Berlin-Reinickendorf, Ollenhauerstraße: Kahlschlag aller 116 Bäume für Luxus-Straßen-Neubau? NEIN!

Petition richtet sich an:
Bezirksamt Reinickendorf & Bezirksverordnetenversammlung
Abgegebene Stellungnahmen von Abgeordneten

8.350 Unterschriften

100 %
3.923 von 2.200 für Quorum in Berlin Reinickendorf Berlin Reinickendorf

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  1. Gestartet Januar 2026
  2. Sammlung noch > 5 Wochen
  3. Einreichung
  4. Dialog mit Empfänger
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Petition richtet sich an: Bezirksamt Reinickendorf & Bezirksverordnetenversammlung

Ab Oktober 2026 sollen alle 116 Bäume in der Ollenhauerstraße zwischen Reinickes Hof und Kögelstraße gefällt werden, damit die gesamte Straße ab 2027 für bis zu 19,5 Mio. € komplett neu gebaut werden kann.

Ich fordere ein Moratorium (einen Aufschub) der Umsetzung der vorliegenden Neubau-Planungen des Bezirksamtes Reinickendorf, um im Rahmen einer Umplanung folgende bisher nicht beachtete Aspekte in diese Planungen einzubeziehen:

1.     Erhalt aller gesunder Bäume und Nachweis für die Fällung kranker Bäume durch Offenlegung eines unabhängigen Baumgutachtens
2.     Deutliche Verdichtung des vorhandenen Baumbestandes durch Ersatzpflanzung der bereits 39 fehlenden Bäume (siehe Geoportal Berlin[i]) und Neupflanzungen weit über den vorhandenen Bestand hinaus
3.     Beachtung aller Vorschriften des Berliner Klimaanpassungsgesetzes[ii] vom 7.11.2025, insbesondere der dortigen §§ 6 und 9
4.     Hitzeschutz für v.a. Fußgänger*innen und Radfahrer*innen jetzt, nicht erst in ca. 45 Jahren, wenn die neuen Bäume groß sein könnten
5.     Erhöhung der Sicherheit für Radfahrende insbesondere vor Straßenkreuzungen und Einfahrten durch Führung des Radstreifens in weitgehend durch Trennelemente geschützter Form durchgehend auf der jeweils rechten der drei vorhandenen Richtungsfahrbahnen (wie auf dem Foto sichtbar)
6.     Sofort wirksames Regenwassermanagement zur Vorsorge bei Starkregenfällen und Trockenzeiten
7.     Mitplanung einer später zu verwirklichenden, zweigleisigen Straßenbahntrasse
8.     Deutliche Reduzierung der Baukosten von bis zu 19,5 Mio Euro durch weitgehenden Erhalt der bisherigen Straßenanlage und damit keine Verschwendung von Steuergeldern

Die vorliegenden Pläne (abrufbar auf der Website des SGA Reinickendorf[iii]) haben eine bereits längere Vorlaufzeit. Nach Informationen aus dem Bezirksamt Reinickendorf sind an den Planungsarbeiten nur die Institutionen der Polizei Berlin, der Berliner Feuerwehr, der BVG und der Berliner Wasserbetriebe „beteiligt“ worden. Die Anwohnerschaft ist über die fertigen Pläne im Oktober 2024 in einer öffentlichen Veranstaltung informiert, jedoch nicht beteiligt worden. Inwieweit Anregungen, die im Beteiligungsportal mein.Berlin.de eingegeben worden waren, bei den Planungsarbeiten berücksichtigt worden sind, ist nicht erkennbar.

Das Bezirksamt behauptet, die Pläne seien als gefundener Kompromiss optimal und alternativlos.
Dies kann nicht richtig sein. Denn in weiten Abschnitten der Ollenhauerstraße ist seit 2023/24 eine sehr gute Alternative als Modell für den gesamten Straßenzug bereits verwirklicht, bei der sowohl der Radverkehr sicherer geführt würde, als in den Plänen vorgesehen, als auch die Bäume erhalten werden könnten.

[i] https://gdi.berlin.de/viewer/main/?MAPS={"center":[386700.2780993527,5825135.25305763],"zoom":9}&LAYERS=[{"id":"hintergrund_default_grau","visibility":true,"transparency":0},{"id":"baumbestand:strassenbaeume","visibility":true,"transparency":0}]
[ii] https://www.berlin.de/sen/justiz/service/gesetze-und-verordnungen/2025/ausgabe-nr-33-vom-20112025-s-541-568.pdf
[iii] https://www.berlin.de/ba-reinickendorf/politik-und-verwaltung/aemter/strassen-und-gruenflaechenamt/strassenbau/artikel.1495312.php

Begründung

Mich macht es betroffen,

  • dass im Bezirksamt Reinickendorf schon wieder (nach dem Streit um den Neubau der Senheimer Straße in Frohnau) Bäume als Kann-weg-Verfügungsmasse gesehen werden, um grundsätzliche Umgestaltungen des Straßenraums vorzunehmen. Die Bäume in der Ollenhauerstraße sind im Durchschnitt ca. 47 Jahre alt. Ersatz-Bäume werden den Klimaschaden, der nach Fällung der vorhandenen Bäume z.B. durch deren Verbrennung entsteht, erst dann wieder ausgeglichen haben, wenn sie so groß wie die ursprünglichen sein werden. Ob und wann dies unter extremeren Klimabedingungen der Fall sein wird, weiß heute niemand. Deshalb stellt der Erhalt der Bäume ein unmittelbares Ziel für den Klimaschutz allgemein und für den Hitzeschutz in der Straße dar.
  • dass Radfahrende mit der vorliegenden Planung zwar weitgehend vom Kfz-Verkehr abgeschirmt fahren dürfen, vor Kreuzungen jedoch – für Kraftfahrzeug-Fahrende sehr unvermittelt – wieder auf den Fahrbahnen auftauchen müssen. Dies ist ein Szenario, was allzu häufig zu schlimmen Unfällen zu Lasten der Radfahrenden führt. Diesem Argument will sich das Bezirksamt bisher nicht stellen. Eine Erhöhung der Verkehrssicherheit für Radfahrende ist offensichtlich nicht vorgesehen.
  • dass in der Planung des Bezirksamtes aufscheint, dass die Bäume wegen der neuen Radwege gefällt werden müssten. Viele Radfahrende wollen dies nicht. Eine einfache Alternative ist überwiegend bereits Realität. Bei genauerem Plan-Studium wird klar, dass der weitgehend vorhandene niveaugleiche Radweg durch die Schaffung von Dauerparkplätzen in beiden Fahrtrichtungen verdrängt werden soll, sodass dieser nun auf die Linie der bestehenden Bäume verlegt werden soll, wodurch die Bäume fallen müssen. Die Ollenhauerstraße ist aber in erster Linie eine Durchgangsstraße, also eine Fahr- und keine Parkstraße. Die seit 2024 ausgewiesene temporäre Parkmöglichkeit auf der jeweils mittleren Fahrspur dürfte weiterhin genügen. Andere Lösungsmöglichkeiten für das Halten und auch Parken von Kfz sind denkbar. Aber es kann nicht sein, dass das Parken von Kraftfahrzeugen, also der sogenannte „ruhende Verkehr“ Vorrang vor der Verkehrssicherheit von Radfahrenden und vor dem Erhalt der Straßenbäume bekommt.
  • dass in den vorliegenden Plänen keine Trasse für eine zukünftige Straßenbahn vorgesehen ist. Der Senat hat schon vor Jahren (Herbst 2021) bei der Deutschen Bahn die „Aufweitung“ der Brücke der Kremmener Bahn über die Ollenhauerstraße zur Durchführung von Straßenbahnen beantragt. Die DB arbeitet an entsprechenden Plänen. Sollten die Senats-Pläne für eine Straßenbahn vom Kurt-Schumacher-Platz nach Wittenau verwirklicht werden, müsste die Ollenhauerstraße wieder ganz umgestaltet werden. Die jetzt zu investierenden Gelder wären dann weitgehend vernichtet. Das wäre kein redlicher Umgang mit Steuergeldern.
  • dass zu Lasten der öffentlichen Finanzen kostengünstigere Neubau-Varianten nicht zum Zuge kommen.

Kostengünstiger Bauen wäre möglich
o  mit einem Verzicht auf die Baumfällungen und Ersatzpflanzungen (geschätzte Kosten pro Baum: mind. 7000 Euro),
o  mit einem Verzicht auf die Verschiebung des Alleestreifens Richtung Mitte, womit wohl auch umfangreiche Umlegungen von unterirdischen Leitungen entfallen dürften,
o  mit einem Verzicht auf die Verschiebung der Fahrbahnen um jeweils 70 cm zur Straßenmitte,
o  mit einer Radwegeführung auf der vorhandenen rechten Fahrbahn über die ganze Länge des Neubauabschnittes

Die Neubaupläne liegen als Bauplanungsunterlage bereits vor. Zur Zeit werden wohl Detailplanungen vorgenommen. Im Lauf des Jahres 2026 werden die Ausschreibungen und die Vergabe an Straßenbaufirmen stattfinden. Die Baumfällungen starten voraussichtlich am 1. Oktober 2026, die Baumaßnahmen im 1. Quartal 2027. Deshalb ist es jetzt dringend geboten, für das Moratorium einzustehen und zu werben.

Thomas Rost für die Initiative Ollenhauerstraße

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Initiative Ollenhauerstraße, Berlin
Frage an den Initiator

Angaben zur Petition

Petition gestartet: 12.01.2026
Sammlung endet: 31.10.2026
Region: Berlin Reinickendorf
Kategorie: Verkehr

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Neuigkeiten

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer dieser Petition zur Rettung der Bäume in der Ollenhauerstraße!

    Der noch zuständige Stadtrat Pieper will die Baumfällungen im Oktober nicht ausschließen, so seine schriftliche Aussage in einem Verfahrensaustausch mit unserem Anwalt, der unseren Kläger NaturFreunde Deutschlands, LV Berlin e.V. vertritt.
    Deshalb hat unser Anwalt am vergangenen Freitag beim Verwaltungsgericht Berlin den Eil-Antrag auf Untersagung der Baumfällungen eingereicht.
    Unser Anliegen liegt nun in den Händen des Gerichts und hängt natürlich auch von der Stellungnahme des Bezirksamtes gegenüber dem Gericht ab.
    Ob dieser Eil-Antrag noch rechtzeitig vor dem 1. Oktober beschieden wird, wissen wir nicht. Wir rechnen auch mit dem Negativ-Fall und bereiten uns darauf vor.

    Deshalb rufe ich alle zur Teilnahme an der
    8. Baum-Mahnwache am Samstag, den 26.09.2026 von 11 bis 12 Uhr und an der Kundgebung von 12:10 bis 13 Uhr auf.
    Treffpunkt zur Mahnwache: vor Kaufland in der Ollenhauerstraße 122
    Treffpunkt zur Kundgebung: auf dem Kurt-Schumacher-Platz, Südwest-Ecke der Straßenkreuzung.
    Bitte mitbringen: Baumplakat, Warnweste, Trillerpfeife, gute Laune
    Die Aktion ist bei der Polizei angemeldet.

    Am kommenden Samstag wissen wir hoffentlich mehr, sowohl was die politische Neuordnung in Reinickendorf nach der Wahl als auch was das gerichtliche Verfahren betrifft. Es bleibt hoch-spannend und brisant.

    Etwas sehr Erfreuliches: Bis heute, 17:45 Uhr sind bereits 5800 € an Spenden für die anstehenden Gerichtskosten eingegangen. Das ist ein sehr ermutigender Betrag, gesammelt in so kurzer Zeit!
    Vielen Dank an alle Spenderinnen und Spender!!!
    Damit die restlichen 4200 € noch zusammenkommen, bitte ich um eure weitere Unterstützung durch eure Spende oder / und durch Werbung im Freundes- und Bekanntenkreis.
    Hier nochmal der Link: www.betterplace.org 

    Ich freue mich auf euch am kommenden Samstag und auf eure weitere Unterstützung zugunsten der Bäume, die weiterhin Schatten, Hitzeschutz, Lebensraum für Tiere und Aufenthaltsqualität für Anwohnende und Durchreisende bieten können sollen.

    Mit herzlichen Grüßen
    Thomas Rost
    für die BI Ollenhauerstraße

  • Liebe Unterstützerinnen und Unterstützer!

    Heute gibt es zwei wichtige Meldungen:

    Nr. 1:
    Am kommenden Samstag, den 19.09.2026 veranstalten wir wieder eine Baum-Mahnwache mit abschließender Kundgebung in bewährter Form:
    Treffpunkt: Ollenhauerstraße 122 vor Kaufland um 11 Uhr; unmittelbar danach stellen wir uns wieder bis 12 Uhr an die Bäume.
    Anschließend treffen wir uns auf dem Kurt-Schumacher-Platz für die Kundgebung bis max. 13 Uhr.
    Die Veranstaltung ist bei der Polizei angemeldet.
    Es gibt auch wieder eine Fahrrad-Demo die Ollenhauerstraße rauf und runter während der Baum-Mahnwache.
    Bitte mitbringen: Warnweste, Baumplakat, Trillerpfeife und gute Laune!
    Sagen wir den Leuten:
    Bitte denkt auch an die Bäume bei eurer Wahlentscheidung am Sonntag!

    Nr. 2:
    Wir bereiten eine Klage auf Unterlassung der Baumfällungen und der Neubaumaßnahmen in der Ollenhauerstraße vor.
    Als Verbündeten und klageberechtigten Naturschutzverband haben wir die NaturFreunde Deutschlands, Landesverband Berlin e.V. gewinnen können, der die Klage führen wird.

    Diese Klage kostet im negativen Fall, der nicht auszuschließen ist, eine deutliche Stange Geld.
    Deshalb sammeln die NaturFreunde Deutschlands, LV Berlin e.V. auf der gemeinnnützigen Plattform betterplace.org Geld, um alles, was an Kosten im Zusammenhang mit der Klage anfällt, begleichen zu können.
    Im positiven Fall wird der Verein die überzähligen Gelder für Projekte im Klimaschutzbereich einsetzen.

    Bitte unterstützen Sie, bitte unterstützt diese Klage mit Ihrer, mit eurer Spende!
    Jeder Euro hilft:
    https://www.betterplace.org/de/projects/185847-kahlschlag-von-115-baeumen-verhindern-baeume-erhalten
    Auf dieser Plattform gibt es alle üblichen Spendenwege.
    Eine steuerlich absetzbare Spendenbescheinigung wird von betterplace.org ausgestellt.

    Da das Bezirksamt Reinickendorf auf Anfrage unseres Anwalts nicht ausschließen will, die Bäume bereits im Oktober zu fällen, bleibt uns nun neben dem Druck-Machen in der Öffentlichkeit und über diese Petition nur noch der Klageweg, um die Bäume in der Ollenhauerstraße zu retten und die sinnlose Baumaßnahme zu Gunsten einer Umplanung gemäß unseren Petitions-Zielen zu stoppen.

    Ich zähle auf Sie, auf euch.

    Mit herzlichen und hoffnungsvollen Grüßen
    Thomas Rost
    für die BI Ollenhauerstraße

Bäume sind grüne Lungen für uns alle Es ist erwiesen, dass die Temperatur dadurch merklich gesenkt wird Besonders wichtig in Großstädten

Immer alles Alte erhalten wollen ist doch kein Argument! Diese uralte Straße endlich mal grundlegend zu erneuern, endlich breite und sichere Radwege anzulegen, verdient meine volle Unterstützung. Wenn dafür alte Straßenbäume gefällt werden müssen, für die an anderer Stelle neue Bäume gepflanzt werden, ist das akzeptabel. Daher sehe ich diese Petition als rückwärtsgewandte, Fortschritt und Verbesserung von Lebensqualität verhindernde Initiative an.

Warum Menschen unterschreiben

Die Bäume müssen bleiben!

IMMER WICHTIG, bin Baumpflegerin und Gärtnerin

Diese Planung ist mit "vorgestrig" noch freundlich umschrieben. Das kann einfach nicht wahr sein!

Jeder Baum ist zu schützen!
Natur ist unsere Lebensgrundlage.
Wann verstehen das endlich auch Politiker und Investoren ...

Weil das Leben der Menschen wie das Leben der Fauna und Flora das wichtigste Gut auf dem Planeten ist, das wir schützen müssen!

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