Petition richtet sich an:
Der Aufsichtsrat der Deutschen Bahn, der Vorstand der Deutschen Bahn, die Bundesregierung, der Bundestag.
Wir fordern:
- Die Bahnchefin Evelyn Palla und den Aufsichtsrat der Bahn AG auf, die jüngste Kostenexplosion bei dem Projekt Stuttgart 21 von weiteren drei Milliarden Euro in der nächsten Sitzung des Aufsichtsrats nicht einfach durchzuwinken.
- Stattdessen fordern wir, den Stuttgarter Kopfbahnhof umgehend zu modernisieren und dauerhaft zu erhalten. Nur durch zusätzliche oberirdische Gleise kann sichergestellt werden, dass ausreichend Kapazitäten für den Bahnverkehr vorhanden sind und künftig wachsen können. Somit können die Klimaziele eingehalten werden und die Verkehrswende gelingen.
Begründung
In ganz Deutschland fehlt Geld. In Stuttgart wird es sinnlos verbuddelt. Stuttgart 21 kannibalisiert den dringend benötigten Ausbau der Schiene in ganz Deutschland. Nach Zeitverzögerungen und Kostenexplosionen ist jetzt klar: Stuttgart 21 wird nie ein leistungsfähiger Bahnhof sein. Die Frage der Leistungsfähigkeit des künftigen Stuttgarter Bahnhofs spielte schon im sogenannten Stresstest im Jahr 2011 eine zentrale Rolle.
Jetzt hat der damalige Gutachter der schweizerischen Beratungsgesellschaft SMA, Werner Stohler, zugegeben, dass er schon damals nicht von den Kapazitätsberechnungen überzeugt war. Mit anderen Worten: In Stuttgart wird seit 16 Jahren mit mindestens 14,5 Milliarden ein zu kleiner Bahnhof gebaut.
Hintergrund Stuttgart-21-Bahnhof
Die Idee einen zu kleinen unterirdischen Bahnhof mit nur 8 Gleisen so aufzupumpen, dass ein ganzer oberirdischen Bahnhof mit 16 Gleisen ersetzt werden kann, ist gescheitert.
In einer der nächsten Aufsichtsratssitzungen soll die Deutschen Bahn AG dafür grünes Licht geben und weitere Milliarden für S21 frei geben.
Wir fragen:
- Welche Konsequenzen zieht der Bahn-Aufsichtsrat aus der Erkenntnis, dass der Stuttgart-21-Bahnhof zu klein ist?
- Wieviel Milliarden, die in ganz Deutschland fehlen, sollen denn noch in Stuttgart verbuddelt werden?
- Wieviel Personal, das dringend zur Sanierung des Gesamtnetzes benötigt wird, soll noch in Stuttgart gebunden werden?
- Wieviel Bahnchaos soll den Bahnreisenden in Stuttgart noch zugemutet werden?
Gleichzeitig gibt es schnellere und kostengünstigere Alternativen: Einen sanierten Kopfbahnhof nach Züricher Vorbild. Da die Bahn AG durch die Bauzeitverzögerung ohnehin in die Erneuerung des Kopfbahnhofes investieren muss, liegt es jetzt nahe, diesen auch als dauerhaftes Herzstück des Stuttgarter Bahnknotens zu erhalten. Der zukünftige Tiefbahnhof müsste dann nur noch dann – falls die Sicherheitsbedenken zu Brandschutz, Schräglage, zu engen Bahnsteigen und Überflutungsgefahr befriedigend gelöst werden können – den Durchgangsverkehr aufnehmen. Die komplizierte und noch nirgends praktizierte Digitalisierung des Bahnknotens würde sich deutlich reduzieren.
Zürich als Vorbild
Die prinzipielle Machbarkeit eines Züricher Modelles wurde bereits in der Konzept Studie von den Verkehrsplanern SMA und Partner AG 2011 nachgewiesen.
Nicht zuletzt würde ein Bahnhof nach Züricher Vorbild Milliarden für den volkswirtschaftlich sinnlosen Pfaffensteigtunnel sparen. Geld, das in Deutschlands Schienenverkehr dringend benötigt wird.
Deswegen sagen wir: Es braucht zusätzlich den modernisierten Kopfbahnhof!
Statt einem „weiter so“ bei Deutschlands größtem Pleiten-, und Pannenprojekt Stuttgart 21 fordern wir von den Aufsichtsrät*innen der DB AG ein Umsteuern auf einen Bahnhof mit Zukunft nach Züricher Vorbild.
Weil ich sonst vom Fernverkehr in den Rest von Deutschland abgehängt werde. Es ist nicht genug Platz im Tiefbahnhof, wenn in Zukunft noch deutlich mehr Züge fahren sollen. Zudem ist eine lange Komplettsperrung in Böblingen angekündigt.