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Änderungen an der Petition
vor 9 Tagen -
Änderungen an der Petition
am 27.10.2026 -
Änderungen an der Petition
am 26.10.2026
Petition richtet sich an: Liste der Oberbürgermeister und Oberstadtdirektoren von Bonn Guido Déus
Seit dem 8. September 2026 gilt in Bonn eine Haushaltssperre; der in Aussicht gestellte Nothaushalt gefährdet viele Kulturinstitutionen akut. Wir fordern eine verbindliche Zusage der Förderungen für 2027.
Bonn lebt von seiner Kultur: von Bühnen und Bands, Chören und Clubs, Ateliers und Off-Spaces, Kinos, Festivals, den Museen und Ausstellungsräumen, den kulturschaffenden Vereinen und freien Initiativen in jedem Viertel. Wir, die Veranstalter:innen, Träger:innen und Institutionen der freien und städtischen Kunst- und Kulturszene, machen diese Stadt lebendig, oft unter prekären Bedingungen und mit viel Ehrenamt. Jetzt droht der Vorhang zu fallen. Dagegen wehren wir uns.
Seit dem 8. September 2026 gilt in Bonn eine Haushaltssperre. Der erwartete Fehlbetrag im Haushalt ist von 123,4 auf 167,5 Millionen Euro gestiegen. Ob und wann die freiwilligen Leistungen ausgezahlt werden, ist derzeit ungewiss, und dazu gehören sowohl die institutionellen Förderungen der Kultur als auch die allgemeine Projektförderung. (1) Für viele von uns wäre dies das Aus. Und wo die Stadt nicht fördert, fallen auch die Mittel von Land, Bund und EU weg, was besonders die gemeinnützigen Vereine trifft.
Hinzu kommt die drohende Schließung des Schauspiels am Theater Bonn, obwohl sich der Kulturausschuss am 6. Oktober für seinen Erhalt ausgesprochen hat. Mit ihm würde Bonn eine ganze Sparte, ihr Ensemble und ihr Publikum verlieren. (2)
Der Ertrag stünde in keinem Verhältnis zum Schaden. Alle städtischen Zuschüsse an freie Kulturträger betragen 2026 zusammen rund 2,3 Millionen Euro, gut ein Promille des städtischen Haushalts. Selbst wenn man sie ganz striche, deckte das nicht einmal anderthalb Prozent des Fehlbetrags. (3) Darüber hinaus holen die Zuwendungsempfänger:innen ein Vielfaches an Drittmitteln in die Stadt. Zerstört würden aber Strukturen, die über Jahrzehnte gewachsen sind und nicht so schnell wiederkommen.
Wir wissen, dass die Kassen leer sind, und auch die Kultur trägt bislang ihren Teil. Viele von uns senken bereits Kosten und teilen Ressourcen. Aber Sparen braucht einen Plan, nicht den Kahlschlag. Kunst und Kultur sind ein Grundwert der Demokratie und bieten Räume, um diese zu offen und frei miteinander zu verhandeln. Gerade jetzt, da rechte Kräfte sie sich für ihre Zwecke aneignen wollen, sollten sie nicht zur Disposition stehen.
Seit dem 24. September liegt dem Rat ein Antrag vor, die Haushaltssperre zu ändern. (4)
Wir fordern Rat und Verwaltung der Bundesstadt Bonn auf,
-die Kulturförderung von der Haushaltssperre auszunehmen und die Förderung für 2027 verbindlich zuzusagen.
-unverzüglich mit den Träger:innen der freien und städtischen Szene zu sprechen und offenzulegen, wie es weitergeht.
-mit uns tragfähige Strategien zu erarbeiten, statt pauschal zu kürzen.
-vor jeder Entscheidung zu prüfen, was eine Kürzung tatsächlich anrichtet
-sich klar hinter die Kultur in ihrer ganzen Vielfalt zu stellen.
Wir sind bereit zum Gespräch, mit offenen Zahlen und offenen Türen.
Und an unser Publikum und die Bonner Bürger:innen:
Unterstützt uns und kommt am 12. November ab 16 Uhr vor das Stadthaus am Berliner Platz.
Unterschreibt diese Petition und demonstriert mit uns für eine vielfältige und lebendige Kultur- und Stadtgesellschaft!
Quellen:
(1) Haushaltssperre ab 8. September 2026, erlassen vom Stadtkämmerer. Auslöser ist der 2. Quartalsbericht 2026: Statt der geplanten 123,4 Mio. € wird ein Defizit von voraussichtlich 167,5 Mio. € erwartet. Quellen: Bundesstadt Bonn, Pressemitteilung „Bonner Kämmerer verhängt Haushaltssperre“, September 2026 (https://www.bonn.de/pressemitteilungen/september-2026/bonner-kaemmerer-
(2) Prüfauftrag des Verwaltungsvorstands aus der Haushaltsklausur vom 2. Oktober 2026. Quelle: Bundesstadt Bonn, Pressemitteilung „Haushaltsklausur: Vorstand beschließt weitere Maßnahmen und Prüfaufträge“, 5. Oktober 2026 (https://www.bonn.de/pressemitteilungen/oktober-2026/haushaltsklausur-vorstand-beschliesst-weitere-massnahmen-und-pruefauftraege.php). Zum Erhalt aller Sparten: Ratsbeschluss vom 8. Mai 2025 zur Zukunftsagenda Bonner Bühnen (Drucksache
(3) Bundesstadt Bonn, Haushaltsplan 2025/2026, Produktbereich 04, Produktgruppe 1.04.02 „Kulturförderung freie Träger“, Transferaufwand 2026: 2.324.300 €; Gesamtaufwand 2026 laut Vorbericht zum Haushaltsplan: 1.953,91 Mio. Euro (https://www.bonn.de/service-bieten/aktuelles-zahlen-fakten/haushaltsplan-2025-2026.php). Daraus ergeben sich 0,12 % des Gesamtaufwands und 1,39 % des Fehlbetrags von 167,5 Mio. Euro.
(4) Antrag „Änderung der Haushaltssperre“, Drucksache 261813, im September 2026 vertagt. Stellungnahme der Verwaltung: Drucksache 261813-01 ST, im Rat am 12. November 2026 zur Kenntnisnahme. Quelle: Ratsinformationssystem der Bundesstadt Bonn, https://www.bonn.sitzung-online.de (Suche „261813“).
Foto:
Kültürklüngel Orkestar beim von der Stadt Bonn geförderten ONE WORLD FESTIVAL BONN 2021. Archivfoto: © Jenny Bartsch Photography. Keine Aussage zur Haltung der Abgebildeten zur Petition.
Seit dem 8. September 2026 gilt in Bonn eine Haushaltssperre. In Aussicht gestellt ist, im Nothaushalt 2027 die freiwilligen Leistungen nicht auszuzahlen, und dazu gehören sowohl die institutionellen Förderungen der Kultur als auch die allgemeine Projektförderung. Für viele von uns wäre dies das Aus. Zwei Insolvenzverfahren von Kulturbetrieben laufen bereits, weitere würden folgen. Und wo die Stadt nicht fördert, fallen auch die Mittel von Land, Bund und EU weg, was besonders die gemeinnützigen Vereine trifft, die keine Rücklagen aufbauen können und dürfen. Das würde das Ende einer Vielzahl von Initiativen bedeuten und die Absage bereits geplanter Veranstaltungen für 2027.
Petition gestartet:
24.10.2026
Sammlung endet:
23.04.2027
Region:
Bonn
Kategorie:
Kultur
Die Kürzungen im Kulturbereich schaden der Stadt Bonn mit ihren internationalen Organisationen und Unternehmen. Falls es gerade auch im Bereich der freien Szene zu -Schließungen kommen sollte, wäre das dem Image der Stadt im Hinblick auf ihre Vielfalt nicht zuträglich und hätte fatale Folgen
Ich würde unterschreiben, wenn es allein um die privaten Träger gehen würde. Denn es stimmt, dass dies nur zwischen 2-3 Millionen sind. Aber die städtischen Träger kosten Bonn jährlich 50-60 Millionen. Dort muss gespart werden, möglicherwiese eben auch mit der Aufgabe einer Sparte. Daher unterschreibe ich die Petition nicht.
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Ohne Kunst geht nicht