Ja zum geplanten Suchthilfezentrum an der Haltestelle Severinstraße (Köln)

Petition richtet sich an
Bürgermeisterin Julie Cazier

1.809 Unterschriften

69 %
972 von 1.400 für Quorum in Köln Köln-Innenstadt (Stadtbezirk) Köln Köln-Innenstadt (Stadtbezirk)

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  1. Gestartet Januar 2026
  2. Sammlung noch > 7 Wochen
  3. Einreichung
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung
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Petition richtet sich an: Bürgermeisterin Julie Cazier

Wir unterstützen die geplante Errichtung eines Suchthilfezentrums mit integriertem Drogenkonsumraum an der Wilhelm-Hoßdorf-Straße/Perlengraben im Pantaleons-/Severinsviertel.

Wir fordern:

  • Die Fortführung der Planungen für das Suchthilfezentrum an der vorgeschlagenen Stelle, unter Einbeziehung transparenter Sicherheits-, Schutz- und Ordnungskonzepte.
  • Eine intensive Beteiligung der Nachbarschaft bei der Ausgestaltung dieser Konzepte.
  • Die Bereitschaft der Stadtpolitik, den Menschen in Not genauso viel Wert und Raum zu geben wie den Interessen von Anwohnerinnen und Anwohnern.
  • Das geplante Suchthilfezentrum darf nur ein Anfang bleiben. Wir fordern weitere Zentren und vor allem die Eröffnung des Zentrums in Kalk.

Lasst uns das Problem lösen statt unsichtbar machen und weiter verschieben!

Begründung

Wir erkennen die Belastung für Anwohnende durch den Umgang mit Sucht und offen sichtbarem Drogenkonsum an. Wir teilen die Sorgen um Sicherheit, Wohnqualität und den Schutz von Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen. Sie verdienen konstruktive Antworten.

Warum dieses Zentrum wichtig ist

1) Hilfe dort, wo das Problem am größten ist
Suchthilfe funktioniert dort am besten, wo sich Betroffene aufhalten. Niedrigschwellige Angebote – also Einrichtungen, die unkompliziert erreichbar sind – tragen dazu bei, dass Menschen mit schwerer Sucht eher Kontakt zu Hilfsangeboten aufnehmen. Menschen, die bislang keinen Kontakt zum Hilfesystem hatten, können dadurch erreicht werden. Diese Angebote sind ein wesentlicher Baustein, um Überdosierungen zu verhindern, gesundheitliche Risiken zu senken und weiterführende Therapieangebote anzunehmen.

2) Keine belegten Zunahmen von Kriminalität
Studien zeigen, dass das Vorhandensein von Suchthilfezentren (SHZ) nicht zu einer Zunahme von Beschaffungskriminalität im Umfeld geführt hat. [1, 2, 3, 4, 5, 6] Vielmehr lässt sich durch die Reduktion des öffentlichen Konsums auch eine Verringerung von Belästigungen im öffentlichen Raum beobachten.

3) Sicherheit für alle - Leben retten!
Die Einrichtung eines SHZ bedeutet nicht, Probleme zu verdrängen, sondern sie unter medizinischer Aufsicht und in einer kontrollierten, hygienischen Umgebung zu behandeln. Dies schützt die Menschen, die dort Hilfe annehmen, vor Überdosierungen. Das rettet Leben und entlastet das Gesundheitssystem. [7]

4) Weniger öffentlicher Drogenkonsum
Professionell betreute SHZ tragen dazu bei, den Konsum in der Öffentlichkeit zu reduzieren und damit auch die damit verbundenen Belastungen zu verringern. Da Spritzen vor Ort entsorgt werden können und die Konsumierenden beaufsichtigt werden, verbessert sich unmittelbar das Stadtbild und die Sicherheit in der Umgebung. Infektionsrisiken in der Umgebung sinken dadurch. [7]

5) Anpassung des Hilfeangebots an verändertes Konsumverhalten
Das Konsumverhalten von Drogenabhängigen hat sich in den letzten Jahren verändert. Crack gewinnt an Bedeutung. Suchtkranke Menschen müssen Crack viel häufiger am Tag konsumieren, als andere harte Drogen. Die bestehenden Hilfeangebote sind darauf nicht ausgelegt und müssen angepasst werden. [7, 8, 9, 10]

Niemand will Drogenkonsum in der eigenen Nachbarschaft

Während wir dennoch den Bedarf an SHZ sehen, verstehen wir auch die Sorgen der Anwohnenden:

1) Sicherheit von Kindern und Schulwegen
Sicherheit ist ein gemeinsames Anliegen. Ein gut strukturiertes Sicherheits- und Einschreitkonzept, dass vor Inbetriebnahme transparent gemacht und mit den Anwohnenden diskutiert wird, kann Risiken minimieren. 
Es ist aber auch hinlänglich bekannt, dass die Entwicklung von Drogenabhängigkeit unter Jugendlichen mit dem Konsum im Elternhaus [11], der Eltern-Kind-Beziehung [12], Gewalterfahrungen [13], den Peers [14] und dem Schulklima [15] zusammenhängt. Wohlstandgefälle bewirken erst im Erwachsenenalter eine erhöhtes Risiko für eine Suchterkrankung.
Tatsächlich verhindert eine rein abstrakte Behandlung des Themas "Drogen" in der Schule nicht, dass Jugendliche trotzdem abhängig werden [16]. Die direkte Konfrontation mit suchtkranken Menschen im Lebensalltag führt hingegen auf drastische Weise die Gefahren und Konsequenzen von Drogenkonsum vor Augen.

2) Wohn- und Lebensqualität
Forschungsergebnisse zeigen, dass SHZ dort, wo sie sorgfältig geplant und betrieben werden, nicht zu einer Abwertung der Wohnqualität führen – im Gegenteil können sie Teil einer ganzheitlichen Lösung sein, die das Viertel insgesamt lebenswerter macht, wenn die öffentliche Drogenszene eingedämmt werden.

3) Angst vor sinkenden Immobilienwerten
Sowohl die Reaktionen auf dieses geplante SHZ, als auch die Bürgervereinigung gegen die Suchtambulanz in der Lungengasse zeigen, dass gerade auch Immobilienbesitzer*innen, Vermieter*innen und Spekulant*innen um den Geldwert ihrer Immobilien in der Umgebung fürchten. Das ist nachvollziehbar, da solche Kriterien im Mietspiegel berücksichtigt werden und zu einer niedrigeren Einstufung der Wohnlage führen. Während Vermögende darin ein Problem sehen, ist es gleichzeitig eine gute Chance für die tatsächlichen Bewohner*innen der Wohnungen und eine Möglichkeit, der Verdrängung von Normalverdienden aus der Kölner Innenstadt etwas entgegenzusetzen. Mietpreise normalisieren sich und die Attraktivität des Veedels steigt, wenn der öffentliche Konsum im Wohnumfeld eingeschränkt wird.

Lasst uns Köln leben und solidarisch mit unseren Mitmenschen bleiben

Wir stehen solidarisch zu allen Menschen in unserer Stadt – unabhängig von ihrer sozialen und gesundheitlichen Situation. Sucht ist eine Krankheit, keine moralische Verfehlung. Eine moderne Stadtpolitik darf nicht in „Hilfe ja, aber nicht hier“ verharren, sondern braucht evidenzbasierte Antworten, die sowohl den betroffenen Menschen als auch der Gemeinschaft dienen.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Sebastian Endres, Köln
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 16.01.2026
Sammlung endet: 15.07.2026
Region: Köln Köln-Innenstadt (Stadtbezirk)
Kategorie: Soziales

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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützer*innen des geplanten Suchthilfezentrums,

    es geht in die heiße Phase: Am kommenden Dienstag, den 12.05. wird der Rat der Stadt Köln über den Bau des geplanten Suchthilfezentrums am Perlengraben abstimmen. Soweit wir informiert sind, hat sich an der positiven Haltung der Fraktionen nichts geändert und eine stabile Mehrheit wird grünes Licht geben. Und das ist gut so, denn ein gut geplantes Suchthilfezentrum wird einen unerlässlichen und hilfreichen Baustein im Hilfsangebot für suchterkrankte Menschen in Köln darstellen.

    Wir werden die Abstimmung am 12.05. ab 14:30 mit einer Kundgebung auf dem Theo-Burauen-Platz begleiten.

    In den letzten Monaten haben wir aber leider auch eine Intensive Not-In-My-Backyard-Kampagne der Gegner des Suchthilfezentrums erleben müssen. Leider mussten wir erfahren, dass diese nicht an einem fairen, nachbarschaftlichen Austausch interessiert waren und sachliche Argumente haben kaum eine Rolle gespielt. Stattdessen war der Diskurs geprägt von Nebelkerzendebatte, wie etwa angebliche handwerkliche Fehler der Stadt Köln, Schutz der angrenzenden Bäume und Panikmache. Mittlerweile schrecken die Gegner nicht einmal mehr vor persönlichen Angriffen gegen und Verleumdung von Mitgliedern unseres Zusammenschlusses "Südi bleibt solidarisch" zurück. Es gehört dazu, unterschiedliche Meinungen zu diesem vielschichtigen Thema zu haben. Aber leider wurden einige rote Linien überschritten.

    Wir haben vollstes Verständnis dafür, dass es zunächst einmal beunruhigend ist, wenn so ein Suchthilfezentrum in unmittelbarer Nachbarschaft entstehen soll. Aber wir müssen uns immer vor Augen führen, dass ein Suchthilfezentrum die einzige wirksame Maßnahme gegen eine offene Drogenszene ist. Und diese Großstadtprobleme finden schon seit Jahren natürlich auch im Pantaleonsviertel statt, auch wenn das von den Gegnern immer geleugnet wird.

    Um wieder mehr Sachlichkeit in die Debatte zu bringen, veranstaltet "Südi bleibt solidarisch" zusammen mit der Karl-Rahner-Akademie und der Melanchton Akademie schon morgen (Donnerstag den 07.05. um 19:00) eine Podiumsdiskussion. Im Fokus steht, welchen Mehrwert ein Suchthilfezentrum bieten kann und was wirklich die Auswirkungen für Anwohnende sind. Es sind nur noch wenige Plätze frei. Hier kann man sich kostenlos anmelden: https://www.karl-rahner-akademie.de/programm/kurs/Auf-dem-Weg-zum-Suchthilfezentrum/26166

    Leider hat der WDR parallel zu unserer Podiumsdiskussion ein Stadtgespräch geplant. Im Fokus wird dabei leider der Gegenprotest der Anwohnenden stehen. Wir wurden nicht eingeladen. Es ist zu befürchten, dass Buh-Rufe gegen Expert*innen und menschenverachtende Kommentare aus dem Publikum die Stimmung prägen werden, wie wir es schon bei der Infoveranstaltung der Stadt Köln erlebt haben. Wer eine dicke Haut hat, kann dort gerne hin gehen und versuchen ein Gegengewicht zu stellen
    https://www1.wdr.de/radio/wdr5/sendungen/stadtgespraech/suchthilfezentrum-koeln-100.html

    Unsere Gruppe wird auch nach der Abstimmung aktiv bleiben und den Prozess weiter begleiten. Es ist davon auszugehen, dass die Gegner des Suchthilfezentrums gegen einzelne Punkte klagen werden und dadurch den Bau verzögern werden. Dann kommt es darauf an, Übergangslösungen bereitzustellen damit unseren betroffenen Mitmenschen dennoch geholfen werden kann.

    Solidarische Grüße aus der Kölner Innenstadt

    Sebastian Endres

Da wählen sie mit 40% die Grünen, sind die Gutmenschen die jeden in diesem Land aufnehmen möchten, die immer dafür sind sozial schwache zu unterstützen und wollen die Welt verbessern. Wird aber einmal vor ihrer Haustüre etwas für Menschen getan, dann sind sie natürlich dagegen. Einfach unfassbar!

Am genannten Standort befindet sich derzeit keine Szene. Die Stadt kann nicht belegen, ob der Standort überhaupt angenommen werden würde. Zudem wird ein Zentrum steigendem Crack Konsum nicht gerecht. Die Konsumierenden sind nicht ruhig und halten sich langfristig irgendwo auf, sie wandern umher. Das Geld sollte besser in viele kleine mobile Einheiten investiert werden.

Warum Menschen unterschreiben

Weil diese Menschen unbedingt Hilfe benötigen.

Das Thema Suchthilfe und Sicherheit und Irdnung im öffentlichen Raum muss strukturiert und professionell angegangen werden. Das geplante Zentrum liefert dazu einen zentralen und wichtigen Baustein

Das Angebot ist notwendig und sinnvoll!!

Thomas Kleefuß

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