Noch 6 Tage

Berlin-Reinickendorf, Ollenhauerstraße: Kahlschlag aller 116 Straßenbäume für Luxus-Straßen-Neubau?

Petition richtet sich an:
Bezirksamt Reinickendorf & Bezirksverordnetenversammlung
Abgegebene Stellungnahmen von Abgeordneten

7.683 Unterschriften

100 %
3.577 von 2.200 für Quorum in Berlin Reinickendorf Berlin Reinickendorf

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  1. Gestartet Januar 2026
  2. Sammlung noch 6 Tage
  3. Einreichung
  4. Dialog mit Empfänger
  5. Entscheidung
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Petition richtet sich an: Bezirksamt Reinickendorf & Bezirksverordnetenversammlung

Ab Oktober 2026 sollen alle 116 Bäume in der Ollenhauerstraße zwischen Reinickes Hof und Kögelstraße gefällt werden, damit die gesamte Straße ab 2027 für bis zu 19,5 Mio. € komplett neu gebaut werden kann.

Ich fordere ein Moratorium (einen Aufschub) der Umsetzung der vorliegenden Neubau-Planungen des Bezirksamtes Reinickendorf, um im Rahmen einer Umplanung folgende bisher nicht beachtete Aspekte in diese Planungen einzubeziehen:

1.     Erhalt aller gesunder Bäume und Nachweis für die Fällung kranker Bäume durch Offenlegung eines unabhängigen Baumgutachtens
2.     Deutliche Verdichtung des vorhandenen Baumbestandes durch Ersatzpflanzung der bereits 39 fehlenden Bäume (siehe Geoportal Berlin[i]) und Neupflanzungen weit über den vorhandenen Bestand hinaus
3.     Beachtung aller Vorschriften des Berliner Klimaanpassungsgesetzes[ii] vom 7.11.2025, insbesondere der dortigen §§ 6 und 9
4.     Hitzeschutz für v.a. Fußgänger*innen und Radfahrer*innen jetzt, nicht erst in ca. 45 Jahren, wenn die neuen Bäume groß sein könnten
5.     Erhöhung der Sicherheit für Radfahrende insbesondere vor Straßenkreuzungen und Einfahrten durch Führung des Radstreifens in weitgehend durch Trennelemente geschützter Form durchgehend auf der jeweils rechten der drei vorhandenen Richtungsfahrbahnen (wie auf dem Foto sichtbar)
6.     Sofort wirksames Regenwassermanagement zur Vorsorge bei Starkregenfällen und Trockenzeiten
7.     Mitplanung einer später zu verwirklichenden, zweigleisigen Straßenbahntrasse
8.     Deutliche Reduzierung der Baukosten von bis zu 19,5 Mio Euro durch weitgehenden Erhalt der bisherigen Straßenanlage und damit keine Verschwendung von Steuergeldern

Die vorliegenden Pläne (abrufbar auf der Website des SGA Reinickendorf[iii]) haben eine bereits längere Vorlaufzeit. Nach Informationen aus dem Bezirksamt Reinickendorf sind an den Planungsarbeiten nur die Institutionen der Polizei Berlin, der Berliner Feuerwehr, der BVG und der Berliner Wasserbetriebe „beteiligt“ worden. Die Anwohnerschaft ist über die fertigen Pläne im Oktober 2024 in einer öffentlichen Veranstaltung informiert, jedoch nicht beteiligt worden. Inwieweit Anregungen, die im Beteiligungsportal mein.Berlin.de eingegeben worden waren, bei den Planungsarbeiten berücksichtigt worden sind, ist nicht erkennbar.

Das Bezirksamt behauptet, die Pläne seien als gefundener Kompromiss optimal und alternativlos.
Dies kann nicht richtig sein. Denn in weiten Abschnitten der Ollenhauerstraße ist seit 2023/24 eine sehr gute Alternative als Modell für den gesamten Straßenzug bereits verwirklicht, bei der sowohl der Radverkehr sicherer geführt würde, als in den Plänen vorgesehen, als auch die Bäume erhalten werden könnten.

[i] https://gdi.berlin.de/viewer/main/?MAPS={"center":[386700.2780993527,5825135.25305763],"zoom":9}&LAYERS=[{"id":"hintergrund_default_grau","visibility":true,"transparency":0},{"id":"baumbestand:strassenbaeume","visibility":true,"transparency":0}]
[ii] https://www.berlin.de/sen/justiz/service/gesetze-und-verordnungen/2025/ausgabe-nr-33-vom-20112025-s-541-568.pdf
[iii] https://www.berlin.de/ba-reinickendorf/politik-und-verwaltung/aemter/strassen-und-gruenflaechenamt/strassenbau/artikel.1495312.php

Begründung

Mich macht es betroffen,

  • dass im Bezirksamt Reinickendorf schon wieder (nach dem Streit um den Neubau der Senheimer Straße in Frohnau) Bäume als Kann-weg-Verfügungsmasse gesehen werden, um grundsätzliche Umgestaltungen des Straßenraums vorzunehmen. Die Bäume in der Ollenhauerstraße sind im Durchschnitt ca. 47 Jahre alt. Ersatz-Bäume werden den Klimaschaden, der nach Fällung der vorhandenen Bäume z.B. durch deren Verbrennung entsteht, erst dann wieder ausgeglichen haben, wenn sie so groß wie die ursprünglichen sein werden. Ob und wann dies unter extremeren Klimabedingungen der Fall sein wird, weiß heute niemand. Deshalb stellt der Erhalt der Bäume ein unmittelbares Ziel für den Klimaschutz allgemein und für den Hitzeschutz in der Straße dar.
  • dass Radfahrende mit der vorliegenden Planung zwar weitgehend vom Kfz-Verkehr abgeschirmt fahren dürfen, vor Kreuzungen jedoch – für Kraftfahrzeug-Fahrende sehr unvermittelt – wieder auf den Fahrbahnen auftauchen müssen. Dies ist ein Szenario, was allzu häufig zu schlimmen Unfällen zu Lasten der Radfahrenden führt. Diesem Argument will sich das Bezirksamt bisher nicht stellen. Eine Erhöhung der Verkehrssicherheit für Radfahrende ist offensichtlich nicht vorgesehen.
  • dass in der Planung des Bezirksamtes aufscheint, dass die Bäume wegen der neuen Radwege gefällt werden müssten. Viele Radfahrende wollen dies nicht. Eine einfache Alternative ist überwiegend bereits Realität. Bei genauerem Plan-Studium wird klar, dass der weitgehend vorhandene niveaugleiche Radweg durch die Schaffung von Dauerparkplätzen in beiden Fahrtrichtungen verdrängt werden soll, sodass dieser nun auf die Linie der bestehenden Bäume verlegt werden soll, wodurch die Bäume fallen müssen. Die Ollenhauerstraße ist aber in erster Linie eine Durchgangsstraße, also eine Fahr- und keine Parkstraße. Die seit 2024 ausgewiesene temporäre Parkmöglichkeit auf der jeweils mittleren Fahrspur dürfte weiterhin genügen. Andere Lösungsmöglichkeiten für das Halten und auch Parken von Kfz sind denkbar. Aber es kann nicht sein, dass das Parken von Kraftfahrzeugen, also der sogenannte „ruhende Verkehr“ Vorrang vor der Verkehrssicherheit von Radfahrenden und vor dem Erhalt der Straßenbäume bekommt.
  • dass in den vorliegenden Plänen keine Trasse für eine zukünftige Straßenbahn vorgesehen ist. Der Senat hat schon vor Jahren (Herbst 2021) bei der Deutschen Bahn die „Aufweitung“ der Brücke der Kremmener Bahn über die Ollenhauerstraße zur Durchführung von Straßenbahnen beantragt. Die DB arbeitet an entsprechenden Plänen. Sollten die Senats-Pläne für eine Straßenbahn vom Kurt-Schumacher-Platz nach Wittenau verwirklicht werden, müsste die Ollenhauerstraße wieder ganz umgestaltet werden. Die jetzt zu investierenden Gelder wären dann weitgehend vernichtet. Das wäre kein redlicher Umgang mit Steuergeldern.
  • dass zu Lasten der öffentlichen Finanzen kostengünstigere Neubau-Varianten nicht zum Zuge kommen.

Kostengünstiger Bauen wäre möglich
o  mit einem Verzicht auf die Baumfällungen und Ersatzpflanzungen (geschätzte Kosten pro Baum: mind. 7000 Euro),
o  mit einem Verzicht auf die Verschiebung des Alleestreifens Richtung Mitte, womit wohl auch umfangreiche Umlegungen von unterirdischen Leitungen entfallen dürften,
o  mit einem Verzicht auf die Verschiebung der Fahrbahnen um jeweils 70 cm zur Straßenmitte,
o  mit einer Radwegeführung auf der vorhandenen rechten Fahrbahn über die ganze Länge des Neubauabschnittes

Die Neubaupläne liegen als Bauplanungsunterlage bereits vor. Zur Zeit werden wohl Detailplanungen vorgenommen. Im Lauf des Jahres 2026 werden die Ausschreibungen und die Vergabe an Straßenbaufirmen stattfinden. Die Baumfällungen starten voraussichtlich am 1. Oktober 2026, die Baumaßnahmen im 1. Quartal 2027. Deshalb ist es jetzt dringend geboten, für das Moratorium einzustehen und zu werben.

Thomas Rost für die Initiative Ollenhauerstraße

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Initiative Ollenhauerstraße, Berlin
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 12.01.2026
Sammlung endet: 10.09.2026
Region: Berlin Reinickendorf
Kategorie: Verkehr

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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer, liebe Aktive!

    Die Baum-Mahnwache am kommenden Samstag, den 5. September machen wir wie bisher:
    Treffpunkt: um 11 Uhr Ollenhauerstraße 122 vor Kaufland,
    danach Baum-Mahnwache an einem der Bäume mit Flyer-Verteilung,
    ab ca. 12:10 bis 13 Uhr Kundgebung auf dem Kurt-Schumacher-Platz

    Bitte mitbringen:
    Baum-Plakat, Warnweste, Trillerpfeife und Entschlossenheit

    Vielen Dank an alle, die bei den letzten beiden Baum-Mahnwachen dabei waren. Wir haben trotz der kurzen Stunde sehr viele Menschen erreicht.

    Bitte merkt euch unbedingt vor:
    Kundgebung mit Petitionsübergabe am Mittwoch, den 9. September von 16 bis 17 Uhr vor dem Rathaus Reinickendorf/Altbau, Antony-Platz:
    Wir werden unser Anliegen wieder energisch zu Gehör bringen und die Petition um 16:50 Uhr im Foyer der 3. Etage des Rathauses hoffentlich pressewirksam an Bezirksbürgermeisterin Demirbüken-Wegner überreichen.
    Unmittelbar anschließend wird die BVV-Sitzung beginnen, in der es bis ca. 18 Uhr wieder Einwohneranfragen aus unseren Reihen geben wird.

    Bitte beachtet auch die andere Neuigkeit von heute: Antrag auf Sperrung der Haushaltsmittel für die Ollenhauerstraße!

    Ich freue mich auf viele, hoffentlich sehr viele von euch zu beiden Aktionsterminen.
    Die Presse ist informiert.

    Herzliche Grüße
    Thomas Rost
    für die Ini Ollenhauerstraße

  • Damit alle auf dem aktuellen Stand sind:
    Am 26.08.2026 habe ich im Namen der BI beim Hauptausschuss des AGH Berlin einen Antrag auf Setzung eines "qualifizierten Sperrvermerks" für den Haushaltstitel gestellt, unter dem die Finanzierung des Neubauvorhabens Ollenhauerstraße bewilligt worden ist.
    Über Rückmeldungen aus dem AGH werde ich berichten.

    Thomas Rost

  • openPetition hat heute von den gewählten Vertretern im Parlament Bezirksverordnetenversammlung eine persönliche Stellungnahme angefordert.
    Die Stellungnahmen veröffentlichen wir hier:
    www.openpetition.de/petition/stellungnahme/berlin-reinickendorf-ollenhauerstrasse-kahlschlag-aller-116-strassenbaeume-fuer-luxus-strassen-neuba

    Warum fragen wir das Parlament?

    Jedem Mitglied des Parlaments wird hiermit die Möglichkeit gegeben, sich direkt an seine Bürger und Bürgerinnen zu wenden. Aufgrund der relevanten Anzahl an engagierten und betroffenen Bürgern aus einer Region, steht das jeweilige Parlament als repräsentative Instanz in einer politischen Verantwortung und kann durch Stellungnahme zu einem offenen Entscheidungsfindungsprozess beitragen.
    Öffentliche Stellungnahmen des Parlaments ergänzen das geordnete Verfahren der Petitionsausschüsse der Länder und des Bundestags. Sie sind ein Bekenntnis zu einem transparenten Dialog auf Augenhöhe zwischen Politik und Bürgern.

    Was können Sie tun?

    Bleiben Sie auf dem Laufenden, verfolgen Sie in den nächsten Tagen die eintreffenden Stellungnahmen.
    Sie haben die Möglichkeit, einen der gewählten Vertreter zu kontaktieren? Sprechen Sie ihn oder sie auf die vorhandene oder noch fehlende Stellungnahme an.
    Unterstützen Sie unsere gemeinnützige Organisation, um den Bürger-Politik-Dialog langfristig zu verbessern. openPetition finanziert sich überwiegend aus Kleinspenden unserer Nutzer.

Bäume sind grüne Lungen für uns alle Es ist erwiesen, dass die Temperatur dadurch merklich gesenkt wird Besonders wichtig in Großstädten

Immer alles Alte erhalten wollen ist doch kein Argument! Diese uralte Straße endlich mal grundlegend zu erneuern, endlich breite und sichere Radwege anzulegen, verdient meine volle Unterstützung. Wenn dafür alte Straßenbäume gefällt werden müssen, für die an anderer Stelle neue Bäume gepflanzt werden, ist das akzeptabel. Daher sehe ich diese Petition als rückwärtsgewandte, Fortschritt und Verbesserung von Lebensqualität verhindernde Initiative an.

Warum Menschen unterschreiben

Umweltschutz ist für alle Menschen und Tiere lebenswichtig. Ohne eine funktionierende, gesunde Umwelt ist Leben schwierig. Umweltschutz ist Teil des Lebens.

Strassenbäume sind ein Schutz gegen die Überhitzung der Städte. Die betreffenden Bäume sehen recht gesund aus, hatten Jahrzehnte Zeit, sich im Boden einzurichten und sind deshalb definitiv resilienter gegen Hitze und Trockenheit als neugepflanzte Jungbäume. Der finanzielle Wert - um es mal in Kategorien für CDUler auszudrücken - ist immens. Wenn man die reingesteckte Arbeit, angefangen mit den Baumschulen und später der notwendigen Pflege im Strassenraum und vielleicht mal den finanziellen Wert des ganzen Wassers rechnet, ist so ein Baum mindestens 50 000 Euro wert. Mal 115 macht 5,75 Mio Euro, die hier aus Trägheit und Autofetischismus von der CDU, die ja sonst alle zur Sparsamkeit aufruft, verballert werden. Da ist noch kein neuer Baum gepflanzt, wohlgemerkt und die Arbeit, 115 Strassenbäume zu fällen kostet ja auch was. das soll jetzt aber bitte jemand anders ausrechnen. Diese ganze Idee ist dermassen absurd, und wir wissen alle, dass der Wert eines gesunden grossen Baumes eigentlich nicht in Geld ausgedrückt werden kann.

Alter Baumbestand wird sinnfrei gefällt, daraus resultiert zunehmende Hitze und Lautstärke

Jeder Baum zählt, gerade zu dieser schrecklichen Zeit des Klimawandels!

People before pieper, was ne Flasche!

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