2.915 Unterschriften
Petition richtet sich an: Der Präsident des Landtags NRW, Sozialgericht, kassenärztliche Vereinigung
Für die Einrichtung eines angiologischen Vertragsarztsitzes zur Sicherstellung der Versorgung
Deadline: 20.02.2026 (Verfahrenszeitpunkt vor dem Sozialgericht)
Sehr geehrte Damen und Herren,
wir, die unterzeichnenden Bürgerinnen und Bürger, Patientinnen und Patienten, fordern die Sicherstellung einer angemessenen angiologischen Versorgung in unserer Region durch die Einrichtung eines zusätzlichen vertragsärztlichen Facharztsitzes für Angiologie.
1. Begründung: Post-COVID als vaskuläre Erkrankung
Zunehmende wissenschaftliche Erkenntnisse zeigen, dass COVID-19 keine reine Atemwegserkrankung ist, sondern eine systemische Gefäßerkrankung darstellt. Das SARS-CoV-2-Virus befällt über ACE2-Rezeptoren unter anderem Endothelzellen der Blutgefäße. Dies kann zu:
• Endothelentzündungen (Endotheliitis)
• Mikro- und Makrothrombosen
• Mikrozirkulationsstörungen
• chronischer Gefäßdysfunktion
• vaskulärer Inflammation
führen.
Auch im Rahmen des Post-COVID-Syndroms (Long COVID) werden anhaltende Durchblutungsstörungen, Dysregulation der Gefäßfunktion, Fatigue, Belastungsintoleranz sowie thromboinflammatorische Veränderungen beschrieben.
Die internationale Forschung beschreibt COVID-19 zunehmend als endotheliale Multiorganerkrankung. Eine fachärztlich angiologische Diagnostik (z.B. Gefäßultraschall, Mikrozirkulationsdiagnostik, Differenzierung thrombotischer Komplikationen) ist daher medizinisch geboten, um:
• Folgeerkrankungen zu vermeiden
• Chronifizierungen entgegenzuwirken
• Thrombosen frühzeitig zu erkennen
• dauerhafte Gefäßschäden zu verhindern
Ohne ausreichende angiologische Versorgungsstruktur bleiben viele Betroffene unterdiagnostiziert und unbehandelt.
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2. COVID-19 und das Lymphgefäßsystem
Neben dem Blutgefäßsystem zeigen neuere wissenschaftliche Arbeiten Hinweise auf eine Beteiligung des Lymphgefäßsystems bei COVID-19.
Beschrieben werden unter anderem:
• entzündliche Veränderungen lymphatischer Strukturen
• Störungen der Lymphdrainage
• persistierende Gewebsödeme
• immunologische Dysregulation
Das Lymphsystem ist essenziell für:
• Flüssigkeitshaushalt
• Immunregulation
• Entzündungsauflösung
Eine chronische Beeinträchtigung kann zu sekundären Lymphabflussstörungen führen.
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3. Zusammenhang mit Lipödem und lymphovaskulärer Dysregulation
Das Lipödem ist eine chronische, progrediente Fettverteilungs- und Mikrozirkulationsstörung mit inflammatorischer Komponente. Wissenschaftlich diskutiert wird eine Beteiligung:
• der Mikrovaskulatur
• der Kapillarpermeabilität
• des Lymphgefäßsystems
Postinfektiöse endotheliale Dysfunktionen könnten theoretisch bestehende Prädispositionen verschlechtern oder lymphovaskuläre Dysregulationen verstärken. Eine differenzierte angiologische Abklärung ist daher besonders wichtig, um:
• Lipödem von Lymphödem abzugrenzen
• Mischformen (Lipo-Lymphödem) zu erkennen
• therapeutische Strategien gezielt einzuleiten
Eine fachärztliche Angiologie ist hierfür zentral.
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4. Regionale Mangelversorgung
Bereits vor der Pandemie bestand in vielen Regionen eine Unterversorgung im Bereich der Angiologie. Durch die steigende Zahl an Post-COVID-Betroffenen verschärft sich die Situation erheblich:
• lange Wartezeiten
• fehlende spezialisierte Diagnostik
• Versorgungslücken bei komplexen Gefäßerkrankungen
• Überlastung bestehender Strukturen
Dies führt zu vermeidbaren Krankheitsverläufen, Chronifizierung und erhöhten Folgekosten für das Gesundheitssystem.
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5. Forderung
Wir fordern die zuständigen Entscheidungsträger, insbesondere die Kassenärztliche Vereinigung, auf,
• die Versorgungslage neu zu bewerten
• den erhöhten Bedarf durch Post-COVID anzuerkennen
• einen zusätzlichen angiologischen Vertragsarztsitz zu genehmigen
• die spezialisierte Gefäßdiagnostik in der Region sicherzustellen
Begründung
Eine zeitgemäße medizinische Versorgung muss der wissenschaftlichen Erkenntnislage entsprechen. COVID-19 hat bei ca. 30% der Betroffenen eine systemische Gefäßerkrankung ausgelöst. Die angiologische Versorgung darf nicht strukturell eingeschränkt bleiben. Das Verfahren vor dem Sozialgericht findet am 20.02.2026 statt. Wir brauchen Ihre Unterstützung, damit die Mangelversorgung verbessert werden kann.
Angaben zur Petition
Petition gestartet:
14.02.2026
Sammlung endet:
13.08.2026
Region:
Nordrhein-Westfalen
Kategorie:
Gesundheit
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Weil diese Krankheit teuer ist.
Weil man wesentlich weniger Einkünfte hat.