Region: Dahlen

Forderung nach artgerechter Haltung für die Schwäne in Dahlen (Sachsen)

Petition richtet sich an
Bürgermeister Matthias Löwe

3.045 Unterschriften

Sammlung beendet

3.045 Unterschriften

Sammlung beendet

  1. Gestartet November 2024
  2. Sammlung beendet
  3. Eingereicht
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung

Petition richtet sich an: Bürgermeister Matthias Löwe

Schwäne sind majestätische und anmutige Wasservögel. Sie zieren Gewässer und wenn dann noch die kleinen Schwanenküken so niedlich hinter ihren Eltern daher schwimmen - was für ein wundervolles Idyll.
Für die Schwäne im Schwanenteich in Dahlen schaut die Realität leider anders aus.
Die Tiere, Hans und Heidi, können nicht wie andere Artgenossen den Teich verlassen und sich auf Futtersuche begeben. Sie wurden durch eine irreparable Flügelkürzung flugunfähig gemacht, also kupiert. So können sie die hohe Mauer, nebst Geländer, des Teiches nicht überwinden um sich ihre Nahrung zu suchen.
Selbst der jährliche Nestbau auf einer Betoninsel ist nicht artgerecht. Sie können nur mit Zweigen einer Weide ihr Nest bauen, der typische Nestbau mit Schilf und Wasserpflanzen ist nicht möglich. Diese kleine Betoninsel, ohne Sichtschutz und Rückzugsmöglichkeit müssen sich die Schwäne mit einem Dutzend Stockenten teilen. Während der Brutzeit sind die Schwäne einem Dauerstress durch vorbeigehende Spaziergänger ständig ausgesetzt.
Jahrelang kämpfte der damalige, inzwischen verstorbene Pfarrer für eine bessere Haltung der Schwäne, doch ohne Erfolg. Nach seinem Tod im November 2022 wurde die Lebenssituation für die Tiere noch prekärer, denn die einzige verlässliche Futterquelle versiegte.
Anfang 2023 machte die Tierschützerin Frau Wignanek gemeinsam mit Herrn Peterlein (Vogelschutzexperte vom NABU Leipzig) und Frau Strenger (BUND) auf die gravierenden Mängel aufmerksam.
Hier ein Auszug aus dem Protokoll von Karsten Peterlein, Wildvogelhilfe Leipzig:
Zitat Karsten Peterlein:
„Der Teich ist komplett von einer steilen Betonmauer umschlossen. Gewässerufer sind nicht naturnah gestaltet, sodass natürliche Verhaltensweisen und die Nahrungssuche unzureichend möglich sind. Akut ist der Nahrungsmangel für die zwei erwachsenen und die beiden Jungschwäne, weil die Tiere im Teich keinerlei Wasserpflanzen finden und auch keine Möglichkeit haben zur Nahrungssuche eine Wiese zum zu erreichen.
Das Revierverhalten der anwesenden Stockenten und Schwäne zeigt in der Brutzeit durch andauernde Erregung beider Arten, dass es für die flugunfähigen Schwäne an Ausweichmöglichkeiten fehlt. Die kleine Insel bietet zwar ein großes Schutzhaus, zusätzlich fehlt aber ein Schilfgürtel oder eine ausreichend große Fläche für einen Landgang.
Auf der Insel sind aufgrund des Revieranspruches als Schwanen-Brutplatz permanent Revierkämpfe mit den Stockenten zu beobachten. Die Schwäne verlieren bei der Revierverteidigung viel Energie, welche aufgrund Nahrungsmangels derzeit nicht
auszugleichen ist.
 
Die Inselfläche ist zu klein, um ausreichend Pflanzenwuchs als Nahrung und für den Nestbau hervorzubringen. Das Nest ist eher eine Notlösung aus Weidenzweigen und kann nicht, so wie es während der Brutzeit der Schwäne typisch wäre, immer wieder ausgebessert werden.
Natürlicherweise würde der männliche Schwan bereits während der Brut in der Umgebung nach Flucht- und Ausweichmöglichkeiten suchen, um bei Gefahren oder Nahrungsknappheit mit den Jungtieren weiterzuziehen zu können. Die Flugunfähigkeit der erwachsenen Schwäne ermöglicht keine natürliche Reviersuche und Abwanderung an einen geeigneten Ort, an dem die Jungschwäne aufwachsen können.
Die jungen Schwäne werden 3-4 Monate lang von den Eltern häufig durch verschiedene Gewässer geführt, um das Überleben und die vielfältige Nahrungssuche zu erlernen. “
Nachzulesen hier:
https://www.facebook.com/Wildvogelhilfe.Leipzig/posts/pfbid02uZdDmciHMkWJ3efYnrT4qSCw3qsXSQh42yexvfWN9aQbP8LpWi9nPGbtbxS5oGDPl
 

 

Begründung

Seit Mitte 2023 werden die Schwäne von einem ansässigen Tierschutzverein täglich gefüttert und NICHT von den Haltern, der Stadt Dahlen. Im Herbst des gleichen Jahres wurden die Jungschwäne artgerecht vom NABU Leipzig umgesiedelt. Alles mit erheblichem finanziellem und zeitlichem Aufwand der Ehrenamtler.
In diesem Jahr gibt es 5 Jungschwäne welche umgesiedelt werden müssen um in einer Wildvogelauffangstation das Überleben in der freien Natur zu lernen. Da die Elterntiere durch Amputation nicht flugfähig sind, können sie, so wie es artgerecht wäre, ihrem Nachwuchs nicht zeigen, wie sie sich selbst versorgen können. Würde man die Jungtiere einfach so in ein Gewässer aussetzen, hätten sie kaum Überlebenschancen. Die Elternschwäne dürfen nicht in eine solche Auffangstation umgesiedelt werden, wo sie artgerecht hätten leben können. Der Bürgermeister hat das nicht gestattet.

Wichtig an dieser Stelle zu wissen, Schwäne haben einen Brutzwang und brüten auch unter schlechten Haltungsbedingungen um das Überleben ihrer Art zu sichern.
So kann es und darf es nicht weitergehen! Das zuständige Veterinäramt sieht anscheinend keinen Handlungsbedarf. Da die Schwäne von Tierschützern gefüttert werden und nicht hungern wird von den Behörden nichts unternommen.
Eine Stadt, die mit Naturnähe, mit seltener Fauna und Flora um Touristen wirbt sollte so dafür sorgen, dass ihre Schwäne artgerecht leben dürfen. Alles andere ist in unseren Augen Tierquälerei.
Wir fordern den Bürgermeister der Stadt Dahlen, Herrn Löwe, auf, die Lebensbedingungen für die Schwäne zu verbessern, oder die Tiere abzugeben.
Behördenschreiben und Bilder werden wir unter der Option „Neuigkeiten“ dieser Petition veröffentlichen. Hier noch einige Links zu Zeitungsartikeln, leider hinter einer Paywall, dafür mit Bildern, welche die Lebenssituation der Vögel sehr gut wiederspiegeln.
Diese Petition wird von Doris Wignanek und Uta Strenger gemeinschaftlich getragen
https://www.lvz.de/lokales/nordsachsen/dahlen-tierschuetzer-wollen-bessere-bedingungen-fuer-schwaene-NMNYC5FPTRERBKIH5Q5ZL3NI64.html

https://www.lvz.de/lokales/nordsachsen/oschatz/tierschuetzer-kritisieren-haltung-der-schwaene-in-dahlen-FKYONIPKWT54TV5ULGZAPJBKSE.html

https://www.lvz.de/lokales/nordsachsen/oschatz/tierschuetzerin-kaempft-fuer-besseres-leben-der-dahlener-schwaene-BRTUFBGWXZAR7AJBYM5OHR6YXY.html

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Uta Strenger, Dahlenberg/Trossin
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Angaben zur Petition

Petition gestartet: 20.11.2024
Sammlung endet: 01.12.2025
Region: Dahlen
Kategorie: Tierschutz

Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützende,

    Herr Ballier, Bürger und Stadtrat der Stadt Dahlen, hat die Petition gestern an den Bürgermeister überreicht.
    Ein ganz großes Dankeschön für diese wundervolle Unterstützung.
    In der letzten Woche fand zudem ein persönliches Gespräch der Landestierschutzbeauftragten, Frau Heinrich, mit dem Bürgermeister, Herrn Löwe, statt. Es wurde Frau Heinrich versichert, dass die Haltungsbedingungen der Schwäne verbessert werden. Die Landestierschutzbeauftragte machte nochmals auf die Dringlichkeit einer Verbesserung aufmerksam. Auch hier ein großes Dankeschön an Frau Heinrich für diesen persönlichen Einsatz.

    Ich bedanke mich von ganzem Herzen aber auch für Ihre Hilfe und Solidarität. Ohne Ihre Unterschriften und Spenden wäre das alles nicht möglich gewesen.
    Ich wünsche Ihnen einen sonnigen Start in den Tag.

    Herzliche Grüße
    Uta Strenger
  • Liebe Unterstützende,
    da weder Doris Wignanek noch ich Bürgerinnen der Stadt Dahlen sind und wir deshalb nicht persönlich in der Stadtratssitzung vorsprechen oder die Petition übergeben können, hat sich Herr Ballier – Stadtrat und Bürger der Stadt Dahlen – freundlicherweise bereit erklärt, die Petition entgegenzunehmen und einzureichen.
    Alle Unterschriften und Kommentare wurden in Buchform zusammengefasst und heute von mir an Herrn Ballier übergeben. Ein ganz herzliches Dankeschön an ihn für seine Unterstützung!
    Herr Ballier wird nun die Bildung eines Petitionsausschusses im Stadtrat anstoßen. Sobald es Neuigkeiten gibt, werde ich selbstverständlich darüber berichten. Zurzeit sind die Schwäne aufgrund der Vogelgrippe noch eingestallt, sollen aber bald wieder zurückkehren.
    Ich danke Ihnen allen von Herzen für Ihre Unterstützung und hoffe weiterhin das Beste für die Tiere.

    Ganz herzliche Grüße

    Uta Strenger und Doris Wignanek
  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer,
    gestern fand die Stadtratssitzung in Dahlen statt. Leider hat die Stadt Dahlen beschlossen, uns die Schwäne nicht zu verkaufen. Ein großes Thema war jedoch der geplante Umbau des Teiches, damit die Tiere künftig genügend Auslauf erhalten.
    Der Bürgermeister, Herr Löwe, hat im öffentlichen Teil der Sitzung zugesichert, dass nun Grundlagenermittlungen stattfinden und bis Mitte des Jahres eine Entscheidungsvorlage zur Art und Weise des Umbaus des Gewässers vorgelegt werden soll.
    An dieser Stelle möchte ich mich herzlich beim Stadtrat, Herrn Ballier, bedanken, mit dem ich sehr konstruktive und lösungsorientierte Gespräche führen durfte.
    Ein Zitat von Herrn Ballier:
    „Mir ist wichtig, dass die Tiere artgerecht gehalten werden – ob das in Dahlen oder anderswo ist, spielt für mich keine Rolle. Wir können den Fehler, den wir seit 200 Jahren machen, nicht weitere 200 Jahre fortführen. Auch eine Stadt muss sich der Realität stellen – und vor allem dem Tierschutz.“

    Als nächsten Schritt plane ich nun die Fertigstellung der Petition und bemühe mich um einen Termin zur Übergabe. Selbstverständlich halte ich Sie weiterhin auf dem Laufenden.
    Wenn Sie keine weiteren E-Mails erhalten möchten, können Sie sich am Ende jeder Petitionsmail abmelden. Dort befindet sich ein entsprechender Link.

    Da der kleine Tierschutzverein „Tierfreunde“ in Dahlen sich seit Jahren um die Fütterung kümmert und dies auch weiterhin übernehmen wird, werde ich die verbleibenden Spendengelder – rund 1.800 Euro – an den Verein überweisen. Das Spezialfutter ist sehr teuer und für einen kleinen Verein kaum finanzierbar, zumal aktuell dort die Heizung im Katzenhaus defekt ist und ersetzt werden muss. Den Überweisungsbeleg werde ich auf der Spendenseite veröffentlichen:
    https://www.gofundme.com/f/artgerechte-haltung-fur-schwane-in-dahlen

    Alle rechtlichen Schritte sind erfolgt. Als nächste Option bliebe nur eine Klage über den BUND Sachsen – die damit verbundenen Kosten können wir jedoch leider nicht tragen. Wer die Schwäne oder den Verein weiterhin unterstützen möchte, kann auch direkt spenden unter:
    https://tsv-tierfreundeev.de.tl/

    Die Spendenseite wird im März geschlossen, alle Belege bleiben dort aber weiterhin einsehbar.
    Sobald ein Termin für die Petitionsübergabe feststeht, informiere ich Sie selbstverständlich. Derzeit befinden sich die Schwäne aufgrund der Vogelgrippe noch nicht wieder auf dem Schwanenteich.

    Ich danke Ihnen von Herzen für Ihre Unterstützung und Ihr Engagement ganz besonders für die vielen Spenden. Das ist nicht selbstverständlich und ich bin noch immer tief gerührt über diese Spendenbereitschaft. DANKE, ein ganz großes Dankeschön, dass Ihnen diese beiden wunderschönen Schwäne so wichtig waren und sind.

    Herzliche Grüße
    Uta Strenger

Warum müssen im Dahlener Schwanenteich unbedingt nicht artgerecht Schwäne gehalten werden, nur, um den Teich seinen Namen zu geben? Wir brauchen endlich offene und ehrliche Kommunikation und Gespräche für Lösungen.

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