Petition richtet sich an:
Der Präsident des Landtags NRW, Der Landtag Nordrhein-Westfalen, Ausschüsse für Gesundheit und Pflege
Wir fordern den Landtag Nordrhein-Westfalen auf:
- die Arbeit der Pflegekammer NRW auszusetzen,
- eine unabhängige, transparente Neubewertung ihres Nutzens für die pflegerische Versorgung und die Arbeitsrealität der Pflegekräfte vorzunehmen,
- die Pflegekräfte selbst verbindlich einzubeziehen, etwa durch eine echte, faire und transparente Befragung der Berufsgruppe,
- die Verantwortung für strukturelle Probleme nicht an eine Kammer auszulagern, sondern sie politisch zu übernehmen,
- wirksame Maßnahmen zur Entlastung, Personalbemessung und Verbesserung der Arbeitsbedingungen in den Mittelpunkt zu stellen.
Pflegekräfte brauchen keine zusätzliche Verwaltung eines Mangels. Sie brauchen reale Entlastung, verlässliche Rahmenbedingungen und politische Verantwortung.
Pflegekräfte erleben seit Jahren einen zunehmenden strukturellen Mangel: zu wenig Personal, hohe Arbeitsverdichtung, steigende Verantwortung – bei gleichzeitig kaum spürbaren Verbesserungen der Arbeitsbedingungen.
Viele Pflegekräfte leiden dabei nicht an fehlender Bereitschaft zur Verantwortung, sondern an den alltäglichen Arbeitsbedingungen:
ständiges kurzfristiges Einspringen aus dem Frei, häufige Wechsel zwischen Früh-, Spät- und Nachtdiensten innerhalb einer Woche, fehlende verlässliche Dienstpläne sowie die permanente Erwartung, Ausfälle im System individuell auszugleichen.
Diese Belastungen führen zu Erschöpfung, Planungsunsicherheit und gesundheitlichen Folgen. Sie sind ein wesentlicher Grund dafür, warum Pflegekräfte den Beruf verlassen oder ihre Arbeitszeit reduzieren. Sie entstehen nicht durch mangelnde Professionalität, sondern durch chronischen Personalmangel und fehlende strukturelle Absicherung.
Dieser Mangel ist politisch seit Jahren bekannt – und wird dennoch bislang nicht wirksam behoben.
Mit der Pflegekammer NRW entsteht für viele Pflegekräfte der Eindruck, dass diese strukturellen Probleme nicht gelöst, sondern verwaltet werden.
Statt spürbarer Entlastung erleben sie verpflichtende Registrierung, Beitragsbescheide, Mahnungen und Vollstreckungsandrohungen sowie wachsende Nachweis-, Dokumentations- und Fortbildungspflichten – bei weiterhin unveränderten Rahmenbedingungen im Arbeitsalltag.
Gerade in einem Mangelsystem entfalten Kontroll- und Verwaltungsinstrumente eine besondere Wirkung:
Sie erhöhen den Druck auf die einzelne Pflegekraft, ohne die Versorgungssituation zu verbessern. Die Verantwortung für systemische Defizite droht dadurch schleichend von der Politik auf die Berufsangehörigen verlagert zu werden.
Viele Pflegekräfte fühlen sich bis heute nicht verbindlich und demokratisch legitimiert vertreten. Die Einführung der Pflegekammer erfolgte ohne eine klare, verbindliche Zustimmung der Berufsgruppe und ohne erneute Beteiligung trotz anhaltender Kritik und Proteste – obwohl Pflegekräfte diejenigen sind, die die Konsequenzen unmittelbar tragen müssen: fachlich, finanziell und persönlich.
Diese Petition ist wichtig, weil sie deutlich macht: Pflegekräfte lehnen Verantwortung nicht ab. Sie erwarten jedoch, dass politische Verantwortung dort wahrgenommen wird, wo die strukturellen Steuerungs- und Entscheidungskompetenzen liegen – und nicht an eine Pflegekammer ausgelagert wird, die diese Hebel nicht besitzt.
Pflege wirksam zu stärken bedeutet nicht, zusätzliche Verwaltung in einem Mangelsystem aufzubauen. Es bedeutet, Entlastung zu schaffen, Personal zu sichern und Arbeitsbedingungen spürbar zu verbessern.
Dafür braucht es Transparenz, echte Beteiligung der Pflegekräfte – und den ehrlichen politischen Willen zur Veränderung
Unnütze Organisation, die keinerlei Kompetenzen hat und nur den Pflegekräften mit dem Zwangsbeitrag das oft ohnehin schon schmale Gehalt noch mehr schmälert.