieg! Wer die Geschichte kennt, weiß was das bedeutet.
Ich werde weder meinen Sohn hergeben, noch meine Tochter, noch meinen Mann, noch mich selbst.
Wir sind geprägt durch unsere Großeltern und Eltern, Krieg ist wirklich eine dumme Idee, um Streitigkeiten zu beenden. Das Ergebnis ist, tote und verletzte Menschen, eine zerstörte Umwelt und wahnsinnige Gewinne für die Rüstungsindustrie.

Leipzig war meine Heimat zur Wende

Essenziell. Frieden ist essenziell.

Ohne Frieden ist alles nichts. 🙏🙏🙏🕊🕊🕊

Weil wir Frieden brauchen und keine Waffen die nur noch mehr Leid bringen. Unsere Kinder sollen in Frieden aufwachsen. Wir brauchen viel mehr Diplomaten

Werkzeuge für die Verbreitung der Petition.

Sie haben eine eigene Webseite, einen Blog oder ein ganzes Webportal? Werden Sie zum Fürsprecher und Multiplikator für diese Petition. Wir haben die Banner, Widgets und API (Schnittstelle) zum Einbinden auf Ihren Seiten. Zu den Werkzeugen

Übersetzen Sie jetzt diese Petition

Neue Sprachversion

Mehr zum Thema Außenpolitik

14 %
4.324 Unterschriften
43 Tage verbleibend

Helfen Sie mit, Bürgerbeteiligung zu stärken. Wir wollen Ihren Anliegen Gehör verschaffen und dabei weiterhin unabhängig bleiben.

Jetzt fördern