Berlin-Reinickendorf, Ollenhauerstraße: Kahlschlag aller 116 Straßenbäume für Luxus-Straßen-Neubau?

Petition richtet sich an
Bezirksamt Reinickendorf, Abteilung Straßen- und Grünflächenamt (SGA)

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1.972 von 2.200 für Quorum in Berlin Reinickendorf Berlin Reinickendorf

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  1. Gestartet 12.01.2026
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Petition richtet sich an: Bezirksamt Reinickendorf, Abteilung Straßen- und Grünflächenamt (SGA)

Ab Oktober 2026 sollen alle 116 Bäume in der Ollenhauerstraße zwischen Reinickes Hof und Kögelstraße gefällt werden, damit die gesamte Straße ab 2027 für bis zu 19,5 Mio. € komplett neu gebaut werden kann.

Ich fordere ein Moratorium (einen Aufschub) der Umsetzung der vorliegenden Neubau-Planungen des Bezirksamtes Reinickendorf, um im Rahmen einer Umplanung folgende bisher nicht beachtete Aspekte in diese Planungen einzubeziehen:

1.     Erhalt aller gesunder Bäume und Nachweis für die Fällung kranker Bäume durch Offenlegung eines unabhängigen Baumgutachtens
2.     Deutliche Verdichtung des vorhandenen Baumbestandes durch Ersatzpflanzung der bereits 39 fehlenden Bäume (siehe Geoportal Berlin[i]) und Neupflanzungen weit über den vorhandenen Bestand hinaus
3.     Beachtung aller Vorschriften des Berliner Klimaanpassungsgesetzes[ii] vom 7.11.2025, insbesondere der dortigen §§ 6 und 9
4.     Hitzeschutz für v.a. Fußgänger*innen und Radfahrer*innen jetzt, nicht erst in ca. 45 Jahren, wenn die neuen Bäume groß sein könnten
5.     Erhöhung der Sicherheit für Radfahrende insbesondere vor Straßenkreuzungen und Einfahrten durch Führung des Radstreifens in weitgehend durch Trennelemente geschützter Form durchgehend auf der jeweils rechten der drei vorhandenen Richtungsfahrbahnen (wie auf dem Foto sichtbar)
6.     Sofort wirksames Regenwassermanagement zur Vorsorge bei Starkregenfällen und Trockenzeiten
7.     Mitplanung einer später zu verwirklichenden, zweigleisigen Straßenbahntrasse
8.     Deutliche Reduzierung der Baukosten von bis zu 19,5 Mio Euro durch weitgehenden Erhalt der bisherigen Straßenanlage und damit keine Verschwendung von Steuergeldern

Die vorliegenden Pläne (abrufbar auf der Website des SGA Reinickendorf[iii]) haben eine bereits längere Vorlaufzeit. Nach Informationen aus dem Bezirksamt Reinickendorf sind an den Planungsarbeiten nur die Institutionen der Polizei Berlin, der Berliner Feuerwehr, der BVG und der Berliner Wasserbetriebe „beteiligt“ worden. Die Anwohnerschaft ist über die fertigen Pläne im Oktober 2024 in einer öffentlichen Veranstaltung informiert, jedoch nicht beteiligt worden. Inwieweit Anregungen, die im Beteiligungsportal mein.Berlin.de eingegeben worden waren, bei den Planungsarbeiten berücksichtigt worden sind, ist nicht erkennbar.

Das Bezirksamt behauptet, die Pläne seien als gefundener Kompromiss optimal und alternativlos.
Dies kann nicht richtig sein. Denn in weiten Abschnitten der Ollenhauerstraße ist seit 2023/24 eine sehr gute Alternative als Modell für den gesamten Straßenzug bereits verwirklicht, bei der sowohl der Radverkehr sicherer geführt würde, als in den Plänen vorgesehen, als auch die Bäume erhalten werden könnten.

[i] https://gdi.berlin.de/viewer/main/?MAPS={"center":[386700.2780993527,5825135.25305763],"zoom":9}&LAYERS=[{"id":"hintergrund_default_grau","visibility":true,"transparency":0},{"id":"baumbestand:strassenbaeume","visibility":true,"transparency":0}]
[ii] https://www.berlin.de/sen/justiz/service/gesetze-und-verordnungen/2025/ausgabe-nr-33-vom-20112025-s-541-568.pdf
[iii] https://www.berlin.de/ba-reinickendorf/politik-und-verwaltung/aemter/strassen-und-gruenflaechenamt/strassenbau/artikel.1495312.php

Begründung

Mich macht es betroffen,

  • dass im Bezirksamt Reinickendorf schon wieder (nach dem Streit um den Neubau der Senheimer Straße in Frohnau) Bäume als Kann-weg-Verfügungsmasse gesehen werden, um grundsätzliche Umgestaltungen des Straßenraums vorzunehmen. Die Bäume in der Ollenhauerstraße sind im Durchschnitt ca. 47 Jahre alt. Ersatz-Bäume werden den Klimaschaden, der nach Fällung der vorhandenen Bäume z.B. durch deren Verbrennung entsteht, erst dann wieder ausgeglichen haben, wenn sie so groß wie die ursprünglichen sein werden. Ob und wann dies unter extremeren Klimabedingungen der Fall sein wird, weiß heute niemand. Deshalb stellt der Erhalt der Bäume ein unmittelbares Ziel für den Klimaschutz allgemein und für den Hitzeschutz in der Straße dar.
  • dass Radfahrende mit der vorliegenden Planung zwar weitgehend vom Kfz-Verkehr abgeschirmt fahren dürfen, vor Kreuzungen jedoch – für Kraftfahrzeug-Fahrende sehr unvermittelt – wieder auf den Fahrbahnen auftauchen müssen. Dies ist ein Szenario, was allzu häufig zu schlimmen Unfällen zu Lasten der Radfahrenden führt. Diesem Argument will sich das Bezirksamt bisher nicht stellen. Eine Erhöhung der Verkehrssicherheit für Radfahrende ist offensichtlich nicht vorgesehen.
  • dass in der Planung des Bezirksamtes aufscheint, dass die Bäume wegen der neuen Radwege gefällt werden müssten. Viele Radfahrende wollen dies nicht. Eine einfache Alternative ist überwiegend bereits Realität. Bei genauerem Plan-Studium wird klar, dass der weitgehend vorhandene niveaugleiche Radweg durch die Schaffung von Dauerparkplätzen in beiden Fahrtrichtungen verdrängt werden soll, sodass dieser nun auf die Linie der bestehenden Bäume verlegt werden soll, wodurch die Bäume fallen müssen. Die Ollenhauerstraße ist aber in erster Linie eine Durchgangsstraße, also eine Fahr- und keine Parkstraße. Die seit 2024 ausgewiesene temporäre Parkmöglichkeit auf der jeweils mittleren Fahrspur dürfte weiterhin genügen. Andere Lösungsmöglichkeiten für das Halten und auch Parken von Kfz sind denkbar. Aber es kann nicht sein, dass das Parken von Kraftfahrzeugen, also der sogenannte „ruhende Verkehr“ Vorrang vor der Verkehrssicherheit von Radfahrenden und vor dem Erhalt der Straßenbäume bekommt.
  • dass in den vorliegenden Plänen keine Trasse für eine zukünftige Straßenbahn vorgesehen ist. Der Senat hat schon vor Jahren (Herbst 2021) bei der Deutschen Bahn die „Aufweitung“ der Brücke der Kremmener Bahn über die Ollenhauerstraße zur Durchführung von Straßenbahnen beantragt. Die DB arbeitet an entsprechenden Plänen. Sollten die Senats-Pläne für eine Straßenbahn vom Kurt-Schumacher-Platz nach Wittenau verwirklicht werden, müsste die Ollenhauerstraße wieder ganz umgestaltet werden. Die jetzt zu investierenden Gelder wären dann weitgehend vernichtet. Das wäre kein redlicher Umgang mit Steuergeldern.
  • dass zu Lasten der öffentlichen Finanzen kostengünstigere Neubau-Varianten nicht zum Zuge kommen.

Kostengünstiger Bauen wäre möglich
o  mit einem Verzicht auf die Baumfällungen und Ersatzpflanzungen (geschätzte Kosten pro Baum: mind. 7000 Euro),
o  mit einem Verzicht auf die Verschiebung des Alleestreifens Richtung Mitte, womit wohl auch umfangreiche Umlegungen von unterirdischen Leitungen entfallen dürften,
o  mit einem Verzicht auf die Verschiebung der Fahrbahnen um jeweils 70 cm zur Straßenmitte,
o  mit einer Radwegeführung auf der vorhandenen rechten Fahrbahn über die ganze Länge des Neubauabschnittes

Die Neubaupläne liegen als Bauplanungsunterlage bereits vor. Zur Zeit werden wohl Detailplanungen vorgenommen. Im Lauf des Jahres 2026 werden die Ausschreibungen und die Vergabe an Straßenbaufirmen stattfinden. Die Baumfällungen starten voraussichtlich am 1. Oktober 2026, die Baumaßnahmen im 1. Quartal 2027. Deshalb ist es jetzt dringend geboten, für das Moratorium einzustehen und zu werben.

Thomas Rost für die Initiative Ollenhauerstraße

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Initiative Ollenhauerstraße, Berlin
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Angaben zur Petition

Petition gestartet: 12.01.2026
Sammlung endet: 11.07.2026
Region: Berlin Reinickendorf
Kategorie: Verkehr

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Neuigkeiten

  • Liebe Unterzeichnerinnen und Unterzeichner unserer Petition!

    Mit dem heutigen Tag ist unsere Petition vier Wochen online und wurde von Ihnen allen schon unterzeichnet.
    Wir haben bereits über 2400 Unterschriften in so kurzer Zeit erreicht.
    Das ist ein großer Erfolg, den Sie alle nicht nur durch Ihre Unterschrift, sondern auch durch Ihr Weitersagen erzielt haben.
    Dafür möchte ich mich heute im Namen der Initiative Ollenhauerstraße sehr herzlich bedanken.

    Unsere Forderungen kennen Sie ja bestens.
    Aber das Bezirksamt Reinickendorf ist derzeit offensichtlich noch nicht bereit, in Richtung des von uns geforderten Moratoriums einzulenken, auch wenn in der BVV-Sitzung am 14.01.2026 aus dem Munde der inzwischen zurückgetretenen Stadträtin Schrod-Thiel zu hören war, „dass sich ändernde Gegebenheiten – gerade im rechtlichen Bereich – also, dass sie sich eignen, noch mal das Ganze zu überprüfen.“ (Auszug aus der Antwort von Stadträtin Schrod-Thiel auf die Zusatzfrage des Bezirks-Verordneten Jens Augner zu seiner Anfrage „Baumfällungen für den Umbau der Ollenhauerstraße – was sagt das Baumgutachten?“ – Drucksache 2941/XXI, nachzuhören auf https://www.youtube.com/watch?v=SJXPoYmTH1A ab 1:38:00)

    Deshalb hat die Initiative zwischenzeitlich so einiges unternommen, um unseren Forderungen Nachdruck zu verleihen:
    Auf einer Pressekonferenz am 23.01.2026 haben wir zusammen mit den unterstützenden Verbänden die Presse und interessierte Besucherinnen und Besucher über unsere Forderungen informiert.
    Daraus entstanden verschiedene Artikel, die am 25.01.2026 in der Berliner Morgenpost, am 28.01.2026 im Tagesspiegel (Newsletter Reinickendorf und Druckausgabe Reinickendorf) sowie am 29.01.2026 in der Reinickendorfer Allgemeinen Zeitung (RAZ) erschienen sind und das Thema Ollenhauerstraßen-Neubau und unsere Forderungen dazu in die Öffentlichkeit getragen haben, wofür wir sehr dankbar sind.
    Für die bevorstehende BVV-Sitzung am 11.02.2026 haben wir mehrere Einwohneranfragen eingereicht, die unter den Tagesordnungspunkten Ö 3.5, Ö 3.7, Ö 3.9, Ö 3.11 auf der Website der BVV Reinickendorf einsehbar sind (https://bvv-reinickendorf.berlin.de/pi-r/to010_r.asp?SILFDNR=7379&TOLFDNR=65351&BES=1#beschluss).
    Wer Interesse an der BVV-Sitzung hat, kann entweder als Zuschauer in die Sitzung kommen oder die Sitzung im Livestream (https://www.youtube.com/channel/UCB0dSJe3sdwCyENzFixSCDw) verfolgen. Die Einwohnerfragestunde findet von 17 bis 18 Uhr statt.
    Außerdem haben wir verschiedene Anfragen an die zuständige Senatsverwaltung MVKU sowie ans Abgeordnetenhaus Berlin gerichtet.

    Denn einige Aussagen von Vertreter*innen des Bezirksamtes Reinickendorf sind sehr irritierend, so z.B.:
    • Das Mobilitätsgesetz Berlin verlange die Neuaufteilung des Straßenquerschnitts, wie in den Plänen ausgeführt, und damit die Fällung aller Bäume.
    • Es liege eine Ausnahmegenehmigung für die Baumfällungen vor, sodass Fällgenehmigungen nicht erforderlich seien.
    • Es sei auch kein Baumgutachten notwendig. Der Artenschutz sei hier nicht maßgeblich.
    • Die Stadtentwicklungspläne Verkehr würden für die Ollenhauerstraße wesentlich höhere Entwurfsparameter vorgeben als für einfache Bezirksstraßen.
    • Die Kosten für die Fällung und Ersatzpflanzung der Bäume würden im Gesamtprojekt keine Rolle spielen.

    Aus unserer Sicht hat das Bezirksamt Reinickendorf eine ausführliche Erklärungsschuld, um diese bisher nur behaupteten Aussagen auch zu belegen. Bürgergerechte Informationspolitik sieht unserer Meinung nach anders aus.

    Wenn Sie uns weiter unterstützen wollen, bitte ich Sie, die Petition in noch nicht „erschlossene“ Bekanntenkreise weiterzuleiten und dadurch für unsere Sache zu werben. Insbesondere sind weitere Unterschriften aus Berlin-Reinickendorf erwünscht, um das von OpenPetition rechnerisch ermittelte Quorum von 2200 Unterschriften aus unserem Bezirk zu erreichen.
    Wir halten Sie auf dem Laufenden.

    Mit freundlichen Grüßen
    Thomas Rost für die Initiative Olle

Bäume geben auch einer "Durchfahrtsstraße" ein freundliches Gesicht! Sollte hier eine Tram (Kremmener Bahn) zwischen Wittenau und Kurt-Schumacher-Platz umgesetzt werden, würden tatsächlich auch Steuergelder wegen der doppelten Straßenbauten verschwendet.

Immer alles Alte erhalten wollen ist doch kein Argument! Diese uralte Straße endlich mal grundlegend zu erneuern, endlich breite und sichere Radwege anzulegen, verdient meine volle Unterstützung. Wenn dafür alte Straßenbäume gefällt werden müssen, für die an anderer Stelle neue Bäume gepflanzt werden, ist das akzeptabel. Daher sehe ich diese Petition als rückwärtsgewandte, Fortschritt und Verbesserung von Lebensqualität verhindernde Initiative an.

Warum Menschen unterschreiben

Es kann nicht angehen, dass bei bestehendem Klimawandel andere Städte mehr Grün - also Baumbepflanzung - anschaffen, um Schatten und kühlere Innenstädte zu erreichen, während in Berlin unnützerweise bestehenden Baumbestand zugunsten von 70 (siebzig!) cm mehr Straßenbreite fällen will!

Die Bäume sind wichtig für das Stadtklima im Sommer, sie spenden Schatten und tragen bei 30 Grad zu einer Kúhlung bei.

Weil solche Eingriffe in das Stadtbild mit den Bürgern abgesprochen, bzw abgestimmt werden sollte!

Für eine lebenswerte Stadt sind Bäume essenziell. Wir sollen viele neu anpflanzen und die alten Bäume schützen und erhalten!

Ab Hausnummer 52 sind kaum Bäume da dem Plan nach. Die Hitze wird in dem Abschnitt im Sommer unerträglich sein.

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