Seit ihrem 17. Lebensjahr konsumierte Liane Heroin, später auch Fentanyl. Die Delikte, die sie schließlich in Haft brachten, waren klassische Beschaffungstaten: Diebstähle, Fahren ohne Ticket, kleinere Betrugsdelikte. In der Summe zu viel. Doch dann: der Wendepunkt. Zum ersten Mal.
Ausschlaggebend war die externe Suchtberatung in der JVA. In den freiwilligen, vertraulichen Gesprächen konnte Liane erstmals offen über ihren Konsum, ihre Geschichte und ihre Scham sprechen. Gemeinsam mit der Substitutionsbehandlung wurde sie körperlich stabil und erlebte erstmals seit Jahren abstinente Phasen. Es ging nicht nur um Drogen, sondern um den Wunsch, „nicht mehr nur zu überleben, sondern wieder zu leben“.
𝐋𝐢𝐚𝐧𝐞𝐬 𝐖𝐮𝐧𝐬𝐜𝐡 𝐞𝐫𝐟𝐮̈𝐥𝐥𝐭 𝐬𝐢𝐜𝐡. 𝐔𝐧𝐝 𝐝𝐚𝐬 𝐢𝐬𝐭 𝐤𝐞𝐢𝐧 𝐙𝐮𝐟𝐚𝐥𝐥.
Noch während der Haft bereitete die externe Suchtberatung den Übergang in eine sucht- und frauen*spezifische Einrichtung von Condrobs vor. Ohne Bruch, ohne Leerlauf, ohne Rückfall. Genau darin liegt ihre Wirkung: Sie verbindet Haft und Hilfe und verhindert, dass Menschen beim Übergang in die Freiheit verloren gehen.
Heute ist Liane stabil substituiert, arbeitet auf dem zweiten Arbeitsmarkt und hat wieder Kontakt zu ihrer Familie und ihrer Tochter.
𝐒𝐮𝐜𝐡𝐭𝐛𝐞𝐫𝐚𝐭𝐮𝐧𝐠 𝐫𝐞𝐭𝐭𝐞𝐭 𝐋𝐞𝐛𝐞𝐧.
𝐀𝐛𝐞𝐫 𝐬𝐢𝐞 𝐢𝐬𝐭 𝐦𝐚𝐬𝐬𝐢𝐯 𝐮𝐧𝐭𝐞𝐫𝐟𝐢𝐧𝐚𝐧𝐳𝐢𝐞𝐫𝐭.
Externe Suchtberatung im Justizvollzug ist kein Nischenangebot. Rund ein Drittel aller Inhaftierten ist suchtkrank, bei Frauen* liegt der Anteil noch höher. Trotzdem müssen Träger wie Condrobs jährlich rund 10.000 Euro pro Stelle aus eigenen Mitteln finanzieren – ein Zustand, der dauerhaft nicht tragbar ist.
Die Folgen dieser Unterfinanzierung sind dramatisch: Ohne verlässliche Begleitung nach der Haft fehlen Therapieanschlüsse, medizinische Versorgung und echte Perspektiven. Rückfälle und erneute Straffälligkeit sind häufig die Folge. Ein Teufelskreis, der Leben zerstört und die Gesellschaft zusätzlich belastet.
𝐔𝐧𝐬𝐞𝐫𝐞 𝐅𝐨𝐫𝐝𝐞𝐫𝐮𝐧𝐠:
𝐃𝐚𝐮𝐞𝐫𝐡𝐚𝐟𝐭𝐞 𝐮𝐧𝐝 𝐚𝐮𝐬𝐤𝐨̈𝐦𝐦𝐥𝐢𝐜𝐡𝐞 𝐅𝐢𝐧𝐚𝐧𝐳𝐢𝐞𝐫𝐮𝐧𝐠.
Die Bayerische Staatsregierung muss die externe Suchtberatung im Justizvollzug dauerhaft und auskömmlich finanzieren. Resozialisierung darf nicht vom Zufall oder vom Engagement einzelner Träger abhängen.
Wir danken allen Unterzeichner*innen. Unterstützen Sie die externe Suchtberatung auch weiterhin. Sprechen Sie mit politischen Vertreter*innen und informieren Sie Ihr Umfeld.
Auch finanzielle Unterstützung ist wichtig. Spenden Sie für die externe Suchtberatung unter
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