Berlin-Reinickendorf, Ollenhauerstraße: Kahlschlag aller 116 Straßenbäume für Luxus-Straßen-Neubau?

Petition richtet sich an
Bezirksamt Reinickendorf

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3.038 von 2.200 für Quorum in Berlin Reinickendorf Berlin Reinickendorf

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Petition richtet sich an: Bezirksamt Reinickendorf

Ab Oktober 2026 sollen alle 116 Bäume in der Ollenhauerstraße zwischen Reinickes Hof und Kögelstraße gefällt werden, damit die gesamte Straße ab 2027 für bis zu 19,5 Mio. € komplett neu gebaut werden kann.

Ich fordere ein Moratorium (einen Aufschub) der Umsetzung der vorliegenden Neubau-Planungen des Bezirksamtes Reinickendorf, um im Rahmen einer Umplanung folgende bisher nicht beachtete Aspekte in diese Planungen einzubeziehen:

1.     Erhalt aller gesunder Bäume und Nachweis für die Fällung kranker Bäume durch Offenlegung eines unabhängigen Baumgutachtens
2.     Deutliche Verdichtung des vorhandenen Baumbestandes durch Ersatzpflanzung der bereits 39 fehlenden Bäume (siehe Geoportal Berlin[i]) und Neupflanzungen weit über den vorhandenen Bestand hinaus
3.     Beachtung aller Vorschriften des Berliner Klimaanpassungsgesetzes[ii] vom 7.11.2025, insbesondere der dortigen §§ 6 und 9
4.     Hitzeschutz für v.a. Fußgänger*innen und Radfahrer*innen jetzt, nicht erst in ca. 45 Jahren, wenn die neuen Bäume groß sein könnten
5.     Erhöhung der Sicherheit für Radfahrende insbesondere vor Straßenkreuzungen und Einfahrten durch Führung des Radstreifens in weitgehend durch Trennelemente geschützter Form durchgehend auf der jeweils rechten der drei vorhandenen Richtungsfahrbahnen (wie auf dem Foto sichtbar)
6.     Sofort wirksames Regenwassermanagement zur Vorsorge bei Starkregenfällen und Trockenzeiten
7.     Mitplanung einer später zu verwirklichenden, zweigleisigen Straßenbahntrasse
8.     Deutliche Reduzierung der Baukosten von bis zu 19,5 Mio Euro durch weitgehenden Erhalt der bisherigen Straßenanlage und damit keine Verschwendung von Steuergeldern

Die vorliegenden Pläne (abrufbar auf der Website des SGA Reinickendorf[iii]) haben eine bereits längere Vorlaufzeit. Nach Informationen aus dem Bezirksamt Reinickendorf sind an den Planungsarbeiten nur die Institutionen der Polizei Berlin, der Berliner Feuerwehr, der BVG und der Berliner Wasserbetriebe „beteiligt“ worden. Die Anwohnerschaft ist über die fertigen Pläne im Oktober 2024 in einer öffentlichen Veranstaltung informiert, jedoch nicht beteiligt worden. Inwieweit Anregungen, die im Beteiligungsportal mein.Berlin.de eingegeben worden waren, bei den Planungsarbeiten berücksichtigt worden sind, ist nicht erkennbar.

Das Bezirksamt behauptet, die Pläne seien als gefundener Kompromiss optimal und alternativlos.
Dies kann nicht richtig sein. Denn in weiten Abschnitten der Ollenhauerstraße ist seit 2023/24 eine sehr gute Alternative als Modell für den gesamten Straßenzug bereits verwirklicht, bei der sowohl der Radverkehr sicherer geführt würde, als in den Plänen vorgesehen, als auch die Bäume erhalten werden könnten.

[i] https://gdi.berlin.de/viewer/main/?MAPS={"center":[386700.2780993527,5825135.25305763],"zoom":9}&LAYERS=[{"id":"hintergrund_default_grau","visibility":true,"transparency":0},{"id":"baumbestand:strassenbaeume","visibility":true,"transparency":0}]
[ii] https://www.berlin.de/sen/justiz/service/gesetze-und-verordnungen/2025/ausgabe-nr-33-vom-20112025-s-541-568.pdf
[iii] https://www.berlin.de/ba-reinickendorf/politik-und-verwaltung/aemter/strassen-und-gruenflaechenamt/strassenbau/artikel.1495312.php

Begründung

Mich macht es betroffen,

  • dass im Bezirksamt Reinickendorf schon wieder (nach dem Streit um den Neubau der Senheimer Straße in Frohnau) Bäume als Kann-weg-Verfügungsmasse gesehen werden, um grundsätzliche Umgestaltungen des Straßenraums vorzunehmen. Die Bäume in der Ollenhauerstraße sind im Durchschnitt ca. 47 Jahre alt. Ersatz-Bäume werden den Klimaschaden, der nach Fällung der vorhandenen Bäume z.B. durch deren Verbrennung entsteht, erst dann wieder ausgeglichen haben, wenn sie so groß wie die ursprünglichen sein werden. Ob und wann dies unter extremeren Klimabedingungen der Fall sein wird, weiß heute niemand. Deshalb stellt der Erhalt der Bäume ein unmittelbares Ziel für den Klimaschutz allgemein und für den Hitzeschutz in der Straße dar.
  • dass Radfahrende mit der vorliegenden Planung zwar weitgehend vom Kfz-Verkehr abgeschirmt fahren dürfen, vor Kreuzungen jedoch – für Kraftfahrzeug-Fahrende sehr unvermittelt – wieder auf den Fahrbahnen auftauchen müssen. Dies ist ein Szenario, was allzu häufig zu schlimmen Unfällen zu Lasten der Radfahrenden führt. Diesem Argument will sich das Bezirksamt bisher nicht stellen. Eine Erhöhung der Verkehrssicherheit für Radfahrende ist offensichtlich nicht vorgesehen.
  • dass in der Planung des Bezirksamtes aufscheint, dass die Bäume wegen der neuen Radwege gefällt werden müssten. Viele Radfahrende wollen dies nicht. Eine einfache Alternative ist überwiegend bereits Realität. Bei genauerem Plan-Studium wird klar, dass der weitgehend vorhandene niveaugleiche Radweg durch die Schaffung von Dauerparkplätzen in beiden Fahrtrichtungen verdrängt werden soll, sodass dieser nun auf die Linie der bestehenden Bäume verlegt werden soll, wodurch die Bäume fallen müssen. Die Ollenhauerstraße ist aber in erster Linie eine Durchgangsstraße, also eine Fahr- und keine Parkstraße. Die seit 2024 ausgewiesene temporäre Parkmöglichkeit auf der jeweils mittleren Fahrspur dürfte weiterhin genügen. Andere Lösungsmöglichkeiten für das Halten und auch Parken von Kfz sind denkbar. Aber es kann nicht sein, dass das Parken von Kraftfahrzeugen, also der sogenannte „ruhende Verkehr“ Vorrang vor der Verkehrssicherheit von Radfahrenden und vor dem Erhalt der Straßenbäume bekommt.
  • dass in den vorliegenden Plänen keine Trasse für eine zukünftige Straßenbahn vorgesehen ist. Der Senat hat schon vor Jahren (Herbst 2021) bei der Deutschen Bahn die „Aufweitung“ der Brücke der Kremmener Bahn über die Ollenhauerstraße zur Durchführung von Straßenbahnen beantragt. Die DB arbeitet an entsprechenden Plänen. Sollten die Senats-Pläne für eine Straßenbahn vom Kurt-Schumacher-Platz nach Wittenau verwirklicht werden, müsste die Ollenhauerstraße wieder ganz umgestaltet werden. Die jetzt zu investierenden Gelder wären dann weitgehend vernichtet. Das wäre kein redlicher Umgang mit Steuergeldern.
  • dass zu Lasten der öffentlichen Finanzen kostengünstigere Neubau-Varianten nicht zum Zuge kommen.

Kostengünstiger Bauen wäre möglich
o  mit einem Verzicht auf die Baumfällungen und Ersatzpflanzungen (geschätzte Kosten pro Baum: mind. 7000 Euro),
o  mit einem Verzicht auf die Verschiebung des Alleestreifens Richtung Mitte, womit wohl auch umfangreiche Umlegungen von unterirdischen Leitungen entfallen dürften,
o  mit einem Verzicht auf die Verschiebung der Fahrbahnen um jeweils 70 cm zur Straßenmitte,
o  mit einer Radwegeführung auf der vorhandenen rechten Fahrbahn über die ganze Länge des Neubauabschnittes

Die Neubaupläne liegen als Bauplanungsunterlage bereits vor. Zur Zeit werden wohl Detailplanungen vorgenommen. Im Lauf des Jahres 2026 werden die Ausschreibungen und die Vergabe an Straßenbaufirmen stattfinden. Die Baumfällungen starten voraussichtlich am 1. Oktober 2026, die Baumaßnahmen im 1. Quartal 2027. Deshalb ist es jetzt dringend geboten, für das Moratorium einzustehen und zu werben.

Thomas Rost für die Initiative Ollenhauerstraße

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Initiative Ollenhauerstraße, Berlin
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 12.01.2026
Sammlung endet: 10.09.2026
Region: Berlin Reinickendorf
Kategorie: Verkehr

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Neuigkeiten

  • Auf der Website der Waldinitiative Berlin ist ein Video mit Ausschnitten aus einem Interview mit mir vom 2. Juli, sowie Szenen von der Baum-Mahnwache und der Kundgebung am 4. Juli zu sehen.
    Die Waldinitiative Berlin unterstützt unser Anliegen.

    Vielen, vielen Dank für diese Unterstützung und für das Teilen dieses Videos!
    Hier ist es abrufbar: https://www.waldinitiative.berlin/ollenhauer

    Herzliche Grüße
    Thomas Rost,
    für die Ini Ollenhauerstraße

  • Liebe Anwohnende in der Ollenhauerstraße,

    laut Bezirksamt Reinickendorf sollen ab Oktober 2026 116 Bäume direkt vor deiner Haustür gefällt
    werden. Dein Schatten. Deine Kühlung. Deine Lebensqualität werden dann für die nächsten 50 Jahre einfach weg sein.

    Wir versuchen zu retten, was noch zu retten ist.
    Jedoch ist eure Mithilfe als Anwohnende dringend nötig, um die Fällungen zu verhindern.
    Wir benötigen dringend noch Fotos von den Vögeln auf den Bäumen der Ollenhauerstr. Solltet ihr beim Rausgehen Vögel beobachten und fotografieren können, wären wir Euch herzlich dankbar.

    Bitte macht Fotos und sendet diese an uns wie im Anhang beschrieben!

    Herzliche Grüße
    Gülay von der Initiative Ollenhauerstr. 

  • Liebe Mit-Petentinnen und Mit-Petenten!

    Mit dieser Mail möchte ich Sie/euch darüber informieren, dass ich heute im Namen der Ini den hier angehängten Appell an
    den Regierenden Bürgermeister und einige seiner Senator*innen sowie
    an den Hauptausschuss,
    an den Verkehrsausschuss und
    an den Umwelt- und Klimaschutz-Auschuss im AGH Berlin,
    in Kopien außerdem
    an alle NGOs,
    an die Bezirksbürgermeisterin und
    an die Berliner Presse gesandt habe.
     
    Bitte lest das hier angehängte Hauptschreiben!
     
    Übrigens bin ich mir sicher, dass individuelle Schreiben an verschiedene Politikerinnen und Politiker unsere Sache deutlich nach vorne bringen können. Einige mutmachende Abschriften solcher Schreiben aus unserem Kreis habe ich erhalten. Vielen Dank dafür!
     
    Erinnerung:
    Morgen, 8. Juli von 16 bis 17 Uhr Kundgebung vor dem Rathaus Reinickendorf, Altbau mit Eingang Antony-Platz anlässlich der ab 17 Uhr dort stattfindenden BVV-Sitzung!
     
    Ich hoffe, wir sehen uns zahlreich!
     
    Herzliche Grüße
    Thomas Rost
    für die Ini Ollenhauerstraße
    bi_ollenhauer@vodafonemail.de

Bäume sind grüne Lungen für uns alle Es ist erwiesen, dass die Temperatur dadurch merklich gesenkt wird Besonders wichtig in Großstädten

Immer alles Alte erhalten wollen ist doch kein Argument! Diese uralte Straße endlich mal grundlegend zu erneuern, endlich breite und sichere Radwege anzulegen, verdient meine volle Unterstützung. Wenn dafür alte Straßenbäume gefällt werden müssen, für die an anderer Stelle neue Bäume gepflanzt werden, ist das akzeptabel. Daher sehe ich diese Petition als rückwärtsgewandte, Fortschritt und Verbesserung von Lebensqualität verhindernde Initiative an.

Warum Menschen unterschreiben

...weil mir die Bäume dieser Stadt wichtig sind!!!

Die Maßnahmen für Autos und gegen eine lebenswerte Umgebung sind m. E. völlig aus der Zeit gefallen.

Weil durch die Klimaerwärmung jeder Baum wichtig ist und weil ich seit einiger Zeit angstfrei die Ollenhauerstrasse mit dem Rad befahre.

Jeder ältere Baum muss erhalten bleiben - wir geben dem Autoverkehr mehr Aufmerksamkeit als dem Klimaschutz.

Hitzeschutz hat Priorität. Wir müssen um jeden Baum froh sein. Es gibt eine sinnvolle Alternative.

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