Anerkennung von Open-Source-Arbeit als Ehrenamt in Deutschland

Petition richtet sich an
Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

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6.721 von 30.000 für Quorum in Deutschland Deutschland

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Petition richtet sich an: Deutscher Bundestag Petitionsausschuss

Open-Source-Software bildet heute das Fundament großer Teile der digitalen Infrastruktur – in Verwaltung, Wirtschaft, Forschung und im täglichen Leben. Selbst im aktuellen Koalitionsvertrag der Bundesregierung wird Open-Source-Software als elementarer Baustein zur Erreichung digitaler Souveränität genannt.

Bei vielen Bürgern ist leider kein Bewusstsein vorhanden, wo sie überall mit Open-Source-Software in Verbindung kommen. Egal ob es eine Website im Internet ist, der Ticket-Automat für die Bahn, bei der Spielkonsole oder auch beim Video-Streaming uvw. ist Open-Source-Software enthalten - die meist von Freiwilligen erstellt, gewartet und weiterentwickelt wird und als kostenlose Software für jeden zugänglich gemacht wird.

Dennoch wird die Arbeit, die tausende Freiwillige dafür leisten, in Deutschland steuer- und förderrechtlich nicht als Ehrenamt anerkannt. Dieses Ungleichgewicht zwischen gesellschaftlicher Bedeutung und rechtlichem Status gilt es zu korrigieren.

Als aktiver Contributor in Open-Source-Projekten fordere ich daher, Open-Source-Arbeit als gemeinwohlorientiertes Ehrenamt anzuerkennen – gleichrangig mit Vereinsarbeit, Jugendarbeit oder Rettungsdiensten.

Begründung


1. Open-Source trägt nachweislich zum Gemeinwohl bei

  • Open-Source-Projekte schaffen freie, transparente und überprüfbare Software, die allen zugutekommt.
  • Kritische Systeme wie Internet-Protokolle, Sicherheitsbibliotheken, Gesundheits-IT, KI-Frameworks, Energieverwaltung, Bildungstechnologien und Kommunikationswerkzeuge basieren maßgeblich auf freiwilligen Beiträgen.
  • Ohne diese Arbeit wäre Deutschland digital abhängiger, weniger sicher und weniger innovativ.

Gemeinwohlorientierung ist ein zentrales Kriterium für ein Ehrenamt – und Open-Source erfüllt dieses in höchstem Maße.

2. Die Arbeit geschieht überwiegend unbezahlt – und ist freiwilliges bürgerschaftliches Engagement

  • Die Mehrheit aller Entwicklungs-, Wartungs- und Dokumentationsleistungen erfolgt ehrenamtlich in der Freizeit.
  • Contributor übernehmen Verantwortung für Sicherheit, Stabilität und Weiterentwicklung zentraler Softwarekomponenten, ohne Vergütung und oft ohne Anerkennung.
  • Das Engagement ist vergleichbar mit Tätigkeiten in gemeinnützigen Vereinen, nur eben digital.

Die rechtliche Gleichstellung mit klassischem Ehrenamt wäre daher folgerichtig.

3. Gesellschaftliche Abhängigkeit ohne gesellschaftliche Anerkennung

  • Staatliche Einrichtungen, Kommunen, Schulen und Unternehmen profitieren direkt von Open-Source-Bibliotheken, Frameworks und Tools.
  • Sicherheitslücken wie „Heartbleed“ oder Log4Shell haben gezeigt, wie entscheidend die Arbeit der Maintainer für das Schutzinteresse der Allgemeinheit ist.
  • Gleichzeitig fehlen Ressourcen und Strukturen, weil die Arbeit formal nicht als Ehrenamt eingestuft ist – und damit keinerlei steuerliche oder organisatorische Förderung erhält.

Dies erzeugt eine unausgewogene Verantwortungslast, die auf wenigen Freiwilligen liegt, während Millionen Nutzer*innen profitieren.

4. Anerkennung als Ehrenamt würde Rechtsklarheit schaffen

Durch eine formelle Anerkennung könnten:

  • Aufwandsentschädigungen steuerfrei gewährt werden (Ehrenamtspauschale/Übungsleiterpauschale).
  • Gemeinnützige Open-Source-Projekte eine leichtere Einstufung nach §52 AO erreichen.
  • Contributor bei Haftungsfragen besser gestellt werden (analog zu §31a BGB für Vereinsvorstände).
  • Projekte rechtssicher Kosten erstatten oder Spendenquittungen ausstellen.

Dies schafft Transparenz, Rechtssicherheit und Nachhaltigkeit im digitalen Ehrenamt.

5. Digitalisierung braucht freiwillige Kompetenz – und diese verdient Förderung

  • Open-Source-Engagement erfordert hohe technische Kompetenz.
  • Freiwillige Entwickler*innen leisten Arbeit, die Unternehmen ansonsten für hohe Stundensätze einkaufen müssten.
  • Der Staat investiert Milliarden in Digitalisierung, ignoriert aber die Menschen, die die technologische Basis freiwillig pflegen.

Eine Anerkennung als Ehrenamt wäre ein kosteneffizienter Beitrag zur digitalen Souveränität Deutschlands.

6. Deutschland hinkt international hinterher

Andere Staaten fördern Open-Source-Engagement bereits durch:

  • steuerliche Begünstigungen
  • institutionelle Förderung
  • Anerkennung gemeinnütziger Softwareentwicklung

Deutschland riskiert, im globalen Wettbewerb zurückzufallen, wenn Freiwilligenarbeit im digitalen Raum weiterhin strukturell benachteiligt wird.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Boris Hinzer, Erkelenz
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Angaben zur Petition

Petition gestartet: 24.11.2025
Sammlung endet: 23.05.2026
Region: Deutschland
Kategorie: Internet

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    Vielen Dank für das Engagement!
    Ihr Team von openPetition
  • Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) unterstützt die Petition und hat in diversen Social Media Posts und auf LinkedIn (https://www.linkedin.com/posts/gesellschaft-fuer-informatik_anerkennung-von-open-source-arbeit-als-ehrenamt-activity-7416411225514844160-Kl12) die Petition geteilt.

    Darüber hinaus ist ein Artikel im GI Magazin für März in Planung.

    Zur GI: Die Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ist mit mehr als 17.000 persönlichen und 250 korporativen Mitgliedern die größte Fachgesellschaft für Informatik im deutschsprachigen Raum und vertritt seit 1969 die Interessen der Informatiker*innen. Mit 14 Fachbereichen, über 30 aktiven Regionalgruppen und unzähligen Fachgruppen ist die GI Plattform und Sprachrohr für alle Disziplinen in der Informatik.
  • In einem Artikel auf news.typo3.com, per Newsletter und auf diversen Social Media Kanälen empfiehlt die TYPO3 Association Ihren rund *1.200 Mitgliedern* die Unterstützung der Petition zur Anerkennung von Open-Source Arbeit als Ehrenamt.

    Der Artikel kann in Englisch hier abgerufen werden:
    https://news.typo3.com/article/recognizing-open-source-work-as-volunteering-in-germany

Der Einsatz von Open-Source-Software (OSS) in deutschen Verwaltungen, wie in Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg und auf kommunaler Ebene (z.B. Schwäbisch Hall) praktiziert, ist ein wachsender Trend, der vor allem digitale Souveränität und Unabhängigkeit von proprietären Herstellern sicherstellt. Die Förderung als Ehrenamt kostet nicht viel, bringt der Allgemeinheit aber eine Menge, bereits jetzt.

Noch kein CONTRA Argument.

Warum Menschen unterschreiben

OpenSource ist mehr als nur gemeinnützig, es dient der gesamten Menschheit.

Damit wir uns von den USA unabhängig machen können. OpenSource kann ein Teil davon sein.

Als Open-Source-Entwickler stelle ich meine Fähigkeit schon seit über 15 Jahren unentgeltlich der Allgemeinheit zur Verfügung. Die Zeit, die ich dafür opfere, kommt dem Aufwand gleich, den immer weniger Menschen in Deutschland bereit sind, ins Ehrenamt zu stecken.

Weil Arbeit für die technische europäische Souveränität ist genau so wichtig wie alle andere ehrenamtlichen Tätigkeiten

Open Source Software ist ein essentieller Teil vieler wichtiger Softwarelösungen, der zur Qualität wesentlich beiträgt. Dieser Beitrag muss anerkannt und abgesichert werden. Open Source Software ermöglicht digitale Souveränität.

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