Region: Osnabrück

Busknoten Neumarkt und Ruhepol Johannisfreiheit erhalten! Keine Mehrbelastung der Johannisstraße!

Petition richtet sich an:
Die Ratsmitglieder und die Oberbürgermeisterin der Stadt Osnabrück
Abgegebene Stellungnahmen von Abgeordneten

2.769 Unterschriften

100 %
2.207 von 1.600 für Quorum in Osnabrück Osnabrück

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2.207 von 1.600 für Quorum in Osnabrück Osnabrück
  1. Gestartet Januar 2026
  2. Sammlung noch > 6 Wochen
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  4. Dialog mit Empfänger
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Petition richtet sich an: Die Ratsmitglieder und die Oberbürgermeisterin der Stadt Osnabrück

Am zentralen Busknoten Neumarkt in Osnabrück soll für 70% der Busse die Durchfahrt gesperrt werden.
So die Beschlüsse von CDU, Bündnis90/Die Grünen und SPD im Stadtrat Osnabrück. Für die in Ost-West-Richtung gesperrten 70 Meter vor dem Landgericht wird eine 1000 Meter lange Umfahrung durch die Innenstadt ausgebaut.
Die Umfahrung führt u.a. durch den historischen Kern der Neustadt, die begrünte Johannisfreiheit. Diese schmale Durchfahrt teilt sich der Radverkehr aktuell nur mit den Einsatzfahrzeugen auf dem Weg zu den Krankenhäusern. Die Öffnung der Johannisfreiheit für den dauerhaften Busbetrieb erfordert eine großflächige Betonierung wie schon die Johannisstraße.

Negative Folgen für die Innenstadt und deren Anbindung sind unter anderem:

  • Schlechtere Anschlussmöglichkeiten durch lange Wege zu Haltestellen in Seitenstraßen.
  • Längere Fahrtzeiten für täglich bis zu 800 Busse durch kilometerlange Umfahrungen.
  • Verlust der Verkehrsruhe für das Gesundheitsquartier (Marienhospital, Kinderhospital, weitere Einrichtungen) auf der Johannisfreiheit.
  • Zusätzlich hunderte Busse in der bereits stark belasteten Fußgängerzone Johannisstraße.
  • Höhere Kosten des Busverkehrs.

Mit den Plänen soll eine "Neue Mitte" geschaffen werden. Der Neumarkt wird von der Lyrastraße/Alte Münze bis zum Kollegienwall durchgängig mit Betonplatten gepflastert. Es entsteht ein 400 Meter langer "Steinerner Stadtplatz" mit wenig Grün und geringer Aufenthaltsqualität.

Wir fordern die Rücknahme dieser Beschlüsse und stattdessen

  • Ausarbeitung der vorliegenden Alternativen zum Fortbestand des zentralen Busknotens „Neumarkt“ mit der direkten Anfahrt aus allen Richtungen,
  • Vorrang für Sicherheit und Funktionalität auf dem Neumarkt, Stärkung des Ruhepols auf der Johannisfreiheit und Aufwertung der Fußgängerzone Johannisstraße.

Begründung

Die Mehrheitsentscheidung des Osnabrücker Rats führt zu erheblichen Nachteilen für Berufstätige, Schüler, Senioren, Patienten, Besucher, Pflege- und Hilfsbedürftige, den Einzelhandel und Gewerbetreibende und alle Bürgerinnen und Bürger.

  1. Die Anbindung vieler Stadtteile von Osnabrück, des Landkreis Osnabrück und von Gemeinden in NRW wie Lotte, Westerkappeln und Mettingen wird teurer und umständlicher.
  2. Die Planung und der Bau der Umfahrung über die Johannisfreiheit und die Johannisstraße sind kostenintensiv und verzögern die Umsetzung eines leistungsfähigen Busnetzes um Jahre.
  3. In der Folge verliert die gesamte Osnabrücker Innenstadt weiter an Zugkraft. Die Abwertung der Fußgängerzone Johannisstraße setzt sich fort. Die Abwärtsspirale im Einzelhandel verschärft sich.
  4. Durch Busverkehr im Minutentakt und den parallelen Zweirichtungsradweg wird es gefährlicher, die Johannisfreiheit zu Fuß zu queren. Betroffen sind Patienten, Besucher und Mitarbeiter des Gesundheitsquartiers (Marienhospital, Christliches Kinderhospital u.a.) und der Fußverkehr in/aus Richtung Hauptbahnhof.
  5. Die für die Gründungsgeschichte von Osnabrück bedeutsame Johannisfreiheit mit dem historischen Ensemble Johanniskirche und Neustädter Rathaus verliert ihre Ruhe und Erlebnisqualität. Der heute einspurige und begrünte verkehrsberuhigte Bereich zwischen den Krankenhäusern wird durch eine 14 Meter breite Betontrasse ersetzt. Für die Realisierung der Bustrasse muss die Kirchengemeinde einen Teil des Gräberfeldes ihres ehemaligen Friedhofs an die Stadt Osnabrück verkaufen.
  6. Die historische Bausubstanz an der Johannisfreiheit, die bei Baumaßnahmen in der Vergangenheit bereits geschädigt wurde und unter Beobachtung steht, wird weiteren Belastungen ausgesetzt. Die Auswirkungen des Fahrbetriebs der sehr schweren Elektrobusse im engen Kurvenverlauf sind nicht vorhersehbar.
  7. Die Situation für Radfahrende und Zufußgehende in der Neustadt wird schlechter: Sie werden sich auf der Johannisstraße im Dauerkonflikt mit dem verdichteten Busverkehr befinden. Der zu Stoßzeiten stark befahrene südliche Wallring, der bereits jetzt zu schmal für sichernde Maßnahmen des Radverkehrs ist, muss zusätzlich Busse aufnehmen.
  8. Trotz einer extremen Verschuldung der Stadt Osnabrück sollen mit insgesamt 27 Mio. Euro hohe Summen für die Umgestaltung des Neumarkt als "Neue Mitte" fließen. Ungeklärt sind viele weitere Kosten, so fehlen bisher Kostenplanungen für die Umfahrungen über die Johannisfreiheit, Pottgraben, Petersburger Wall. Die zusätzlichen Betriebskosten für die Umfahrungen werden nach ersten Schätzungen sechsstellig pro Jahr sein. Ungeklärt ist auch, ob beantragte Fördermittel in Millionenhöhe bewilligt werden. In jedem Fall werden weniger Mittel für dringende Investitionen, z.B. in Schulen zur Verfügung stehen.

Schließlich, aber nicht zuletzt: Klimaschutz und umweltverträgliche Verkehrsangebote werden geschwächt. Das von der Stadt Osnabrück für 2040 gesetzte Ziel, den ÖPNV-Anteil an der Gesamtmobilität deutlich zu erhöhen wird verfehlt. Den ca. 59.000 Einpendlern und ca. 27.000 Auspendlern wird keine ausreichende attraktive Alternative zum privaten Pkw angeboten. Ein weiteres Absinken der schon heute sehr niedrigen Akzeptanz des Busverkehrs in Osnabrück (66% negative Bewertungen) ist zu befürchten.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Weiterführende Informationen:
Ratsbeschluss 09.12.2025:
https://www.osnabrueck.sitzung-online.de/public/vo020?VOLFDNR=2001806&refresh=false&TOLFDNR=2006883
Ratsbeschluss 01.10.2024:
https://www.osnabrueck.sitzung-online.de/public/vo020?VOLFDNR=1020913&refresh=false&TOLFDNR=1107329
Planungsgrafiken zum "Steinernen Stadtplatz" der "Neuen Mitte":
https://entwickelt.osnabrueck.de/de/stadtraeume-gestalten/der-neumarkt/

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Zukunft Kernstadt Osnabrück, Osnabrück
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 30.01.2026
Sammlung endet: 13.09.2026
Region: Osnabrück
Kategorie: Verkehr

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Neuigkeiten

  • Bis zur Wahl wird es einen Blog geben. Er beschreibt die Entwicklung der Johannisfreiheit von 1011 bis heute. An jedem Wochenende wird ein neues Kapitel hinzugefügt. Er ist vor allem an diejenigen gerichtet, die Geschichte bislang als langweilige und staubtrockene Archivarbeit angesehen haben ;-).
    Geschichtserzählung etwas anders, hier geht's zum Blog

    https://johannisfreiheit.blogspot.com/

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer der Petition gegen die Neumarktumfahrung über die Johannisfreiheit,
     
    eine Gruppe Osnabrücker Historiker hat beim Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege eine Erweiterung des Denkmalschutzes an der Johannisfreiheit beantragt. Konkret handelt es sich um
     

    • die Erweiterung der unter Denkmalschutz stehenden Gruppe baulicher Anlagen „Johannisfreiheit“ um das Neustädter Rathaus und um Teile der Wegeverbindung „Johannisfreiheit“ und
    • die Anerkennung der Wegeverbindung Johannisfreiheit als Einzeldenkmal.

     
    Die Wegeverbindung Johannisfreiheit ist die Raumkante der ersten Siedlungsfläche der Neustadt. Es ist einzigartig in Osnabrück und auch überregional bedeutungsvoll, dass man diese Siedlungsfläche im heutigen Stadtbild noch als multifunktionalen mittelalterlichen Zentralort erkennt.
     
    Damit wird nicht in Frage gestellt, dass die Altstadt von Osnabrück älter ist. Der Marktplatz mit dem Rathaus des Westfälischen Friedens entstand jedoch wesentlich später. Auch die Domsfreiheit wurde im Laufe der Geschichte umgestaltet. Nur die Johannisfreiheit zeigt die Raumaufteilung aus der Zeit um 1011, als das Stift St. Johann gegründet wurde.
     
    Die Antragsteller verweisen in ihren Anträgen auf den Bebauungsplan B-73, der 1994 grundlegend geändert wurde. Er schreibt bis heute die Verkehrsberuhigung und das Durchfahrtsverbot als Grundkonzeption für diesen Bereich fest.
     
    Diese planungsrechtliche Festschreibung sichert den Schutz der Krankenhäuser vor den Einflüssen des Verkehrs und den historischen Kern der Neustadt als kulturgeschichtliches Erbe im Stadtbild langfristig ab. Im Gegenzug wurden die mittelalterlichen Strukturen im weiteren Umfeld der Johanniskirche für die Bebauung durch die Krankenhäuser freigegeben. 
     
    Dieser heute noch rechtlich gültige Kompromiss wurde vom damaligen Stadtrat mit großer Mehrheit verabschiedet. Er wird nach Ansicht der Antragsteller im aktuell diskutierten Ratsbeschluss nicht berücksichtigt. Denn die Umwidmung zu einer Bustrasse verändert die Verkehrssituation an der Johannisfreiheit grundsätzlich. Auch die derzeit gültige Freigabe für den Buslinienverkehr bezieht sich auf Ersatzrouten bei Baumaßnahmen und nicht auf eine dauerhafte Nutzung. Der Ratsbeschluss widerspricht damit nach Ansicht der Antragsteller dem planungsrechtlich langfristig festgeschriebenen Schutz der Johannisfreiheit und der Krankenhäuser.
     
    Die Johannisfreiheit wurde vor 25 Jahren mit Hilfe von Planungswettbewerben neu gestaltet. Trotz erkennbarer Alterung wird sie bis heute von Bürgerinnen und Bürgern, von Besuchern der Stadt und der Krankenhäuser als schöner und historisch wertvoller innerstädtischer Rückzugsort wahrgenommen. Das soll so bleiben.
     
    Die Zustimmung zu unserer Petition wächst kontinuierlich. Aber die Anzahl der Unterschriften reicht noch immer nicht aus. Die Politik verfolgt ihre Pläne zur Verlagerung von 730 Bussen täglich vom Neumarkt auf die Johannisfreiheit weiter.
     
    Je mehr Menschen von unseren Anträgen wissen, desto stärker wird unser Anliegen wahrgenommen. Bitte leiten Sie diese Information gerne weiter.
     
     
    Mit freundlichen Grüßen
    Marius Meinert
    Für Ihr/Euer Petitionsteam Kernstadt-OS

Schon ästhetisch war es eine Schnapsidee den Neumarkt durch einen massiven Bauklotz einzuengen. Nicht nur Ortfremde geraten in Stress, wenn sie am Neumarkt umsteigen wollen und den Weg zum richtigen Bussteig nicht finden. "Irrfahrten im (fast)Kreis würden das Problem auf die Spitze treiben und die Fahrzeiten unnötig verlängern. Dies zusätzlich zu allen bereits genannten Argumenten.

Mir gefällt die Idee mit der Johannisfreiheit auch nicht. Allerdings muss der Zustand des Neumarktsund der vorderen Johannesstraße dringend verändert werden, von daher halte ich den vorgeschlagenen Weg für das kleinere Übel. Wir brauchen an der Stelle einfach zwingend eine Veränderung und kein Stillstand.

Warum Menschen unterschreiben

Neumarkt bleibt Busknoten. Die Busumfahrung eines kurzen Segments mit erheblicher Belastung der kleinteiligen und gepflasterten Umfahrungszonen mit großen Bussen kann nicht überzeugen. Die Umfahrungen mit Gelenkbussen während der Neumarktsperrungen hatten die Probleme in der engen Neustadt bereits deutlich gezeigt. Und ökonomisch/ökologisch sowie bei den Fahrzeitverlängerungen erschließt sich die Umfahrungsplanung nicht.

Weil ich nicht möchte das sie alle am Krankenhaus und an der Hospize vorbei fahren. Wofür

Kein Verkehr in kleinen Gassen in einer schönen Altstadt

Xxx

Johannisfreiheit ist ein kulturhistorischer Standort, von gewachsener Urbanität mit einer baumbestandenen Ruhezone im Bereich des MHO und sollte keinesfalls den Neumarktplanungen geopfert werden.. Die Funktionalität des Neumarkts hat sich als Busknotenpunkt bewährt und sollte in das städtebauliche geplante Konzept integriert werden.

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