Neuigkeiten
-
Bis zur Wahl wird es einen Blog geben. Er beschreibt die Entwicklung der Johannisfreiheit von 1011 bis heute. An jedem Wochenende wird ein neues Kapitel hinzugefügt. Er ist vor allem an diejenigen gerichtet, die Geschichte bislang als langweilige und staubtrockene Archivarbeit angesehen haben ;-).
Geschichtserzählung etwas anders, hier geht's zum Blog -
Was wir verlieren werden, wenn wir es nicht schützen!
am 26.06.2026Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Petition gegen die Neumarktumfahrung über die Johannisfreiheit,
eine Gruppe Osnabrücker Historiker hat beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege eine Erweiterung des Denkmalschutzes an der Johannisfreiheit beantragt. Konkret handelt es sich um
- die Erweiterung der unter Denkmalschutz stehenden Gruppe baulicher Anlagen „Johannisfreiheit“ um das Neustädter Rathaus und um Teile der Wegeverbindung „Johannisfreiheit“ und
- die Anerkennung der Wegeverbindung Johannisfreiheit als Einzeldenkmal.
Die Wegeverbindung Johannisfreiheit ist die Raumkante der ersten Siedlungsfläche der Neustadt. Es ist einzigartig in Osnabrück und auch überregional bedeutungsvoll, dass man diese Siedlungsfläche im heutigen Stadtbild noch als multifunktionalen mittelalterlichen Zentralort erkennt.
Damit wird nicht in Frage gestellt, dass die Altstadt von Osnabrück älter ist. Der Marktplatz mit dem Rathaus des Westfälischen Friedens entstand jedoch wesentlich später. Auch die Domsfreiheit wurde im Laufe der Geschichte umgestaltet. Nur die Johannisfreiheit zeigt die Raumaufteilung aus der Zeit um 1011, als das Stift St. Johann gegründet wurde.
Die Antragsteller verweisen in ihren Anträgen auf den Bebauungsplan B-73, der 1994 grundlegend geändert wurde. Er schreibt bis heute die Verkehrsberuhigung und das Durchfahrtsverbot als Grundkonzeption für diesen Bereich fest.
Diese planungsrechtliche Festschreibung sichert den Schutz der Krankenhäuser vor den Einflüssen des Verkehrs und den historischen Kern der Neustadt als kulturgeschichtliches Erbe im Stadtbild langfristig ab. Im Gegenzug wurden die mittelalterlichen Strukturen im weiteren Umfeld der Johanniskirche für die Bebauung durch die Krankenhäuser freigegeben.
Dieser heute noch rechtlich gültige Kompromiss wurde vom damaligen Stadtrat mit großer Mehrheit verabschiedet. Er wird nach Ansicht der Antragsteller im aktuell diskutierten Ratsbeschluss nicht berücksichtigt. Denn die Umwidmung zu einer Bustrasse verändert die Verkehrssituation an der Johannisfreiheit grundsätzlich. Auch die derzeit gültige Freigabe für den Buslinienverkehr bezieht sich auf Ersatzrouten bei Baumaßnahmen und nicht auf eine dauerhafte Nutzung. Der Ratsbeschluss widerspricht damit nach Ansicht der Antragsteller dem planungsrechtlich langfristig festgeschriebenen Schutz der Johannisfreiheit und der Krankenhäuser.
Die Johannisfreiheit wurde vor 25 Jahren mit Hilfe von Planungswettbewerben neu gestaltet. Trotz erkennbarer Alterung wird sie bis heute von Bürgerinnen und Bürgern, von Besuchern der Stadt und der Krankenhäuser als schöner und historisch wertvoller innerstädtischer Rückzugsort wahrgenommen. Das soll so bleiben.
Die Zustimmung zu unserer Petition wächst kontinuierlich. Aber die Anzahl der Unterschriften reicht noch immer nicht aus. Die Politik verfolgt ihre Pläne zur Verlagerung von 730 Bussen täglich vom Neumarkt auf die Johannisfreiheit weiter.
Je mehr Menschen von unseren Anträgen wissen, desto stärker wird unser Anliegen wahrgenommen. Bitte leiten Sie diese Information gerne weiter.
Mit freundlichen Grüßen
Marius Meinert
Für Ihr/Euer Petitionsteam Kernstadt-OS -
Neumarkt bleibt Busknoten. Die Busumfahrung eines kurzen Segments mit erheblicher Belastung der kleinteiligen und gepflasterten Umfahrungszonen mit großen Bussen kann nicht überzeugen. Die Umfahrungen mit Gelenkbussen während der Neumarktsperrungen hatten die Probleme in der engen Neustadt bereits deutlich gezeigt. Und ökonomisch/ökologisch sowie bei den Fahrzeitverlängerungen erschließt sich die Umfahrungsplanung nicht.