Die Programm-Reform des Deutschlandfunk (DLF) stoppen!

Petition richtet sich an:
Der Intendant des Deutschlandfunks, Stefan Raue

7.207 Unterschriften

96 %
7.500 für Sammelziel

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  1. Gestartet Juni 2026
  2. Sammlung noch > 2 Monate
  3. Einreichung
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung
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Petition richtet sich an: Der Intendant des Deutschlandfunks, Stefan Raue

Sehr geehrter Herr Raue,

kürzlich haben Sie bekanntgegeben, dass das Programmschema des Deutschlandfunks zum 30.11.2026 grundlegend reformiert werden soll. Die bisher bekannt gewordenen Eckpunkte der Reform lauten:

  • Verschiebung der „Informationen am Morgen“ um eine Stunde nach hinten. Damit wohl Wegfall von „Europa heute“ und der Religionssendung „Tag für Tag“.
  • Auflösung der Fachsendungen wie etwa „Kultur heute“, „Wirtschaft am Mittag“ oder „Campus und Karriere“. Verlagerung der Inhalte auf zwei Sammel-Sendungen namens „Wissen nach 2“ und „Kultur nach 3“.
  • Die Fachredaktionen treten mit ihren Beiträgen für diese Sendungen zukünftig in einen Wettbewerb um die Relevanz ihrer Inhalte (sie müssen sie vorher intern pitchen).
  • Verlängerung der Anrufsendungen auf 2 Stunden
  • Ab 17 Uhr 90-minütiges Programm „Drive Time“, das die Informationsbedürfnisse der Menschen bedienen soll, die um die Zeit nach Hause fahren.

Damit soll eine über eine lange Zeit gewachsene Sendestruktur zerstört werden, die bisher in Deutschland ein unglaubliches Kunststück vollbracht hat: jeden Tag einen 360°-Blick auf das Leben zu werfen – von Politik und Wirtschaft bis zu Kultur und Lebenskunst.

Damit leistet der Deutschlandfunk dem Land und der Demokratie einen unglaublichen Dienst: In einer Zeit fragmentierter Öffentlichkeit, Bubble-Bildung, alternativer Fakten und Algorithmisierung der Meinungsbildung ist der Deutschlandfunk mit seinem linearen Programm einer der letzten Ankerpunkte, auf den eine Vielzahl der Menschen in Deutschland zurückgreifen, wenn sie gut informierte, höchst interessant aufbereitete, unaufgeregte und verlässliche Informationen bekommen wollten – und das ohne Bezahlschranke und auf den unterschiedlichsten Ausspielwegen zugänglich. Dass die Bevölkerung die bisherige Struktur auch so wertschätzt, wird durch die unfassbar gute Quote mit ca. 2,52 Mio. Hörern am Tag deutlich. 

Für die Programmreform wurde bisher keine überzeugende Begründung gegeben. Das bisherige Programm auf den Sound und Inhalt der übrigen öffentlich-rechtlichen Sender hin zu mainstreamen, ist aber kein Selbstzweck.

Daher fordern wir:

  • Verzicht auf die grundstürzende Programmreform.
  • Behutsame Weiterentwicklung des Programms nach dem Grundsatz: Evolution statt Revolution
  • Lineares, nach Sparten sortiertes Hauptprogramm als Anker und Referenzpunkt für Podcasts und Social-Media-Strategie 
  • Beibehaltung der Fachsendungen nach dem Motto: „Alles von Relevanz“ statt „Ein Kessel Buntes“
  • Inhaltliche Qualität durch Beibehalt der Fachredaktionen und der ihnen zuarbeitenden Freien Mitarbeiter

Etwas beizubehalten, was sich jeden Tag aufs Neue bewährt, ist mutiger, als Innovation um der Innovation willen!

#dlfbleibt

Begründung

Der Deutschlandfunk ist einer der letzten Informationssender mit hoher inhaltlicher Tiefe und bundesweiter Verbreitung, den viele Menschen hören. Er ist damit extrem wichtig für unsere Demokratie: Er liefert verlässliche Fakten und eine Referenz, auf die wir uns alle beziehen können.

In den geplanten Sammel-Sendungen werden Themen aus allen Sparten wie Literatur, Naturwissenschaften, Wirtschaft und Religion an Breite und Tiefe verlieren. Im linearen Radio wird die Orientierung erschwert. Es droht ein Mainstream-Sender mit den Themen, die ohnehin schon überall präsent sind.

Lineares Radio ist außerdem wichtig für die Horizonterweiterung: Man hört auch mal etwas, was man sich als Podcast nicht selbst ausgesucht hätte.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Michael G. Gromotka, Berlin
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 19.06.2026
Sammlung endet: 18.12.2026
Region: Deutschland
Kategorie: Medien

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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,

    morgen wird in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ein Gastbeitrag von mir zur geplanten Programmreform im Deutschlandfunk erscheinen. Darin skizziere ich weitere Details der Programmreform. Mir ist beim Schreiben noch einmal klar geworden, wie einschneidend die Veränderungen sein werden. Außerdem setze ich mich mit der Argumentation der Senderleitung auseinander, mit der sie die Reform zu begründen versucht.

    Abonnentinnen und Abonnenten der FAZ können den Artikel jetzt schon lesen.

    Ich hoffe, dass dadurch die Diskussion wieder belebt werden kann. Weitere Aktionen sind in Planung.

    Ich wäre weiterhin froh, wenn Sie in Ihrem Bekanntenkreis weiter Werbung für die Petition machen könnten. Falls Sie potentielle Unterstützerinnen und Unterstützer kennen, die die Petition öffentlich unterstützen würden, würde ich mich sehr freuen, wenn Sie sie anschreiben könnten. Sie können sich auch sehr gern mit mir in Verbindung setzen.

    Vielen Dank für all Ihre Unterstützung!

    Herzliche Grüße

    Michael Gromotka

Die 'Reform' wird im Programm fast vollständig totgeschwiegen. Es scheint eine große Angst davor zu geben, dass mehr Fans der jetzigen Fachsendungen, des Sonntagsspaziergangs etc. davon erfahren und gegen deren Zerstörung aufbegehren. Falls es eigentlich nur um das Durchboxen eines Sparprogramms geht, wäre es mutig, dies transparent zu machen, mit den Hörern zu diskutieren und die jetzigen wertvollen Fachsendungen für den Erhalt unserer Demokratie vehement zu verteidigen.

Bei der Religionsberichterstattung denke ich an alle Weltreligionen. Und da hat der DLF gerade wenn es um buddhistische Inhalte geht seit Jahren eine schwere Schieflage. Nachdem der selbsternannte Guru "Ohle Nydal" seit Mai 26 selber ins Nirwana eingegagen ist, könnte man auch beim DLF in eine seriöse Berichterstattung umschalten und die Lehre des 14. Dalai Lama zu verstehen versuchen. Die Schieflage bei der Islamberichterstattung konnte schon vor Jahren (ca 2022) abgestellt werden. Danke.

Warum Menschen unterschreiben

Demokratie braucht substantiierte Vielfalt in einem gut finanzierten öffentlich-rechtlichen Medienbereich, der möglichst unabhängig von Klicks oder Likes bleibt - und in dem gemeinsame Wirklichkeit faktenbasiert Gestalt annehmen kann. Der DLF steht für diese Qualitäten. Gerade angesichts der jüngsten Wahlergebnisse sind diese Angebote unbedingt zu schützen - und aus-, nicht abzubauen.

Es ist sehr wichtig, dass die Programme sehr vielfältig bleiben und auch die Kultur ausreichend Platz erhält.

Ich höre den Deutschlandfunk regelmäßig und schätze die zur Debatte stehenden Formate sehr.

Die beiden Sendungen „Europa heute" und „Tag für Tag" sind aus meiner Sicht unverzichtbar. Sie zeigen, was öffentlich-rechtlicher Rundfunk leisten kann: Europa erklären und unaufgeregt berichten, was bei unseren Europäischen Nachbarn passiert jenseits der Schlagzeilen und Raum schaffen für große Fragen des Zusammenlebens, in Ruhe, mit Tiefe und ohne Klickzwang. Wer so informiert und zum Nachdenken eingeladen wird, urteilt selbstständiger, und genau davon lebt Demokratie. Bitte streichen Sie diese Sendungen nicht.

Der Deutschlandfunk hat eine perfekte Programmstruktur.. Das muss unbedingt so bleiben. Die Verwendung der Deutschlandfunk App kann alle momentanenDefizite an Informationen ausgleichen, weil dadurch zeitversetztes Hören möglich ist. Somit kann jeder Programmpunkt wieder erreicht werden.
Never change a running system!

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