1.754 Unterschriften
Petition richtet sich an: Bürgermeisterin Julie Cazier
Wir unterstützen die geplante Errichtung eines Suchthilfezentrums mit integriertem Drogenkonsumraum an der Wilhelm-Hoßdorf-Straße/Perlengraben im Pantaleons-/Severinsviertel.
Wir fordern:
- Die Fortführung der Planungen für das Suchthilfezentrum an der vorgeschlagenen Stelle, unter Einbeziehung transparenter Sicherheits-, Schutz- und Ordnungskonzepte.
- Eine intensive Beteiligung der Nachbarschaft bei der Ausgestaltung dieser Konzepte.
- Die Bereitschaft der Stadtpolitik, den Menschen in Not genauso viel Wert und Raum zu geben wie den Interessen von Anwohnerinnen und Anwohnern.
- Das geplante Suchthilfezentrum darf nur ein Anfang bleiben. Wir fordern weitere Zentren und vor allem die Eröffnung des Zentrums in Kalk.
Lasst uns das Problem lösen statt unsichtbar machen und weiter verschieben!
Begründung
Wir erkennen die Belastung für Anwohnende durch den Umgang mit Sucht und offen sichtbarem Drogenkonsum an. Wir teilen die Sorgen um Sicherheit, Wohnqualität und den Schutz von Kindern, Jugendlichen und älteren Menschen. Sie verdienen konstruktive Antworten.
Warum dieses Zentrum wichtig ist
1) Hilfe dort, wo das Problem am größten ist
Suchthilfe funktioniert dort am besten, wo sich Betroffene aufhalten. Niedrigschwellige Angebote – also Einrichtungen, die unkompliziert erreichbar sind – tragen dazu bei, dass Menschen mit schwerer Sucht eher Kontakt zu Hilfsangeboten aufnehmen. Menschen, die bislang keinen Kontakt zum Hilfesystem hatten, können dadurch erreicht werden. Diese Angebote sind ein wesentlicher Baustein, um Überdosierungen zu verhindern, gesundheitliche Risiken zu senken und weiterführende Therapieangebote anzunehmen.
2) Keine belegten Zunahmen von Kriminalität
Studien zeigen, dass das Vorhandensein von Suchthilfezentren (SHZ) nicht zu einer Zunahme von Beschaffungskriminalität im Umfeld geführt hat. [1, 2, 3, 4, 5, 6] Vielmehr lässt sich durch die Reduktion des öffentlichen Konsums auch eine Verringerung von Belästigungen im öffentlichen Raum beobachten.
3) Sicherheit für alle - Leben retten!
Die Einrichtung eines SHZ bedeutet nicht, Probleme zu verdrängen, sondern sie unter medizinischer Aufsicht und in einer kontrollierten, hygienischen Umgebung zu behandeln. Dies schützt die Menschen, die dort Hilfe annehmen, vor Überdosierungen. Das rettet Leben und entlastet das Gesundheitssystem. [7]
4) Weniger öffentlicher Drogenkonsum
Professionell betreute SHZ tragen dazu bei, den Konsum in der Öffentlichkeit zu reduzieren und damit auch die damit verbundenen Belastungen zu verringern. Da Spritzen vor Ort entsorgt werden können und die Konsumierenden beaufsichtigt werden, verbessert sich unmittelbar das Stadtbild und die Sicherheit in der Umgebung. Infektionsrisiken in der Umgebung sinken dadurch. [7]
5) Anpassung des Hilfeangebots an verändertes Konsumverhalten
Das Konsumverhalten von Drogenabhängigen hat sich in den letzten Jahren verändert. Crack gewinnt an Bedeutung. Suchtkranke Menschen müssen Crack viel häufiger am Tag konsumieren, als andere harte Drogen. Die bestehenden Hilfeangebote sind darauf nicht ausgelegt und müssen angepasst werden. [7, 8, 9, 10]
Niemand will Drogenkonsum in der eigenen Nachbarschaft
Während wir dennoch den Bedarf an SHZ sehen, verstehen wir auch die Sorgen der Anwohnenden:
1) Sicherheit von Kindern und Schulwegen
Sicherheit ist ein gemeinsames Anliegen. Ein gut strukturiertes Sicherheits- und Einschreitkonzept, dass vor Inbetriebnahme transparent gemacht und mit den Anwohnenden diskutiert wird, kann Risiken minimieren.
Es ist aber auch hinlänglich bekannt, dass die Entwicklung von Drogenabhängigkeit unter Jugendlichen mit dem Konsum im Elternhaus [11], der Eltern-Kind-Beziehung [12], Gewalterfahrungen [13], den Peers [14] und dem Schulklima [15] zusammenhängt. Wohlstandgefälle bewirken erst im Erwachsenenalter eine erhöhtes Risiko für eine Suchterkrankung.
Tatsächlich verhindert eine rein abstrakte Behandlung des Themas "Drogen" in der Schule nicht, dass Jugendliche trotzdem abhängig werden [16]. Die direkte Konfrontation mit suchtkranken Menschen im Lebensalltag führt hingegen auf drastische Weise die Gefahren und Konsequenzen von Drogenkonsum vor Augen.
2) Wohn- und Lebensqualität
Forschungsergebnisse zeigen, dass SHZ dort, wo sie sorgfältig geplant und betrieben werden, nicht zu einer Abwertung der Wohnqualität führen – im Gegenteil können sie Teil einer ganzheitlichen Lösung sein, die das Viertel insgesamt lebenswerter macht, wenn die öffentliche Drogenszene eingedämmt werden.
3) Angst vor sinkenden Immobilienwerten
Sowohl die Reaktionen auf dieses geplante SHZ, als auch die Bürgervereinigung gegen die Suchtambulanz in der Lungengasse zeigen, dass gerade auch Immobilienbesitzer*innen, Vermieter*innen und Spekulant*innen um den Geldwert ihrer Immobilien in der Umgebung fürchten. Das ist nachvollziehbar, da solche Kriterien im Mietspiegel berücksichtigt werden und zu einer niedrigeren Einstufung der Wohnlage führen. Während Vermögende darin ein Problem sehen, ist es gleichzeitig eine gute Chance für die tatsächlichen Bewohner*innen der Wohnungen und eine Möglichkeit, der Verdrängung von Normalverdienden aus der Kölner Innenstadt etwas entgegenzusetzen. Mietpreise normalisieren sich und die Attraktivität des Veedels steigt, wenn der öffentliche Konsum im Wohnumfeld eingeschränkt wird.
Lasst uns Köln leben und solidarisch mit unseren Mitmenschen bleiben
Wir stehen solidarisch zu allen Menschen in unserer Stadt – unabhängig von ihrer sozialen und gesundheitlichen Situation. Sucht ist eine Krankheit, keine moralische Verfehlung. Eine moderne Stadtpolitik darf nicht in „Hilfe ja, aber nicht hier“ verharren, sondern braucht evidenzbasierte Antworten, die sowohl den betroffenen Menschen als auch der Gemeinschaft dienen.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
16.01.2026
Sammlung endet:
15.07.2026
Region:
Köln Köln-Innenstadt (Stadtbezirk)
Kategorie:
Soziales
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Neue SprachversionDebatte
Da wählen sie mit 40% die Grünen, sind die Gutmenschen die jeden in diesem Land aufnehmen möchten, die immer dafür sind sozial schwache zu unterstützen und wollen die Welt verbessern. Wird aber einmal vor ihrer Haustüre etwas für Menschen getan, dann sind sie natürlich dagegen. Einfach unfassbar!
Ich hoffe, dass die Sicherheit der Anwohner*innen und Schulkinder gewährleistet wird, wenn das Zentrum kommt. Falls nicht, werden Sie sich dann für uns einsetzen und vor Ort helfen?
Warum Menschen unterschreiben
Klar ist: Köln hat sich das Problem der offenen Drogenszene nicht ausgesucht. Niemand hat sich das menschheitsweite Problem Sucht ausgesucht, die ganz krassen Erscheinungsformen schon gar nicht.. Aber: Die Not der an ihrer Sucht verwahrlosenden Suchtkranken ist real. Die Konsumkonstellationen haben sich seit der Einrichtung des Drogenkonsumraums in der Lungengasse verändert. Das neue Suchthilfezentrum ist eine kluge Reaktion darauf. Die Petition zeigt schlüssig auf, dass die Sorgen der Anwohner ihr Recht haben. Sucht gibt es überall. Dass die Crack-Konsumenten sich in der Kölner City "ballen" ist auch eine Chance, diesen Menschen zu helfen. Die Stadt organisiert hier stellvertretend für uns alle Lösungen für eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Das verdient die Unterstützung möglichst vieler. Auch wenn die dort findbaren Lösungen nicht perfekt sein werden, der Standort eignet sich. Ich habe hohen Respekt vor den Menschen, die dort arbeiten werden. Sie sollen wissen, dass möglichst viele ihre Arbeit schätzen.
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Kölner lassen keinen allein