Eltern für die 6Tagewoche an den Schulen Südtirols - genitori per i 6 giorni lavorativi a scuola

Von: Veronika Dellasega aus Brixen, Italien

An:   Südtiroler Landtag und Landesregierung in Italien Keine Stellungnahme

Wir sind für die 6Tagewoche! Sie geht uns alle an!
für eine gute Schule.

Die Landesrätin für die deutsche Schule und Kultur, Frau Dr. Sabina Kasslatter Mur, möchte in naher Zukunft den Schulkalender vereinheitlichen. Die Schulwoche soll nicht mehr wie bisher 6 Tage dauern, sondern 5 Tage. Dafür soll der Unterricht eine Woche früher anfangen und eine Woche später aufhören.
Die Fünf-Tage-Woche nimmt weder Rücksicht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse und Besonder­heiten der verschiedenen Schulstufen (Grundschule, Mittelschule und Oberschule) noch der Altersstufen der Schüler/innen.
Mit der Fünf-Tage-Woche will man vor allem Verwaltungskosten einsparen, und das auf Kosten vieler Generationen von Schülern/innen.
„Die Gebäudekosten für die 438 Schulgebäude in Südtirol würden mit der Fünftagewoche um 20 Prozent reduziert“, so laut Aussage von Frau Landesrätin Kasslatter Mur (siehe ff, Nr. 48/2011, Seite 38, dritte Spalte).
Der Vorsitzende des Gemeindenverbandes, Herr Arno Kompatscher, hat aber gesagt, dass Heizkosteneinsparungen nur möglich sind, wenn der Nachmittagsunterricht für alle Schulen an den gleichen Tagen stattfindet (siehe Dolomiten, 19. Oktober 2011).
Das ist aber aus organisatorischen Gründen nicht durchführbar, weil beispielsweise für den Turnunterricht zu wenige Turnhallen verfügbar sind.
Und was passiert mit den Schulgebäuden am Wochenende, d. h. ab Freitagmittag? Werden ab diesem Zeitpunkt die Schulgebäude nicht mehr geheizt? Das ist aber aus technischen Gründen nicht ratsam.
Die bestmögliche Verteilung der Unterrichtszeit auf die Wochentage ist aber wesentlich für das Erreichen der Ziele der jeweiligen Schule. Daher sollte jede Schule weiterhin selbst entscheiden können, welches Modell sie aufgrund ihrer Bedürfnisse und Situation umsetzen will.
Wieso sollte ein Modell, das bisher gut funktioniert und zu guten PISA-Ergebnissen geführt hat, ausgetauscht werden?
Per i nostri lettori di lingua italiana:
Il nostro obiettivo è di difendere l'autonomia della scuola affinchè ogni scuola possa decidere autonomamente il modello più opportuno afferente alle proprie esigenze organizzative e didattiche.
Segue pertanto, per motivi di spazio disponibile, un breve riassunto di quanto sopraprecisato in lingua tedesca. La settimana con 5gg lavorativi a scuola comporta in particolar modo:
- lezioni al pomeriggio per almeno 2 o 3 volte
- l'aumento di stress e pressione sugli alunni
- l'incremento delle spese annuali delle famiglie per ca E 360 per ciascun figlio se egli non può usufruire del servizio di mensa
- per molti alunni la non possibilità di partecipare ad attività ricreative fuori dalla scuola
- l'anticipo degli esami di riparazione per ca 2 settimane etc.

Begründung: Für die 6-Tage-Woche sprechen:
1. Wenn am Samstag schulfrei ist, muss je nach Schultyp zwei- bis dreimal in der Woche am Nachmittag unterrichtet werden.
2. Für Oberschüler/innen kommt noch mindestens ein Nachmittag hinzu, falls sie in einem Fach einen Stützkurs besuchen müssen ; bei Schwierigkeiten in zwei oder mehr Fächern ist ein weiterer Nachmittag einzuplanen.
3. Die Fahrschüler/innen, die mindestens 75% in der Mittel- und Oberschule ausmachen, kommen dann spät nach Hause.
4. Nach einem Nachmittagsunterricht ist der Schulalltag noch lange nicht zu Ende: Es sind schriftliche Arbeiten zu erledigen und Lerninhalte zu vertiefen, um sich für den darauffolgenden Schultag, der ganz sicher ein Prüfungstag werden wird, vorzubereiten.
5. Alle Schüler/innen sind durch den Nachmittagsunterricht zusätzlich belastet
und benachteiligt. Welche Schülerin bzw. welcher Schüler ist imstande, acht bis neun Unterrichtsstunden konzentriert zu arbeiten und das Gelernte anschließend noch zu vertiefen? Mit jedem Nachmittagsunterricht wird ihnen das Lernen erschwert.
6. Es ist allgemein bekannt, dass am Nachmittag das Auffassungsvermögen und die Konzentration der Schüler/innen erheblich abnehmen und jeder Nachmittagsunterricht zusätzlich an Kraft zehrt. Infolgedessen ist jede Unterrichtstunde am Vormittag vorzuziehen.
7. Bei einer Fünf-Tage-Woche erhöht sich unweigerlich der Leistungsdruck auf die Schüler/innen. Übermäßiger Stress kann bei Kindern und Jugendlichen zu Psychosen führen, die sich negativ auf ihre Entwicklung auswirken. Die Situation ist jetzt schon besorgniserregend. Nicht umsonst will der derzeitige Landesrat für das Gesundheitswesen, Herr Dr. Richard Theiner, eigene Abteilungen für die Kinder- und Jugendpsychiatrie einrichten.
8. Die Heranwachsenden und besonders die Pubertierenden so zu belasten ist unverantwortlich und kurzsichtig.
9. Der Montag muss ein fixer Prüfungstag werden (trotz der Schüler/innencharta), was wiederum ein Lernen am Wochenende bedeutet.
11. Vor allem Schülern/innen der Mittel- und Oberschule wird die Möglichkeit genommen, außerschulischen Tätigkeiten nachzugehen. Sportvereine, Musikkapellen und Feuerwehren müssen daher um ihren Nachwuchs bangen, alles ehrenamtliche Einrichtungen, die im Laufe der letzten Jahrzehnte erheblichen Zuspruch und Zuwachs erfahren haben und nur durch den unermüdlichen Einsatz vieler Personen, auch Jugendlicher, zu dem geworden sind, was sie heutzutage auch über unsere Landesgrenzen darstellen.
12. Die Schulgebäude sind zum Großteil Kurzzeit-Strukturen, d. h., nicht als Ganztagesschulen geplant und gebaut worden, da vor allem Schulausspeisungsdienste und Ausweichräume fehlen. Das macht sich besonders in der kalten Jahreszeit bemerkbar.
13. Die vorhandenen Schulausspeisungsdienste können nur einen Bruchteil der benötigten Mittagessen zubereiten. Viele Schüler/innen können daher mindestens zwei- bis dreimal wöchentlich keine angemessene warme Mahlzeit zu sich nehmen. Ihr Ernährungsverhalten wird dadurch negativ beeinflusst.
14. Der vermehrte Nachmittagsunterricht bringt für die Eltern auch zusätzliche Kosten (für das Mittagessen) mit sich, und das in einer Zeit, wo den Familien wegen der Wirtschaftskrise eh schon viele finanzielle Opfer abverlangt werden. Im Durchschnitt sind pro Kind jährlich mindestens 360,00 € mehr zu zahlen (Beispiel: Wenn ein Kind mindestens zweimal am Nachmittag in der Schule ist und dafür 5,00 € pro Mittagessen ausgibt, sind das - auf 36 Schulwochen berechnet - € 360,00).
15. Viele Schüler/innen müssen die Musikschule am Samstagvormittag besuchen, weil es aus organisatorischen Gründen nicht mehr anders geht. Auch das wird sich künftig negativ auf den Nachwuchs der Musikschüler/innen auswirken.
16. Die Nachprüfungen an den Oberschulen müssen früher angesetzt werden, um ungefähr 14 Tage, d h, die Zeit zum Aufholen der Lernrückstände ist kürzer.
17. Das begehrte Sommerpraktikum kann von deutlich weniger Oberschülern in Anspruch genommen werden, wenn die Unterrichtszeit um 2 Wochen verlängert wird.
18. Die geliebte erste Ferienwoche der Familien im Juni (ab Mitte Juni), in der sie zum Vorzugspreis ans Meer fahren können, fällt weg.

Im Namen aller Unterzeichner.

Brixen, 01.01.2012 (aktiv bis 30.06.2012)

>>> Frage an den Initiator der Petition Veronika Dellasega

Petitions-Blog

Liebe Eltern, Oberschüler/innen und Lehrpersonen, es gibt erfreuliches mitzuteilen. Unser Widerstand gegen die obligatorische Einführung der 5-Tagewoche zeigt die ersten Früchte. Mittlerweile haben sich für das Schuljahr 2012/2013 schon einige Oberschulen mehr...

>>> Zum Petitions-Blog

Debatte zur Petition

PRO: Ehrenamtliche Tätigkeit wird gezwundener Maßen zurückgehen. Wer setzt sich nach 8-9 Stunden Unterricht noch zur Chor-oder Musikprobe? (vor allem wenn dies mehr...

PRO: Schüler welche ein Musikinstrument und eine Sportart betreiben werden die Ausnahme werden; tägliches üben und 2-4 Mal Training ist nicht mehr drin. Das mehr...

CONTRA: Die gesamte Diskussion war von Kasslatters Seite zu KEINEM ZEITPUNKT darauf ausgelegt ob die 5-Tage-Woche kommt,oder nicht. Die Strategie war den Gegnern mehr...

CONTRA: Ich finde auch dass die Kinder zwei Tage zum ausspannen brauchen. Jeder der arbeitet, auch ich, wünscht sich Samstag Sonntag frei, warum sollten die Kinder mehr...

>>> Zur Debatte


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